Der Thunfisch musste weg.

Das war vielleicht was. Am 7. Juli verabschiedete sich Wolfram Siebeck von diesem Planeten und am 14. Juli fuhr ein Selbstmörder die Promenade in Nizza zu Tode.

Seltsamerweise war mein erster Gedanke, dass ich wieder mal einen Salat Nicoise machen könnte. Der Salat der 80er Jahre laut dem großen Kochverführer. Keiner konnte so gut unbedarfte Menschen zum Genuss verführen wie dieser Narr.

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Das war mein schändlicher Versuch zum Thema.

Man soll sowas nicht im Affekt, nicht nach so einem Scheiß,  machen:
Dosenbohnen, Tomaten aus irgendwoher. Der Rest war OK. Freilandsalat. Isoldeeier, reife Paprika, Öl aus Spanien, Der Djionsenfersatz mit echt Power von Colman(gibt es beim Kaufhof), Rotweinessig, Sardellen(das heißt Sardellen und nicht Anchovis ihr Hunns!) und Gewürze von der Stange.

Ein Salat Nicoise braucht Zutaten der Jahreszeit. Dann wenn sie reif sind.
Für Bohnen war es noch zu früh. Die Tomaten – bitte keine Cocktail- oder Kirschtomaten, die sind süß – brauchen Umami; also diesen gewissen Bizzl im Mund, den gibt es nur zur Tomatenzeit und nicht wenn auf dem Bilster „Junge Tomate zum Mitreisen gesucht“ steht. Bei den Bohnen ist es ebenso. Wer Gummi kauen will isst Pulporinge im Bierteig.
Und woran erkenne ich jetzt Freilandsalat? Am Dreck! Ja, den muss man gründlich waschen und trockenschleudern. Dafür schmeckt er auch nicht wie ein Tempotaschentuch.

Also nächster Anlauf im August.
Die Tomate heißt dann Harzfeuer oder Hellfrucht. Ist ausgereift und einen Tag vorher vom Strauch gestrubbelt. Keine Ahnung wie die Bohne heißt, vielleicht kleine Rheinländerin oder Lady Di, aber sie besteht den Biegeversuch indem sie durchbricht.

Jetzt fragt der kundige Nicoiser wo denn der Thunfisch sei. Antwort: Ich mag ihn nicht.
Und wie hältst du es mit den Kartoffeln? Gerne. Aber sie müssen vorher gekocht und mariniert werden. Das geht bei Frust nicht.
Welche Sardellen? Ich nehme die in Salz und wässere sie 10 Minuten. Die sind besser für die Optik.

Meine Güte, jetzt bin ich aber mal wieder abgeschwiffen.

Wer will sich schon zum Wahnsinn äußern.
Es gibt immer so Lo(o)ser, die sich dafür hergeben irgendwelchen Kleinkindern Schnaps und Zigaretten zu besorgen. Dafür sind sie dann bei den Kleinkindern der King und das brauchen sie für ihr verkorkstes Ego.
Dann gibt es Looser, die eine gewisse hochriskante Lebensspanne – auch Adoleszenz  genannt – für ihre sinisteren Zwecke ausnutzen. Bei einer Wehrpflicht ist das ja noch staatlich gedeckt aber bei gewöhnlichem Selbstmord braucht es schon Trittbrettfahrer der traurigen Sorte.

Sie haben gerade einen Lauf.

Die zweite hochriskante Lebensphase ist übrigens kurz nach Eintritt ins Rentenalter.

 

 

 

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4 Gedanken zu “Der Thunfisch musste weg.

  1. Nach dem Lesen dieses Textes habe ich Hunger auf eine Pizza mit Sardellen bekommen. Ich sollte mich beeilen, denn wir wissen ja alle aus Futurama, dass die Anchovis, wie der Ami sie nennt, bald aussterben werden.

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