Schlammkuchen muss weg

Ich habe mir bei Tikersherk ein Blogstöckchen abgeholt. Mutwillig oder aus purer Dämlichkeit. Mutwillige Blödigkeit.
Ich dachte, wenn man Sex durch andere Worte ersetzt ändert sich am Interview auch nicht viel. Deshalb wird hier Schlammkuchen verarbeitet. Dachte ich.

Erst mal Musik *² für nebenher. Mit Vorspiel:

 

Welche Alternative bietet schlechter Schlammkuchen/ wobei: was könnte das sein?

Schlechter Schlammkuchen ist im Gegensatz zu gar kein Kuchen durchaus sättigend.
/
Fett, Gemüsereste, Dirt – luftgetrocknet. Haitianisches Nationalgericht.

Geht Geist und Schlammkuchen zusammen?

Unbedingt!
Ein degenerierter Europäer braucht hinterher einen Schnaps. Geist geht notfalls auch.

Wenn Schlammkuchen die schönste Nebensache der Welt ist was könnte dann die Hauptsache sein?

Touristen ausrauben.

Was bewirkt das Lesen dieser 11 Buchstaben in Ihnen?

Castro sollte einmarschieren und Hollande  endlich die 150 Millonen + Zinsen zahlen.

Nennen Sie drei Klischees?

Haitianer sind Sexobjekte reifer europäischer und amerikanischer Damen. 3 mal. 

Was hat Schreiben mit Schlammkuchen zu tun?

Man sollte mehr Bände über haitianische Schlammkuchen, afrikanischen Siebekies und Trink-Brackwasser im Gaza Streifen schreiben und nicht noch so eine dämliche Hitler Biografie.

Ich schweife ein.
Das Pantoufle meinte, dass die anderen von mir geschriebenen Worte auch noch einsortiert werden sollen: Es wären da noch : Sex, Motoröl, Flüchtlinge, Essen und Fussball. Alles andere wäre unsportlich. Geht auch ganz schnell.

Pornos* sind langweilig. Im Prinzip könnte Mann/Frau genau so gut einem Oszillographen zugucken. Das hätte wenigstens etwas Abstraktes. Also macht die Pornoindustrie etwas Comedy außen rum. Der Sex findet an Orten statt, die hauptsächlich von Junggesellen frequentiert werden. Motoröl verschmiert in der Autowerkstatt, in Billiardsalons, Bars und Ehebetten.
Sie lasen richtig – Ehebetten. Wenn sich dort so eine aufgedonnerte Lady lasziv breitbeinig vor ihnen ausbreitet würden sie höchstwahrscheinlich zum Flüchtling. Ich schon. Zum Kühlschrankflüchtling zumindest. Also Mann degradiert zu >Sexobjekt > Haiti macht die Kühlschranktüre auf. Nichts zum Essen, also kein Schlammkuchen, drinnen. Bleibt nur noch Fussball.

*Wobei Pornos. Diese aus den 60er und 70er Jahren. Die Männer hatten noch Pornobalken im Gesicht. Männer und Frauen Froteesocken mit Ringeln an oder dreckige Füße. Männer und Frauen mit Haaren. Alle hatten Gänsehaut vom ungeheizten Studio und dann noch diese stummfilmartigen Gesten, diese Mimik und diese Zuckungen. Kommt gut mit viel Volk, schönem Getränk und guter Musik. Viel besser als Zombiefilme. Ich glaube, die La Ola Welle wurde so erfunden.

*² Das ist die wunderbare Anne Bärenz† vom Frankfurter Kurorchester. Auf der CD Bon Voyage hat sie ein Lied namens Sextouristinnen gesungen: “Ich such mir einen Rastamann. Dem kauf ich dann einen Walkman.”
Sextourismus. Frauen dürfen das genauso wie Männer. Wie sie das genauso auslegen ist ihre Sache.

 

 

Die Mikrowelle muss weg(2)

Bratkartoffelverhältnis – ein wunderschönes Wort für ein geschlampertes Verhältnis, das keines ist. Es gibt, so wie es fiskalische Gründe für Hochzeit gibt, finanzielle Gründe es zu lassen. Das Verehelichen. Das war früher strafbar also hat Paar es kulinarisch besiegelt.

Ehevertrag

Die Kartoffeln schälen. Nach Feng-Shui-Regeln schnippeln.
Ein Plastikdings (mikrowellenfest) mit etwas Wasser befüllen. Beispielsweise Curcuma und getrockneten Majoran etwas einrühren. Was nun das Marinieren der Kartoffeln betrifft: Experimentieren! Garam Massala, Thymian, Knoblauch-Ginger-Paste. Egal.

