Die Duisbergstraße muss weg.

Schlammcatchen kann nur eine amerikanische Erfindung sein. Geht auch mit Krawatte und Hosenanzug. Möglicherweise wird demnächst auch das wunderschöne deutsche Wort „Fremdschämen“ in das Amerikanische als Lehnwort übernommen. Wahrscheinlich eher nicht. Was brauchen Entwicklungsländer auch Lehnwörter? Denen reichen wahrscheinlich XXL und FoxNews. Hmmm, damit sollte die Präsidentenwahl in den USA wohl hinreichend abgeurlaubt sein. Oder auch nicht. Präsidenten pflegen nicht arm zu sterben. Manche machen sogar richtig Cash damit. Die Frau ist schon hinreichend stiftungsgestopft, und der Möchtegernmilliardär braucht die Kohle. Scheint als als ob ein Geierschwarm über seinem Haarnest kreist.
Nun stellt sich der typische Spender die Frage wer wohl am Besten liefert. Die Frau scheint diesbezüglich zuverlässiger zu sein.

Ich schweife ein.

Von der Miquelallee stadtauswärts rechter Hand sind einige Straßen nach Chemikern benannt. Interessant sind dort drei Namen: Walter vom Rath, Aufsichtsrat bei der IG-Farben.

Carl Duisberg, ein Deutscher vom Scheitel bis zur Sohle. Mindestens. Lesen! Seltsamerweise wurde nach diesem Herrn eine Gesellschaft benannt, die der sprachlichen Verständigung(sic!) dient. Aber erst vierzehn Jahre nach seinem Tod. Greenwashing heißt das.

Die dritten im Bunde waren die Weinberg Brothers: Carl von Weinberg und sein Bruder Arthur. Der Carl hat auch eine Straße in dieser Ecke aber kein Erklärungsschild. Hatten ja auch die falsche Religion, arischerweise. Den Arthur hat es in Theresienstadt erwischt.

Wir hatten in Deutschland auch schon mal eine Wahl. Sie wird heute Machtübernahme schön geredet. Machtübergabe wäre das richtige Wort. Auf die Frage woher dieser österreichische Werbegestalter, vulgo Schildermaler, das viele Geld hatte dürfte wohl bekannt sein. Ein Geber war wohl die IG-Farben.
Die Weinberg-Brüder hatten halt das falsche Blut. Herr Hitler hat geliefert.
Frau Clinton wird auch liefern, sicher. Von Herrn Trump kann man das nicht behaupten.

Die Kuben müssen weg.

Uff, das hat jetzt aber gedauert. War aber faszinierend diese U-Bahnhaltestellebaustelle. Ich musste dort ständig hin um mich vom Fortschritt des Tiefbaus zu überzeugen.
Nochmal von vorne: Der öffentliche Nahverkehr muss doch inklusioniert werden. Da gehen die alten P-Triebwägen halt nicht mehr. Passt ja kein Rollstuhl durch die Türe und so ein Ding über drei Treppenstufen zu wuchten ist auch nicht gerade der Reißer. Wobei Mann ritterlich den jungen, hübschen Müttern gerne beim Kinderwagen behilflich war. Also müssten Hochbahnsteige her. Und neue Gleise. Die quietschen jetzt übrigens. Dafür sind die Züge jetzt auch kürzer und haben weniger Sitzplätze. Als Bonus wird der Fahrgast jetzt schockgefrostet. CO2-neutral.
Für derartige Mini-Baustellen wird natürlich die komplette Straße gesperrt und ein Zeitplan erstellt. 26. März Baubeginn und am Tag nach den Sommerferien fährt der erste Zug. Die Züge fahren seit einer Woche und an einer Haltestelle wird noch gebaut. Zwei Geschäfte haben in dieser Zeit aufgegeben. Das Übliche halt.
Zwei Tage vor der ersten Fahrt haben sie zur Geschäftsbelebung Plakate aufgehängt.


(Eine Flasche Schnaps pro Nase wäre wahrscheinlich zielführender gewesen.)

