Foodtrucks müssen weg. Eier auch.

Der gute Kiezneurotiker hat sich darüber gefreut oder gefrustet, dass es die gute Frau Rauscher im Prenzlauer Berg gebeutelt hat. Konnte ja auch nix werden. Wenn schon ein Lokal nach einer stadtbekannten Schnapsdrossel benannt wird, die lediglich dadurch bekannt wurde, dass sie eine Beul am Ei hatte und man nicht mehr nachvollziehen konnte wo das nun herkam. Einer der ungelösten Fälle der hessischen Kriminalgeschichte.

Dann ist auf einem Bild auch noch dieser Pesthauch an Tourikulinarik zu sehen: Ein Frankfurter Schnitzel.
Essen sie es nicht! Nein, das ist keine Frankfurter Spezialität. Eine grüne Soße passt nicht zu Paniertem, jedenfalls keine Frankfurter. Natürlich können Sie es auch mit Bratkartoffeln essen. Dann sollten Sie hinterher jede Menge Schnaps nachtanken. Magentechnisch.

Eine ähnliche Menge an Schnaps brauchen Sie auch für Frankfurts berühmteste Grie Soß, das ist die von der Frau Gisela Paul (Ich empfehle, die Lautstärke des Computers hochzufahren. Es lohnt sich.)

food-truck

Das ist übrigens Frankfurts erster Food-Truck. Frau Paul war mal Büro, wurde abgefunden und hat sich aus Rache einen Grie-Soß-Truck gebastelt. Jetzt verfüttert sie das Zeug für gutes Geld an den ausgewiesenen Standorten Bankern, Brokern und anderen Freiwilligen.
Wir sehen: Das typische Food-Truck-Konzept, das nun tausendfach kopiert wird, nur halt mit anderen Nährmitteln.

Jetzt wird aber mal eingeschwiffen.

Auf die Mogelpackung:

mogelpackung

Das erwerben Sie wenn sie Grie-Soß zubereiten wollen. Genau das. Die Kräuter einzeln bei dem tollen Bauern auf dem Wochenmarkt zu kaufen und die Mengenverhältnisse anzupassen gilt übrigens als unsportlich. Ich habe die Latte etwas höher gelegt und die Kräuter montags gekauft. Das heißt sie wurden spätestens Donnerstags geerntet. Oder glauben Sie ernsthaft so ein mindestentlohnter Rumäne stellt sich sonntags fröhlich, eine lustige Volksweise auf den Lippen, pfeifend auf den Acker und zupft den Kram  vom Gestrüpp?

Die Mogelpackung sieht dann innen so aus:

mogelpackung-offen

Das wird dann verlesen und die Stiele gründlichst entfernt.

mogelpackung-gehackt

Mit dem Messer grob gehackt. Grob!

mogelpackung-gehackt-2

Stolze Besitzer eines Idiotenherdes* werden sich spätestens hier ausblenden.

Der Inhalt einer Mogelpackung wird vermischt mit:
1 Becher saure Sahne (200 Gramm)
1 Esslöffel scharfem Senf (Colmans ist die Messlatte)
Salz
Pfeffer, weiß
Saft einer Zitrone
Alternativ Essig
Keine Eier! Keine Mayonnaise! Kein Joghurt! Kein Frischkäse!

Wenn die Mogelpackung etwas zuviel Petersilie enthält und man sie aus sportlichen Gründen alle verarbeitet hat sollte noch eine Prise Zucker dazu weil es sonst etwas bitter schmeckt (Sie enthält immer zuviel Petersilie)

Abschmecken und dann noch etwas im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dazu gibt es Salzkartoffeln oder Salzkartoffeln und Eier oder Salzkartoffeln und gekochtes Rindfleisch.

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Wer das mal so richtig gut essen möchte geht am Besten in das Gasthaus zum Einhorn in Bonames. Die schlachten noch selbst und keltern ihr eigenes Stöffchen. Natürlich gibt es dort kein Frankfurter Schnitzel. Sie sollten reservieren.

 

 

*Für diesen Link lehne ich jegliche Verantwortung ab. Es sei denn, sie essen gerne Brei.

 

Die Drücker müssen weg. Die Klopfer auch.