In die Mikrowelle: 30 Sekunden bei 100% die Gewürze aufschließen. Kartoffeln dazu. 8 1/2 Minuten bei 80% garen. (Konservative können das natürlich auf dem Herd veranstalten, Thermomixer müssen draußen bleiben)
Kartoffeln abgießen, kurz abbrausen um die Gewürzkrümel zu entfernen. (Brennen gerne an)
Abtropfen lassen. Gegebenenfalls vor der Haustüre im Geschirrhandtuch trockenschleudern.
Neutrales Öl in die Pfanne. Guter Esslöffel reicht in der Beschichteten.
Bratkartoffeln bei mittlerer Hitze anbräunen. Zum Schluss noch etwas Butter für den Geschmack. Nach Gusto salzen. Fertig.

Wer gute Bratkartoffeln kann braucht auch nicht vor Testosteron zu stinken.

Ja, es hinkt aber irgendwie muss ja mal das Thema wechseln.

Zur Platte – Domplatte zu Köln würde ja auch passen.
Platte = Testosteronüberschuss. Krach, Ellenbogen, Dicker Hals.
Wenn es doch so einfach wäre. Nochmal.
Wenn es doch so einfach wäre müssten dann alle fürsorglichen Frauen als gestagentriefende Gebärmaschinen bezeichnet werden. Wäre schon arg. Macht man nicht. Aus Gründen. Weil es nicht stimmt. Beim Testosteron auch nicht.

Das hat etwas mit Kultiviertheit zu tun. Nicht mehr und nicht weniger.

Kultur und Gestank.
Ungewaschene Männer im besten Testosteronalter in der ungelüfteten Tram. Sommers. Ich frage mich ernsthaft weshalb so ein Drüsenkram, wie Moschus, Ambra, Zibet & Bibergeil in der Damenwelt so beliebt sind und die Küche nach einer Bratkartoffelaktion so nach Fett riecht.

Tikerscherk hat zum Hauptsache händisch geladen. Dem komme ich hiermit gerne nach.

Die Meinungsfreiheit musste weg

Als professioneller Berufsdemonstrant muss Mann halt mal die bedeutenden Demos miterlebt haben. Freundlicherweise haben sie auch einige für etwas ältere Säcke aufgehoben. Dort kann der gekrümmte aber ungebeugte Altrevolutionär auch noch gemächlich mit dem AOK-Chopper hinterher dackeln.
So dachte ich mir mittelalt, wie ich mich fühle, den Altersschnitt der Liebknecht-Luxemburg-Demo grandios nach unten ziehen zu können habe mein Partei-Abzeichen angepinnt,

DiePARTEI ist sehr deutlich!

die Waswegmusserin eingehakt und los ging’s.
War das eine Masse Mensch. So wie am 26. Juli in Havanna – aber nur gefühlt. Es war sehr viel junges Volk dabei und alte Junge[ns]. Wir haben uns taktisch gut eingereiht. Bei Mistwetter am besten hinter einem großen, hohen Transparent. Vor uns spielte das Schalmeienorchester der Jungen Falken revolutionäre Weisen. Wenn sie nicht von einem verbiesterten Alten an der verstimmten Gitarre geknarzt werden können die richtig gut klingen. (Wer hat hier Biermann gerufen?)

Das war das Setting. Was fehlte waren die roten Nelken und erbracht wurde ein Beweis:
1. Kommunisten und Sozialisten haben immer Recht.
2. Kommunisten und Sozialisten kriegen es einfach nicht gebacken.

Während die MLDP ihre Parteispende sofort für Drucksachen, die keiner haben wollte, verpulverte machten die Vietnamesen am Straßenrand die Geschäfte und der Markt regelte sich von selbst.
Am Anfang der Strecke:

(Auf dem Täfelchen steht: Nelken für Karl und Rosa. 1 Stück -,80; 5 Stück 3,5)
Der Preis stieg dann im Laufe der Strecke auf 1,0. Auf dem Friedhof wurden sie dann verschenkt. Das nennt man Schweinezyklus.

Erstmal ein Demobild

Standplatz.

und dann wird ungeschwiffen. So!

