Der Kühlschrank muss weg.

Wir alle wissen: Das Leben ist hart, grausam, ungerecht und Burger King stinkt. Aus diesem Grunde gibt es heimisches Essen. Also Selbstgekochtes. Manchmal. Manchmal könnte der Gedanke kommen, dass ich der Einzige bin, der noch Kartoffeln heimschleppt. Dabei sind das ganz hervorragende Lebensmittel mit Zweitfunktion: Man kann damit den prekären Radlern von Footolia und Delieverooooo drohen. Das ist eh‘ sehr beliebt: Den Prekären drohen. Rohe Kartoffeln sind die Höchststrafe und heiße will man erst gar nicht in die Hand nehmen.

Wohin bin ich denn jetzt wieder abgeschwiffen?

Achja, Kartoffelspace. Kühlschranktechnisch mit kartoffelsäckchengroßem Gemüsefrischhaltespace in Schubladenform. Der alte Kühlschrank hatte Dichtungskrebs mit Dauerlauf. War quasi komplett uncool.
Bis dahin nachvollziehbar? Ok.
Jetzt geht es los: Die ganze Welt diskutiert über Kühlschränke, die Waren selbstständig ordern können – wobei diese höchstens zur Präzisionsmast für Fitnesssüchtige mit elektronischem Sklavenring tauglich wären. Aber warum redet niemand über Kühlschränke, die einfach mal so in die Küche passen? Als uns der Verkäufer diese Riesendinger mit zwei Türen und Eiswürfelspender zeigte meinte ich nur: „Wir haben schon eine Wohnung“. Die bessere Hälfte: „Wie macht man das sauber?“
Also eine Nummer kleiner. Als wir nun und doch mussten wir beim Nachmessen feststellen, dass die Dinger einfach immer dicker geworden sind. Das Küchenmaß ist 60cm und nicht irgendwas zwischen 65 und schlagmichtot. Ich möchte am Esstisch sitzen, den Menschen sehen den man gerne hat und kein Designobjekt passend zu einem fünf Minuten Frühstückshaps am Stehtresen. Fastfood at home – soweit käme es noch.
Samsung hat das wohl erkannt. Baut das. Ist echt schweineteuer* und hat bislang noch nicht gebrannt.

Weil schön und neu musste auch eine neue Steckdose in die Wand und so konnte ich durch archäologische Ausgrabungen historische Kupferspartechniken kennenlernen.

Echtes Handwerk

Ja, die haben in den Fünfzigern eine komplette Wohnung mit einem Kabel verdrahtet. Incl. Keller. Deshalb fliegt beim Laserdrucken die Sicherung raus wenn gleichzeitig gebügelt und mikrogewellt wird. Eine fest verbaute Energieverbrauchsbremse. Frau Hendrick übernehmen Sie!

*(100 Euro billiger als ein Idiotenherd von Thermo und Mix.)

Foodtrucks müssen weg. Eier auch.

Der gute Kiezneurotiker hat sich darüber gefreut oder gefrustet, dass es die gute Frau Rauscher im Prenzlauer Berg gebeutelt hat. Konnte ja auch nix werden. Wenn schon ein Lokal nach einer stadtbekannten Schnapsdrossel benannt wird, die lediglich dadurch bekannt wurde, dass sie eine Beul am Ei hatte und man nicht mehr nachvollziehen konnte wo das nun herkam. Einer der ungelösten Fälle der hessischen Kriminalgeschichte.

Dann ist auf einem Bild auch noch dieser Pesthauch an Tourikulinarik zu sehen: Ein Frankfurter Schnitzel.
Essen sie es nicht! Nein, das ist keine Frankfurter Spezialität. Eine grüne Soße passt nicht zu Paniertem, jedenfalls keine Frankfurter. Natürlich können Sie es auch mit Bratkartoffeln essen. Dann sollten Sie hinterher jede Menge Schnaps nachtanken. Magentechnisch.

Eine ähnliche Menge an Schnaps brauchen Sie auch für Frankfurts berühmteste Grie Soß, das ist die von der Frau Gisela Paul (Ich empfehle, die Lautstärke des Computers hochzufahren. Es lohnt sich.)

food-truck

Das ist übrigens Frankfurts erster Food-Truck. Frau Paul war mal Büro, wurde abgefunden und hat sich aus Rache einen Grie-Soß-Truck gebastelt. Jetzt verfüttert sie das Zeug für gutes Geld an den ausgewiesenen Standorten Bankern, Brokern und anderen Freiwilligen.
Wir sehen: Das typische Food-Truck-Konzept, das nun tausendfach kopiert wird, nur halt mit anderen Nährmitteln.

Jetzt wird aber mal eingeschwiffen.

Auf die Mogelpackung:

mogelpackung

Das erwerben Sie wenn sie Grie-Soß zubereiten wollen. Genau das. Die Kräuter einzeln bei dem tollen Bauern auf dem Wochenmarkt zu kaufen und die Mengenverhältnisse anzupassen gilt übrigens als unsportlich. Ich habe die Latte etwas höher gelegt und die Kräuter montags gekauft. Das heißt sie wurden spätestens Donnerstags geerntet. Oder glauben Sie ernsthaft so ein mindestentlohnter Rumäne stellt sich sonntags fröhlich, eine lustige Volksweise auf den Lippen, pfeifend auf den Acker und zupft den Kram  vom Gestrüpp?

Die Mogelpackung sieht dann innen so aus:

mogelpackung-offen

Das wird dann verlesen und die Stiele gründlichst entfernt.

mogelpackung-gehackt

Mit dem Messer grob gehackt. Grob!

mogelpackung-gehackt-2

Stolze Besitzer eines Idiotenherdes* werden sich spätestens hier ausblenden.

Der Inhalt einer Mogelpackung wird vermischt mit:
1 Becher saure Sahne (200 Gramm)
1 Esslöffel scharfem Senf (Colmans ist die Messlatte)
Salz
Pfeffer, weiß
Saft einer Zitrone
Alternativ Essig
Keine Eier! Keine Mayonnaise! Kein Joghurt! Kein Frischkäse!

Wenn die Mogelpackung etwas zuviel Petersilie enthält und man sie aus sportlichen Gründen alle verarbeitet hat sollte noch eine Prise Zucker dazu weil es sonst etwas bitter schmeckt (Sie enthält immer zuviel Petersilie)

Abschmecken und dann noch etwas im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dazu gibt es Salzkartoffeln oder Salzkartoffeln und Eier oder Salzkartoffeln und gekochtes Rindfleisch.

mogelpackung-angerichtet

Wer das mal so richtig gut essen möchte geht am Besten in das Gasthaus zum Einhorn in Bonames. Die schlachten noch selbst und keltern ihr eigenes Stöffchen. Natürlich gibt es dort kein Frankfurter Schnitzel. Sie sollten reservieren.

 

 

*Für diesen Link lehne ich jegliche Verantwortung ab. Es sei denn, sie essen gerne Brei.