Hach Sommerzeit, Schinkenzeit.
Jetzt stehen sie wieder in den Perfettos, Turboedekas und Feinkostläden an um DEN Schinken für das tolle Sommerbuffet zu kaufen. Zwei Jahre in einem Aufwind umtosten Hochalpentrutz unter permanenter Beschallung mit Pachelbel ist dann das Mindeste. 16,95 die 100 Gramm. Den trägt man dann nach Hause, legt ihn in den Kühlschrank. Durch durch eine Tupper-Klappbox geschützt.  Dort hält er dann 14 Tage in der Crisper Zone des French-Door-Wohnkühlschranks.
Er hält. Den Geschmack hat er bereits nach einer Stunde verloren, schmeckt nur noch salzig und tranig. Dann hätte es auch ein Bauernschinken getan. Oder man geht in die Vollen und legt sich ein ganzes Teil vom Schwein zu und lässt dann die Berkel rotieren (Das Teil verdient das Prädikat Männerspielzeug).
So ist es halt wie es ist und weil es so ist wird rechtzeitig der passende Kürbis, sorry Melone, mitbesorgt. Dort läßt sich der Fußlappen prächtig drumwickeln. Mit einem Spießchen sieht es dann aus wie vom Plattenservice und schmeckt auch so. Mit etwas Glück ist wenigstens der Kürbis, sorry Melone, reif.

Und somit schwenke ich ein.

Frauen sind wahnsinnig aggressive Wesen. Das sehen wir am Kürbisstand. Die meisten wuchten das Teil mit einer Hand auf Ohrhöhe und klopfen dann mit dem Todesfinger der Shaolin auf die Schale, dass es nur so knirscht. Am Wiederhall glaubt Frau dann die Reife erkennen zu können. Ob nun ein Melonensamenkorn mit Gehirnerschütterung reif klingt entzieht sich meiner Kenntnis.
Alternativ wird der Kürbis, sorry Melone, mit beiden Klauen auf Brusthöhe genommen und dann fest zusammen gedrückt. Wir sehen wie sich der Deltamuskel spannt, der Bizeps aufwölbt und sich die Brust drohend hebt. Unter dieser Quetschbewegung gibt der Kürbis, sorry  Melone, nach. Widerstand ist zwecklos.

Was kann Mann dann tun wenn er eine reife, unvermanschte Melone ohne Samen mit Gehirnerschütterung erwerben möchte?
Zuerst die Exemplare herausdeuten, die eine sichtbare Druckstelle aufweisen. Eine Kürbisschänderin würde so etwas nicht anfassen. Die Druckstelle ist nicht schlimm, denn irgendwo muss das Ding auf der Erde liegen. Dann wird geschnuppert. Am Bobbes vom Kürbis. Das ist entgegengesetzt von der Stengelseite. Genau dort wo früher die Blüte saß.
Wenn diese Stelle nach Frucht und nicht nach feuchtem Keller ist das Teil reif. Aber es hält keine drei Tage mehr.

Die muss dann weg. Auch ohne Schinken.

Näheres zur Reife von Früchten ist dem wunderbar zu lesenden Buch: Der Mann, der alles isst. Zweiter Gang. zu entnehmen.

 

(Ob jetzt dieser Text frauenfeindlich ist weiß ich nicht. Männer lesen üblicherweise auf ihrem Laufzettel „Melone“ wuchten ein x-beliebiges Ding in den Korb und gehen  dann in Richtung ganzes Tier/Rum/Gin/Whiskey/Bier/Holzkohle/Berkel.)

 

High-Tech muss weg.