Etwas nervt mich wenn manche jungen Schreihälse die LL-Demo zur LLL-Demo* ummünzen wollen.
Liebknecht und Luxemburg wurden ermordet weil damals Leute mit einer anderen Meinung einfach final fertiggemacht wurden. Zack, Landwehrkanal – fertig.
Heute sind die Mittel wesentlich feiner und gerade die Linke tschernobylt da gerne vor sich hin. Während die normalen(?) Parteien ihre Verteidigungslinien schon gestellt haben, die Quartalslügner die Mikros heißbabbeln wartet die gepflegte Linke auf das Wort von S.W., G.G. & Co. und diskutiert das noch aus[giebigst]. Leidet das in eine soliden Streit um und gründet sofort Organisationen, die sich gegenseitig beäugen und sich aktivst beflugblättern.

Ob das jetzt gut ist oder nicht weiß ich auch nicht.

*LLL-Demo: Liebknecht, Luxemburg, Lenin. Lenin wurde nicht ermordet sondern starb an den Folgen eines Schlaganfalls. Warum wird eigentlich Liebknecht immer zuerst genannt? Die Luxemburg hatte doch den Schirm in der Hand und verstand ihn trefflichst zur führen.

Watchblogs müssen weg

Das freundliche Pantouffle hat mich gebeten ein Watchblog zum Thema Klima und Zschäpe zu machen. Außerdem wollte es noch ein Bild vom Christstollen.

So ein Christstollen muss halt ziehen. Mindestens drei Wochen. Klassischerweise im Kasten unter der Eckbank. Dort wo früher auch das Strickzeug und die alten Zeitungen waren. Quasi die Weihnachtszeit reifend untertunneln weil es normalerweise sowieso erst im Januar kalt wird und dann erst die vielen Kalorien benötigt werden. Aber das wissen Sie sicherlich.

Womit wir beim Wetter wären. Wenn es dieses Jahr im Winter nicht kalt wird ist es das Wetter. El Nino. Vielleicht.
Mit dem Klima verhält es sich etwas anders. Dafür gibt es Referenzzeiträume. Momentan werden die Werte mit dem Referenzzeitraum 1961-1990 verglichen. Der aktuelle Zeitraum erstreckt sich von 1991-2020. Genau: 2020! Die Klimadaten innerhalb dieser Zeiträume werden gemittelt und daraus Referenzwerte errechnet. Dann werden die Zeiträume verglichen. Wenn man sich etwas weiter informieren will sind die Webseiten vom Deutschen Wetterdienst sehr(!!!) bildend. Natürlich könnte man auch bei World Meteroligical Organisation nachgucken.
Zu Anfang hat man noch versucht die Sache etwas zu schönen indem die Referenzzeiträume etwas verschoben wurden. Aber wie Behörden nun mal sind: “Referenzzeitraum ist Referenzzeitraum und damit Usus!” musste die Politik klein beigeben. Sie tut zumindest so. Schließlich nähert sich das Jahr 2020 mit Riesenschritten. Also Standardprogramm: Zuerst werden Konferenzen abgehalten, die rein gar nichts bringen. Dann wird auf DIE Konferenz zugearbeitet. Paris. Stunde der Diplomaten. Das Klima hat sich um maximal 2°Celsius zu erhöhen. Gewünscht sind 1,5°Celsius. Dazu werden flankierende Maßnahmen getroffen. Weniger Kohle. Mehr Wald.
“Sollten” heißt irgendwo im Abkommen. War ein Druckfehler. Hätte “sollen” heißen sollen. Alle hüpfen durch die Gegend und sind glücklich. Peking hat seinen Kohlesmog und Sumatra seine Waldbrände.

Was machen wir nun mit dem Verfassungsschutz? Frau Zschäpe sollte ihm vorstehen. Sie hat wenigstens genügend praktische Erfahrung, hinreichend Gedächtnislücken und kein Parteibuch.
Das war keine schriftliche Aussage sondern ein Bewertungsschreiben. Hat mal wieder keiner Verstanden.

Das war jetzt aber wieder politisch. Schweifen wir auf das Kulinarische ein.

Ist unten etwas dunkel geworden. Dunkles Mehl schmeckt bitter. Wegschneiden.
Was sonst noch? Die Sukkade wird natürlich selbst geschnitten. Die Sultaninen und Korinthen baden zwei Tage in Rum. Der Gag ist das Marzipan. Es wird eingefroren und während die Maschine knetet in den Teig geraspelt.

Käffchen. Schön.

Cunitz muss weg

Das Schlimmste ist überstanden.

Nix wie weg!