Interessant fand ich auch den Fortschritt in der Arbeitslogistik.
Früher stand einer am Loch, einer im Loch und einer saß im Bagger. Mit dem Mobilfunk kam dann noch einer dazu, der ständig telefonierte. Damit der nicht so oft telefonierte haben sie ihm noch einen mit einem Plan dazu gestellt. Weil der mit Plan immer ins Loch gefallen ist wurde noch eine Sicherheitsperson abkommandiert. Somit fällt jetzt ein Loch unter das Versammlungsgesetz.
In der Eckenheimer gab es gefühlte zehn Löcher. Weil die Löcher auf verschiedenen Seiten der Straße waren mussten die Gehwege mit Gittern abgetrennt werden und für jeden Straßenseitenwechsel für Fußgänger gab es zwei Einweiser und zwei, die ständig Kaffee für die Einweiser holen durften.

Jetzt bin ich aber abgeschwiffen.

Kommen wir zu den Architekten. Ist schon mal aufgefallen, dass in letzter Zeit nur noch Kuben die Wettbewerbe gewinnen? Gebaut wird dann zwar etwas anderes, aber die Juroren können es wahrscheinlich nicht zugeben: Die Planung erfolgt jetzt am Computer und die Stararchitekten können damit nicht umgehen. Sie können nur Kuben aufziehen. Komplexe Formen kriegen sie nicht hin. Müssten ja die Gebrauchsanweisung lesen. Ein Stararchitekt und lesen. Pffft!

Aber in der Eckenheimer hat sich einer ganz weit nach vorne gewagt und das wurde auch gebaut.

Das sieht doch schon mal aus wie ein Tier, das von einem Kleinkind gemalt wurden. Wir dürfen uns auf etwas gefasst machen.

Foodtrucks müssen weg. Eier auch.

Der gute Kiezneurotiker hat sich darüber gefreut oder gefrustet, dass es die gute Frau Rauscher im Prenzlauer Berg gebeutelt hat. Konnte ja auch nix werden. Wenn schon ein Lokal nach einer stadtbekannten Schnapsdrossel benannt wird, die lediglich dadurch bekannt wurde, dass sie eine Beul am Ei hatte und man nicht mehr nachvollziehen konnte wo das nun herkam. Einer der ungelösten Fälle der hessischen Kriminalgeschichte.

Dann ist auf einem Bild auch noch dieser Pesthauch an Tourikulinarik zu sehen: Ein Frankfurter Schnitzel.
Essen sie es nicht! Nein, das ist keine Frankfurter Spezialität. Eine grüne Soße passt nicht zu Paniertem, jedenfalls keine Frankfurter. Natürlich können Sie es auch mit Bratkartoffeln essen. Dann sollten Sie hinterher jede Menge Schnaps nachtanken. Magentechnisch.

Eine ähnliche Menge an Schnaps brauchen Sie auch für Frankfurts berühmteste Grie Soß, das ist die von der Frau Gisela Paul (Ich empfehle, die Lautstärke des Computers hochzufahren. Es lohnt sich.)

food-truck

Das ist übrigens Frankfurts erster Food-Truck. Frau Paul war mal Büro, wurde abgefunden und hat sich aus Rache einen Grie-Soß-Truck gebastelt. Jetzt verfüttert sie das Zeug für gutes Geld an den ausgewiesenen Standorten Bankern, Brokern und anderen Freiwilligen.
Wir sehen: Das typische Food-Truck-Konzept, das nun tausendfach kopiert wird, nur halt mit anderen Nährmitteln.

Jetzt wird aber mal eingeschwiffen.

Auf die Mogelpackung:

mogelpackung

Das erwerben Sie wenn sie Grie-Soß zubereiten wollen. Genau das. Die Kräuter einzeln bei dem tollen Bauern auf dem Wochenmarkt zu kaufen und die Mengenverhältnisse anzupassen gilt übrigens als unsportlich. Ich habe die Latte etwas höher gelegt und die Kräuter montags gekauft. Das heißt sie wurden spätestens Donnerstags geerntet. Oder glauben Sie ernsthaft so ein mindestentlohnter Rumäne stellt sich sonntags fröhlich, eine lustige Volksweise auf den Lippen, pfeifend auf den Acker und zupft den Kram  vom Gestrüpp?