Wir waren dann mal zum Grillen.
Es gibt Töpfe, Pfannen, Herde, Öfen zum Kochen, zum richtigen Kochen, aber manchmal muss halt die Rauchsäule gen Himmel steigen. Dann kommt es meistens, dass ich auch noch an dem Ding stehen darf. Nein, ich will da stehen! Ich muss da stehen! Aus Sicherheitsgründen.
Wurst und Fleisch gibt es bei uns nur von Metzgern mit eigenem Schlachthaus, die sich ihre Tiere von Bauern aus der Umgebung liefern lassen. Wenn es das nicht mehr gibt esse ich kein Fleisch mehr. Die waren dieses Mal von der Metzgerei Hammerschmidt in Blankenbach. Sonst hatte ich sie immer von der Metzgerei Freund in Sommerkahl, aber die haben gerade so einen Anfall von Kreativmetzger. Ich hoffe, das legt sich wieder.
Dann muss ich halt am Grill meine Würste beschützen, sie könnten ja mit Bratmaxen, Seitanbratlingen oder gar mit Steaks kontaminiert werden.
Diese Steaks sind sowieso ein Sonderfall. Diese Marinade erinnert mich an das Duschgel vom Schlecker. Riecht auch so. Irgendwas müssen die ja herstellen wo Schlecker als Kunde weggefallen ist. Jedesmal wenn ich die würzige Tunke von dem armen Fleisch abwaschen will hagelt es Proteste. Das schmeckt ja so gut und das ist von Hertha, Vion oder vom Rügenwalder Mühlentarzan. Widerrede ist zwecklos. Das Zeug wird mittels Gluthitze aufgesintert.

Jetzt bin ich aber fast abgeschwiffen.

Fast, weil in so einer Marinade schon mehr High-Tech stecken dürfte als in einem Porsche Turbo. Aber es geht noch doller.
Irgendwann ertönt der Ruf: „Ich habe einen ganz tollen, total leckeren Grillkäse mitgebracht. Machste den mal drauf?“

Denn macht man dann sicherheitshalber in einer Schale. Sonst hätte man ja gleich Schnellbeton oder Zwei-Komponenten-Kleber auf den Grill legen können. Der total leckere, cremige und krosse Grillkäse sieht dann so aus:

Die Optik kennen wir ja von McDonalds, Burger King und Foodora.
Aber diese High-Tech-Komponente hat mich fasziniert. Sie ist sowohl auf der Packung als auch beim real-life Produkt gleich: Die Grillstreifen sind aufgebracht. Egal wie das Teil auf den Rost geworfen wird die Streifen sind da wo sie sein sollen.

Faszinierend!

Der Thunfisch musste weg.

Das war vielleicht was. Am 7. Juli verabschiedete sich Wolfram Siebeck von diesem Planeten und am 14. Juli fuhr ein Selbstmörder die Promenade in Nizza zu Tode.

Seltsamerweise war mein erster Gedanke, dass ich wieder mal einen Salat Nicoise machen könnte. Der Salat der 80er Jahre laut dem großen Kochverführer. Keiner konnte so gut unbedarfte Menschen zum Genuss verführen wie dieser Narr.

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Das war mein schändlicher Versuch zum Thema.

Man soll sowas nicht im Affekt, nicht nach so einem Scheiß,  machen:
Dosenbohnen, Tomaten aus irgendwoher. Der Rest war OK. Freilandsalat. Isoldeeier, reife Paprika, Öl aus Spanien, Der Djionsenfersatz mit echt Power von Colman(gibt es beim Kaufhof), Rotweinessig, Sardellen(das heißt Sardellen und nicht Anchovis ihr Hunns!) und Gewürze von der Stange.

Ein Salat Nicoise braucht Zutaten der Jahreszeit. Dann wenn sie reif sind.
Für Bohnen war es noch zu früh. Die Tomaten – bitte keine Cocktail- oder Kirschtomaten, die sind süß – brauchen Umami; also diesen gewissen Bizzl im Mund, den gibt es nur zur Tomatenzeit und nicht wenn auf dem Bilster „Junge Tomate zum Mitreisen gesucht“ steht. Bei den Bohnen ist es ebenso. Wer Gummi kauen will isst Pulporinge im Bierteig.
Und woran erkenne ich jetzt Freilandsalat? Am Dreck! Ja, den muss man gründlich waschen und trockenschleudern. Dafür schmeckt er auch nicht wie ein Tempotaschentuch.

Also nächster Anlauf im August.
Die Tomate heißt dann Harzfeuer oder Hellfrucht. Ist ausgereift und einen Tag vorher vom Strauch gestrubbelt. Keine Ahnung wie die Bohne heißt, vielleicht kleine Rheinländerin oder Lady Di, aber sie besteht den Biegeversuch indem sie durchbricht.