Die Buden wurden abgeschlagen. Der Weihnachtsmarkt ist vorbei. Vorerst.
Der Geruch von übertaktetem glühweinartigen Getränk ist verraucht. Ebenso der Nasenblaster von verbrannter Schokolade und qualitätsgeprüftem Überbackkäse. Ein Tag ist noch der Standplan auf dem Pflaster zu sehen. Der Fettglanz schimmert glitschfreudig auf den Laufwegen. Der christliche Brauch vor dem bevorstehenden Fest “Christi Geburt” zu fasten wird genau eingehalten. Schrottfasten.

Am 24. Dezember um exakt kurz vor 17:00 empfiehlt sich der Römerberg. Wer sich der Stadt verbunden fühlt begibt sich mit einem sektartigen Getränk auf diesen. Es ist auch Brauch immer ein Glas, ja Glas nix Plaste, mehr mit sich führen als tatsächlich benötigt wird. Es gibt dort immer ein paar Menschen, die alleine da stehen und bedröbbelt gucken. Sie freuen sich besonders über ein “Frohes Weihnachten”, einmal anzustoßen und etwas dummes Zeug erzählen. Dann wartet die Menge Mensch auf die Gloriosa.

Dieser zwölf Tönner von St. Bartholomäus fängt so fünf vor fünf an sich einzuschwingen. Ab Fünf hat er die volle Lautstärke erreicht und die restlichen Kirchen in der Innenstadt beginnen sich einzumischen – in das Frankfurter Stadtgeläute und der Frankfurter fängt an sich gemütlich auf Tour zu machen. Das Stadtgeläute klingt in jeder Ecke anders und es gibt verschiedene Harmonien zu entdecken.
Das ist so ein Moment an dem ich mir denke, dass ich in einer richtigen Stadt wohne.

Wäre da nicht diese menschgewordene Abschweifung namens

Olaf Kunnix

Olaf Cunitz.

Der Raum zwischen Dom, Schirn und Technischem Rathaus war früher ein fantastischer Klangraum in dem das Domgeläut richtig zum Tragen kam. Jetzt wurde dort verdichtet. Und noch ein Stadthaus. Und noch ein paar mittelalterliche Neubauten. “Bim” sagt die Gloriosa dazu.
Ja, überall wird verdichtet. Da wird noch etwas teures Wohnen, Innovationsquartier getauft, in eine wichtige Frischluftschneise gequetscht. Jeder schöne Platz wird mit hochwertiger Archtektur (Kuben, nur Kuben) zugebastelt. Natürlich kommt in diese “Architektur” höherwertige Gastronomie (so eine von diesen Frankfurter Mampfkramketten mit Design)
Isch könnt misch ja uffresche. Aber er ist halt auch so ein Grüner, der kann nix dafür. Fehlerhaft sozialisiert. Ist ja bekannt. Unterdrückte Aggression und so.

Es klingelt. Die bucklige Verwandschaft kommt. Ich muss noch schnell etwas Gift ins Essen mischen.

Das Damenprogramm muss weg.

Madame war mal wieder weltweit.
So macht Mann zu Hause Damenprogramm: waschen, bügeln, backen, in die Wirtschaft gehen und dummes Zeug reden. Kultur gab es auch. Ein Schniefefilm namens “Ewige Jugend”. Zum Schluss gab es viele schniefende Männer im Saale. Dito. Zwischendurch wurde auch viel gelacht. Gute Pointen. Gut gesetzt. Schöne Bilder. Kein Kawumm. Damenprogramm eben. Reingehen.


(Kipfermeditation)

Das Schöne an hausfraulichen, händischen Tätigkeiten ist der meditative Effekt. Mann kommt einfach runter. Sinniert über die Welt im Besonderen, im Allgemeinen, im Arschlochigen und im hilflosen Schweben außerhalb jeglicher Realität.
Kipflerlmachen ist sowas. Anfangs sucht Mann noch die schnelle Lösung. Die Dinger sind noch recht gewaltig und unförmig. . Dann werden sie immer kleiner bis sie eine mundgerechte Größe erreicht haben und gut zu greifen sind. Die Stunde der Diplomatie. Wenn sie dann schön Vanillepuderzuckert sind und gut durchgezogen ist die Sache unterschriftsreif.
Der Kaffee kann gekocht werden.