Die Mogelpackung sieht dann innen so aus:

mogelpackung-offen

Das wird dann verlesen und die Stiele gründlichst entfernt.

mogelpackung-gehackt

Mit dem Messer grob gehackt. Grob!

mogelpackung-gehackt-2

Stolze Besitzer eines Idiotenherdes* werden sich spätestens hier ausblenden.

Der Inhalt einer Mogelpackung wird vermischt mit:
1 Becher saure Sahne (200 Gramm)
1 Esslöffel scharfem Senf (Colmans ist die Messlatte)
Salz
Pfeffer, weiß
Saft einer Zitrone
Alternativ Essig
Keine Eier! Keine Mayonnaise! Kein Joghurt! Kein Frischkäse!

Wenn die Mogelpackung etwas zuviel Petersilie enthält und man sie aus sportlichen Gründen alle verarbeitet hat sollte noch eine Prise Zucker dazu weil es sonst etwas bitter schmeckt (Sie enthält immer zuviel Petersilie)

Abschmecken und dann noch etwas im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dazu gibt es Salzkartoffeln oder Salzkartoffeln und Eier oder Salzkartoffeln und gekochtes Rindfleisch.

mogelpackung-angerichtet

Wer das mal so richtig gut essen möchte geht am Besten in das Gasthaus zum Einhorn in Bonames. Die schlachten noch selbst und keltern ihr eigenes Stöffchen. Natürlich gibt es dort kein Frankfurter Schnitzel. Sie sollten reservieren.

 

 

*Für diesen Link lehne ich jegliche Verantwortung ab. Es sei denn, sie essen gerne Brei.

 

Die Drücker müssen weg. Die Klopfer auch.

Hach Sommerzeit, Schinkenzeit.
Jetzt stehen sie wieder in den Perfettos, Turboedekas und Feinkostläden an um DEN Schinken für das tolle Sommerbuffet zu kaufen. Zwei Jahre in einem Aufwind umtosten Hochalpentrutz unter permanenter Beschallung mit Pachelbel ist dann das Mindeste. 16,95 die 100 Gramm. Den trägt man dann nach Hause, legt ihn in den Kühlschrank. Durch durch eine Tupper-Klappbox geschützt.  Dort hält er dann 14 Tage in der Crisper Zone des French-Door-Wohnkühlschranks.
Er hält. Den Geschmack hat er bereits nach einer Stunde verloren, schmeckt nur noch salzig und tranig. Dann hätte es auch ein Bauernschinken getan. Oder man geht in die Vollen und legt sich ein ganzes Teil vom Schwein zu und lässt dann die Berkel rotieren (Das Teil verdient das Prädikat Männerspielzeug).
So ist es halt wie es ist und weil es so ist wird rechtzeitig der passende Kürbis, sorry Melone, mitbesorgt. Dort läßt sich der Fußlappen prächtig drumwickeln. Mit einem Spießchen sieht es dann aus wie vom Plattenservice und schmeckt auch so. Mit etwas Glück ist wenigstens der Kürbis, sorry Melone, reif.

Und somit schwenke ich ein.

Frauen sind wahnsinnig aggressive Wesen. Das sehen wir am Kürbisstand. Die meisten wuchten das Teil mit einer Hand auf Ohrhöhe und klopfen dann mit dem Todesfinger der Shaolin auf die Schale, dass es nur so knirscht. Am Wiederhall glaubt Frau dann die Reife erkennen zu können. Ob nun ein Melonensamenkorn mit Gehirnerschütterung reif klingt entzieht sich meiner Kenntnis.
Alternativ wird der Kürbis, sorry Melone, mit beiden Klauen auf Brusthöhe genommen und dann fest zusammen gedrückt. Wir sehen wie sich der Deltamuskel spannt, der Bizeps aufwölbt und sich die Brust drohend hebt. Unter dieser Quetschbewegung gibt der Kürbis, sorry  Melone, nach. Widerstand ist zwecklos.

