Das Stöckchen muss weg.(II)

Mitten in der Rekonvaleszenz hat mich Frau Kreuzberg Südost mit einem höchst zu philosophierenden Blogstöckchen bedacht. Eine gute Zeit zu Antworten.

1.Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Oder wünschst du es dir? Warum?
Nach meinem Ableben gibt es aus meiner Sicht kein Leben mehr. Da ich nun recht katholisch bin müsste/sollte ich an ein Leben nach dem Tode glauben. Will ich nicht. Dann noch leben. Andere alle, bitte. Aber ich nicht nicht. Ich fürchte es wäre totlangweilig.
Außer als Alois Hingerl. Den, um es mit Herbert Achternbusch zu sagen, nur in der Wirtschaft wird die wahre Hochphilosophie gepflegt. Ein Erkenntnisgewinn, der da lautet: „Japan ist ein fernes Land“ wäre in einem kasernierten Denkbetrieb gar nicht zu bekommen.

2. Was verbindest du mit dem Wort „Heimat“?

Daheim sein. Das ist weder an Räume, noch an Personen gebunden und ändert sich im Laufe der Lebenstouristik.

3. Wenn du noch einmal anfangen könntest, welche Entscheidung würdest du rückgängig machen oder anders treffen?

Gar keine. Dann wäre es anders gelaufen als es ist. Was natürlich nicht bedeutet, dass Alles gut ist so wie es ist.

4.Wie würdest du diesen Satz beenden: Pädophile sollten…
in Behandlung oder im tätigen Fall unter Verschluss. Allerdings gehört auch die Erkenntnis dazu, dass ein paar billig in Kanada erworbene Bilder der KategorieII schlimmer als Päderastie sind: Sie sind Förderung der gewerbsmäßigen Sklaverei.

5. Und diesen: Sigmar Gabriel sollte..
mal von Herzen lachen.

6. Und zuletzt: Alice Schwarzer sollte…
endlich wieder ihre Nerdbrille aufsetzen. Dieser haararchitektonische Umgestaltung zu platinblond und diese Kontaktverlinsung wirkt in Gesamtheit richtig nuttig.

7. Wenn du an einen Toten denkst, welche seiner Wünsche erscheinen dir wichtiger: die Erfüllten oder die Unerfüllten (angelehnt an Max Frisch)

Nun Max Frisch war wegzulegende Qualliteratur- vielleicht im Alter noch mal.
Was hat jemand erreicht und was noch nicht beendet? Wenn es ein Mensch, im Sinne von Mensch, war sollte das Erreichte Anleitung und das Unvollendete Aufgabe sein. (angelehnt an Konfuzius)

8. Stimmt der Satz: Jeder ist seines Glückes Schmied?
Wenn jeder eine Esse und einen Hammer hätte, ja. Von Stahl und Kohle möchte ich erst gar nicht schreiben.

9. Was bedeutet für dich Gerechtigkeit?
Weil es Schwarz und Weiß nicht gibt, auch keine 100%, kann es nur ein Kompromiss sein. Es ist der mit dem alle am Besten leben können.
Leider folgt der Ruf nach Gerechtigkeit immer einer Regelverletzung.

10. Wie beurteilst du die Rolle er Kirche in unserer Gesellschaft? Und wie die der Gewerkschaften?
Beide waren sehr wichtig. (Das zu begründen wäre noch einige Blogbeiträge wert. Bei Gelegenheit.)
Die Kirche war lange die moralische Instanz auf allen Ebenen. Heute reicht ihr Arm nur, ja nur noch, in die ethisch politische Willensfindung und das nur teilweise oder Konsveratismusverbrämt. Das weil sie zu lange mit sich selbst beschäftigt war und zuviel Macht hatte. Inwieweit für die Kirche der Zug „abgefahren“ ist wird sich zeigen.
Die Gewerkschaften sind durch ihre Blutsbande mit der SPD zu Reallohnabsenkungsabnickern geworden. Sie sollten, sich ebenso wie die Kirchen, von ihrer selbstherrlichen Bräsigkeit verabschieden und sich für arbeitende Bevölkerung einsetzen.

11. Wenn du ein Buch wärest, was für ein Buch wärest du dann?
So ein dickes, wirres. Mit vielen Handlungsträngen, die plötzlich beginnen und irgendwann versanden. Mit viel zum Nachgucken, zum Lachen, mit schrägen Gestalten, ohne Herzschmerz aber mit augenzwinkerndem Plastikpathos. Das pralle Leben halt. (Ich wühle mich gerade – seit gut einem Jahr – durch „Gegen den Tag“ von Thomas Pynchon. Da gehen höchstens 10 Seiten am Stück. Das kommt schon ganz gut hin.)

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2 Gedanken zu “Das Stöckchen muss weg.(II)

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