So ist das in Paris zur Klimakonferenz bis zum Menschenmetzeln in Daeschland. So formt Mann Kipferl und denkt was zu tun ist. Zäune bauen? Schrecken nicht ab aber regen nur auf. Schwarze Männer an die Wand malen? In Syrien müssen die Schüler zwei Fremdsprachen lernen. Woanders sind Bücher haram. Die kriegen dann Waffen. Aber was helfen zwei Fremdsprachen wenn es nicht mehr regnet und die Felder verdorren? Zünden wir mal ein paar Häuser an. Statuieren wir Exempel. Wie dunnemals. Mit dem selben Erfolg. Wir können auch das alte Plastikspielzeug vor die Heime kippen. Ihr wisst schon – dass was nicht in die Tonne passt und für den Sperrmüll zu klein ist. Die freuen sich bestimmt. Vielleicht sogar das Trampolin, was vor zwei Jahren bei Aldi im Angebot war – nimmt ja doch keiner mehr.

Wir können sie einfach auf der Straße grüßen. Wäre mal ein Anfang.

Jetzt muss ich aber mal umschweifen sonst mach ich mich fertig.
Letzten Sonntag waren wir wieder mal Weihnachtsmarkten. Im Elsass. Mann muss ja was für das Klima tun. In Haguenau haben wir zweimal den besten Glühwein aller Zeiten getrunken. Einmal vor der Pâtisserie Heitz den bekannten, etwas dünneren, pappsüßen mit den vielen Gewürzen. Der hat auf lieblichste Art den Zahnschmelz weggeprazzelt und schräg gegenüber beim Lions Club einen weißen. Der war so richtig nach Waswegmuss.
Das Rezept wurde mir unter der Hand verraten: Eine Flasche guten Riesling und eine Flasche guten Edelzwicker langsam warm machen.
Wir fuhren dann noch weiter nach Straßbourg. Die EU-Weihnachsmarkthölle mit landestypischen Spezialitäten und LED-Beleuchtung. Es war sehr leer da. Ohne Polizei und Militär sogar richtig leer. Die Standbetreiber wirkten so trostlos wie sonst das Gesamtensemble.

Terror scheint zu funktionieren.

Wenn wir es zulassen.

Der Calvados muss weg

Zuerst und wegen der Ereignisse einen montäglichen Gruß nach Dresden:

Deutsche Papageien fresst deutsche Kartoffeln!

Das war die erste Abschweifung.

Das Mistvieh frisst nämlich keine Äpfel und säuft keinen Calvados. Eher so typische deutsche Lebensmittel, wie Lyoner, Pizza, Spaghetti, Joghurt und Cherrytomaten aus Holland.

Es geht um das Thema der Woche:
Jugendarbeitslosikeit, Perspektivlosigkeit, Vorurteile, gekonnt angewandte Verblödungsstrategien und fehlgeleitete Hormone.
Und um die deutsche Nationalmannschaft im Fußball. Da bin ganz national, sogar international. Junge gerade Männer und Frauen, sollten Familien gründen wie es ihnen passt, einem anständigen Beruf nachgehen und etwas vom Leben haben. Das haben wir weder bei den Salafisten noch bei den Fußballern.
Während sich in meiner Lieblingsstadt (aber zu teuer) Menschen entleiben hocken unsere Helden in den Katakomben des Stadions und nässen sich den Kaschmirpulli ein. Deshalb liebe Attentäter: Wer hat den gesagt, dass die 72 Jungfrauen weiblich sind? Und liebe Rumpelkicker: Wenn eine Attentatsserie gelaufen ist ist Schluss. Da passiert nix mehr. Dann stehen noch ein paar tausend Polizisten rum und trinken Kaffee. Das nennt sich Etatsicherung. Wenn ihr auch nur für einen Funken Anstand hättet wärt ihr raus gegangen und hättet die Marseillaise mitgesungen. Also tränt jetzt nicht rum ihr Mädchen!

Das war die zweite Abschweifung (Rant)

Der Terror ist da. War ja auch nur eine Frage der Zeit bis er da ist. Also sind wir essen gegangen. Zu Herrn Bruno, ein prototypischer Franzose. Kappi auf Rotweinflasche und Baguette und schon haben wir das Original. Eigentlich heißt das Lokal Maaschanz aber jeder geht zum Herrn Bruno. Es gibt wunderbare kleine Bistogerichte mit überschaubarem Sättigungsgehalt – nix für Pegidaanhänger. Sehr schöne offene Weine und eine kleine Keinkunstbühne hat neuerdings auch eingerichtet. Es gab gestern traurige Lieder, die ganz untraurig waren. Aber nicht deshalb sondern wegen dem November. Jedenfalls saß Herr Bruno ganz erfreut im Publikum und zur Pause hat er – sonst ein recht Knauser – mal seinen guten Calvados fließen lassen. Es hat ihm gefallen. Das Leben und die Leute, die kamen.

Ein Franzose halt.