Jetzt fragt der kundige Nicoiser wo denn der Thunfisch sei. Antwort: Ich mag ihn nicht.
Und wie hältst du es mit den Kartoffeln? Gerne. Aber sie müssen vorher gekocht und mariniert werden. Das geht bei Frust nicht.
Welche Sardellen? Ich nehme die in Salz und wässere sie 10 Minuten. Die sind besser für die Optik.

Meine Güte, jetzt bin ich aber mal wieder abgeschwiffen.

Wer will sich schon zum Wahnsinn äußern.
Es gibt immer so Lo(o)ser, die sich dafür hergeben irgendwelchen Kleinkindern Schnaps und Zigaretten zu besorgen. Dafür sind sie dann bei den Kleinkindern der King und das brauchen sie für ihr verkorkstes Ego.
Dann gibt es Looser, die eine gewisse hochriskante Lebensspanne – auch Adoleszenz  genannt – für ihre sinisteren Zwecke ausnutzen. Bei einer Wehrpflicht ist das ja noch staatlich gedeckt aber bei gewöhnlichem Selbstmord braucht es schon Trittbrettfahrer der traurigen Sorte.

Sie haben gerade einen Lauf.

Die zweite hochriskante Lebensphase ist übrigens kurz nach Eintritt ins Rentenalter.

 

 

 

Das Grundeinkommen muss weg.

Volksabstimmungen haben was. Daran kann man sehen wie gebildet so ein Volk ist oder auch nur volksam(5 Euro in die Kalauerkiste)

Zum Beispiel die Engländer mit ihrem Inseldenken. Sie haben sich brav den Schreihälsen ergeben. Am nächsten Tag hieß es schon, dass die Steuern erhöht werden müssen und das mit der billigen Krankenkasse wird auch nix. Lange Nase gezeigt und jetzt machen sie Naziterror. War ja auch nicht anders zu erwarten.
Doch damit gut und ich verlinke auf einen Kommentar in der Wochenzeitung „Unsere Zeit“: KLICK!. In der Analyse sind die Kommunisten einfach Klasse.

Wo ich nun Ratz-Fatz in die Schweiz umschweife.

Dort stand das Bedingungslose Grundeinkommen zur Abstimmung. Es wurde abgelehnt und zwar sehr deutlich. Die Schweizer haben halt Erfahrung mit Volksabstimmungen und außerdem eine sehr gute Presse. Gescheitert ist es hauptsächlich wegen des Kostenargumentes. Dabei gibt es wesentlich bessere Gründe, die gegen ein BGE sprechen:

Wir haben in Deutschland schon eins. Es heißt HartzIV. Obwohl eigentlich ist es nur fast ein BGE weil es ja Sanktionen gibt. Nehmen wir also mal das Terrorelement raus und packen noch etwas Sozialversicherung drauf und was haben wir: Ein Druckmittel erster Güte. Es wird nie so hoch sein, dass man davon wirklich leben kann und trotzdem werden dann die Tarifverhandlungen über Jahre damit blockiert – Eine versteckte Subvention von Lohnkosten.
Dann werden sich die Preise anpassen. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass sich die Preise um die Subvention erhöhen. Das haben wir schon bei den Solarzellen erlebt. Oder kurz: Wo ein Trog ist da wird geschlabbert.
Letztendlich würde es die Verarmung fördern. Gerade dann wenn es über den Verbrauch(Mehrwertsteuer) oder noch schlimmer mit einer Flat-Tax finanziert würde.

Geld ist das eine Thema.

Das andere Thema heißt Staat.

Mit einem BGE wäre das komplette Gemeinwesten privatisert und der Staat würde sich aus jeglicher Verantwortung gegenüber dem Bürger stehlen. Was eine ausufernde Privatisierung so anrichtet sehen wir überall. Das Endstadium hatten wir in Argentinien: Staatspleite.

Außerdem brauchen wir die Beamtenschar. Man kann bestens ablästern. Sich stundenlang aufregen oder sich sicher fühlen. Wenn sie im Büro sitzen machen sie die Straßen nicht unsicher.