Die Kuben müssen weg.

Uff, das hat jetzt aber gedauert. War aber faszinierend diese U-Bahnhaltestellebaustelle. Ich musste dort ständig hin um mich vom Fortschritt des Tiefbaus zu überzeugen.
Nochmal von vorne: Der öffentliche Nahverkehr muss doch inklusioniert werden. Da gehen die alten P-Triebwägen halt nicht mehr. Passt ja kein Rollstuhl durch die Türe und so ein Ding über drei Treppenstufen zu wuchten ist auch nicht gerade der Reißer. Wobei Mann ritterlich den jungen, hübschen Müttern gerne beim Kinderwagen behilflich war. Also müssten Hochbahnsteige her. Und neue Gleise. Die quietschen jetzt übrigens. Dafür sind die Züge jetzt auch kürzer und haben weniger Sitzplätze. Als Bonus wird der Fahrgast jetzt schockgefrostet. CO2-neutral.
Für derartige Mini-Baustellen wird natürlich die komplette Straße gesperrt und ein Zeitplan erstellt. 26. März Baubeginn und am Tag nach den Sommerferien fährt der erste Zug. Die Züge fahren seit einer Woche und an einer Haltestelle wird noch gebaut. Zwei Geschäfte haben in dieser Zeit aufgegeben. Das Übliche halt.
Zwei Tage vor der ersten Fahrt haben sie zur Geschäftsbelebung Plakate aufgehängt.


(Eine Flasche Schnaps pro Nase wäre wahrscheinlich zielführender gewesen.)

Interessant fand ich auch den Fortschritt in der Arbeitslogistik.
Früher stand einer am Loch, einer im Loch und einer saß im Bagger. Mit dem Mobilfunk kam dann noch einer dazu, der ständig telefonierte. Damit der nicht so oft telefonierte haben sie ihm noch einen mit einem Plan dazu gestellt. Weil der mit Plan immer ins Loch gefallen ist wurde noch eine Sicherheitsperson abkommandiert. Somit fällt jetzt ein Loch unter das Versammlungsgesetz.
In der Eckenheimer gab es gefühlte zehn Löcher. Weil die Löcher auf verschiedenen Seiten der Straße waren mussten die Gehwege mit Gittern abgetrennt werden und für jeden Straßenseitenwechsel für Fußgänger gab es zwei Einweiser und zwei, die ständig Kaffee für die Einweiser holen durften.

Jetzt bin ich aber abgeschwiffen.

Kommen wir zu den Architekten. Ist schon mal aufgefallen, dass in letzter Zeit nur noch Kuben die Wettbewerbe gewinnen? Gebaut wird dann zwar etwas anderes, aber die Juroren können es wahrscheinlich nicht zugeben: Die Planung erfolgt jetzt am Computer und die Stararchitekten können damit nicht umgehen. Sie können nur Kuben aufziehen. Komplexe Formen kriegen sie nicht hin. Müssten ja die Gebrauchsanweisung lesen. Ein Stararchitekt und lesen. Pffft!

Aber in der Eckenheimer hat sich einer ganz weit nach vorne gewagt und das wurde auch gebaut.

Das sieht doch schon mal aus wie ein Tier, das von einem Kleinkind gemalt wurden. Wir dürfen uns auf etwas gefasst machen.

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5 Gedanken zu “Die Kuben müssen weg.

  1. …Und ich dachte schon, Du schreibst überhaupt nix mehr!

    »Die quietschen jetzt übrigens.« Was der Volksmund ist, so hat der in früheren Zeiten immer behauptet, daß Schuhe die quietschen noch nicht bezahlt sind. Man kann ja gegen Bauernregeln sagen was man will, aber in diesem Falle?

    Und jetzt ist also Origami! Immerhin hat es im bei Lesen des Manuals bis zum Kapitel »Dreiecke können wir übrigens auch!« gereicht.

  2. OOooooch die Haltestelle geht ja noch, die Straßenbahnhaltestelle am Berliner Hauptbahnhof ist noch übler. Bekanntlich kommt der Regen in Berlin immer von vorne, so dass man immer nass wird unter dem toll geschwungenen Dach.
    Bezeichnend auch, die erstklassige Baufirma welche dem Beton Styropor bei gemischt hat um Gewicht zu sparen, gibts tolle Zeitungsartikel drüber.

    Aber noch zwei sofort erkannte Vorteile der oben abgebildeten Haltestelle gegenüber Berliner Haltestellen, sie ist hell erleuchtet und es riecht nicht nach Pisse.

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