Was kann Mann dann tun wenn er eine reife, unvermanschte Melone ohne Samen mit Gehirnerschütterung erwerben möchte?
Zuerst die Exemplare herausdeuten, die eine sichtbare Druckstelle aufweisen. Eine Kürbisschänderin würde so etwas nicht anfassen. Die Druckstelle ist nicht schlimm, denn irgendwo muss das Ding auf der Erde liegen. Dann wird geschnuppert. Am Bobbes vom Kürbis. Das ist entgegengesetzt von der Stengelseite. Genau dort wo früher die Blüte saß.
Wenn diese Stelle nach Frucht und nicht nach feuchtem Keller ist das Teil reif. Aber es hält keine drei Tage mehr.

Die muss dann weg. Auch ohne Schinken.

Näheres zur Reife von Früchten ist dem wunderbar zu lesenden Buch: Der Mann, der alles isst. Zweiter Gang. zu entnehmen.

 

(Ob jetzt dieser Text frauenfeindlich ist weiß ich nicht. Männer lesen üblicherweise auf ihrem Laufzettel „Melone“ wuchten ein x-beliebiges Ding in den Korb und gehen  dann in Richtung ganzes Tier/Rum/Gin/Whiskey/Bier/Holzkohle/Berkel.)

 

High-Tech muss weg.

Wir waren dann mal zum Grillen.
Es gibt Töpfe, Pfannen, Herde, Öfen zum Kochen, zum richtigen Kochen, aber manchmal muss halt die Rauchsäule gen Himmel steigen. Dann kommt es meistens, dass ich auch noch an dem Ding stehen darf. Nein, ich will da stehen! Ich muss da stehen! Aus Sicherheitsgründen.
Wurst und Fleisch gibt es bei uns nur von Metzgern mit eigenem Schlachthaus, die sich ihre Tiere von Bauern aus der Umgebung liefern lassen. Wenn es das nicht mehr gibt esse ich kein Fleisch mehr. Die waren dieses Mal von der Metzgerei Hammerschmidt in Blankenbach. Sonst hatte ich sie immer von der Metzgerei Freund in Sommerkahl, aber die haben gerade so einen Anfall von Kreativmetzger. Ich hoffe, das legt sich wieder.
Dann muss ich halt am Grill meine Würste beschützen, sie könnten ja mit Bratmaxen, Seitanbratlingen oder gar mit Steaks kontaminiert werden.
Diese Steaks sind sowieso ein Sonderfall. Diese Marinade erinnert mich an das Duschgel vom Schlecker. Riecht auch so. Irgendwas müssen die ja herstellen wo Schlecker als Kunde weggefallen ist. Jedesmal wenn ich die würzige Tunke von dem armen Fleisch abwaschen will hagelt es Proteste. Das schmeckt ja so gut und das ist von Hertha, Vion oder vom Rügenwalder Mühlentarzan. Widerrede ist zwecklos. Das Zeug wird mittels Gluthitze aufgesintert.

Jetzt bin ich aber fast abgeschwiffen.

Fast, weil in so einer Marinade schon mehr High-Tech stecken dürfte als in einem Porsche Turbo. Aber es geht noch doller.
Irgendwann ertönt der Ruf: „Ich habe einen ganz tollen, total leckeren Grillkäse mitgebracht. Machste den mal drauf?“

Denn macht man dann sicherheitshalber in einer Schale. Sonst hätte man ja gleich Schnellbeton oder Zwei-Komponenten-Kleber auf den Grill legen können. Der total leckere, cremige und krosse Grillkäse sieht dann so aus:

Die Optik kennen wir ja von McDonalds, Burger King und Foodora.
Aber diese High-Tech-Komponente hat mich fasziniert. Sie ist sowohl auf der Packung als auch beim real-life Produkt gleich: Die Grillstreifen sind aufgebracht. Egal wie das Teil auf den Rost geworfen wird die Streifen sind da wo sie sein sollen.

Faszinierend!