Die Mikrowelle muss weg(2)

Bratkartoffelverhältnis – ein wunderschönes Wort für ein geschlampertes Verhältnis, das keines ist. Es gibt, so wie es fiskalische Gründe für Hochzeit gibt, finanzielle Gründe es zu lassen. Das Verehelichen. Das war früher strafbar also hat Paar es kulinarisch besiegelt.

Ehevertrag

Die Kartoffeln schälen. Nach Feng-Shui-Regeln schnippeln.
Ein Plastikdings (mikrowellenfest) mit etwas Wasser befüllen. Beispielsweise Curcuma und getrockneten Majoran etwas einrühren. Was nun das Marinieren der Kartoffeln betrifft: Experimentieren! Garam Massala, Thymian, Knoblauch-Ginger-Paste. Egal.

In die Mikrowelle: 30 Sekunden bei 100% die Gewürze aufschließen. Kartoffeln dazu. 8 1/2 Minuten bei 80% garen. (Konservative können das natürlich auf dem Herd veranstalten, Thermomixer müssen draußen bleiben)
Kartoffeln abgießen, kurz abbrausen um die Gewürzkrümel zu entfernen. (Brennen gerne an)
Abtropfen lassen. Gegebenenfalls vor der Haustüre im Geschirrhandtuch trockenschleudern.
Neutrales Öl in die Pfanne. Guter Esslöffel reicht in der Beschichteten.
Bratkartoffeln bei mittlerer Hitze anbräunen. Zum Schluss noch etwas Butter für den Geschmack. Nach Gusto salzen. Fertig.

Wer gute Bratkartoffeln kann braucht auch nicht vor Testosteron zu stinken.

Ja, es hinkt aber irgendwie muss ja mal das Thema wechseln.

Zur Platte – Domplatte zu Köln würde ja auch passen.
Platte = Testosteronüberschuss. Krach, Ellenbogen, Dicker Hals.
Wenn es doch so einfach wäre. Nochmal.
Wenn es doch so einfach wäre müssten dann alle fürsorglichen Frauen als gestagentriefende Gebärmaschinen bezeichnet werden. Wäre schon arg. Macht man nicht. Aus Gründen. Weil es nicht stimmt. Beim Testosteron auch nicht.

Das hat etwas mit Kultiviertheit zu tun. Nicht mehr und nicht weniger.

Kultur und Gestank.
Ungewaschene Männer im besten Testosteronalter in der ungelüfteten Tram. Sommers. Ich frage mich ernsthaft weshalb so ein Drüsenkram, wie Moschus, Ambra, Zibet & Bibergeil in der Damenwelt so beliebt sind und die Küche nach einer Bratkartoffelaktion so nach Fett riecht.

Tikerscherk hat zum Hauptsache händisch geladen. Dem komme ich hiermit gerne nach.

Die Meinungsfreiheit musste weg

Als professioneller Berufsdemonstrant muss Mann halt mal die bedeutenden Demos miterlebt haben. Freundlicherweise haben sie auch einige für etwas ältere Säcke aufgehoben. Dort kann der gekrümmte aber ungebeugte Altrevolutionär auch noch gemächlich mit dem AOK-Chopper hinterher dackeln.
So dachte ich mir mittelalt, wie ich mich fühle, den Altersschnitt der Liebknecht-Luxemburg-Demo grandios nach unten ziehen zu können habe mein Partei-Abzeichen angepinnt,

DiePARTEI ist sehr deutlich!

die Waswegmusserin eingehakt und los ging’s.
War das eine Masse Mensch. So wie am 26. Juli in Havanna – aber nur gefühlt. Es war sehr viel junges Volk dabei und alte Junge[ns]. Wir haben uns taktisch gut eingereiht. Bei Mistwetter am besten hinter einem großen, hohen Transparent. Vor uns spielte das Schalmeienorchester der Jungen Falken revolutionäre Weisen. Wenn sie nicht von einem verbiesterten Alten an der verstimmten Gitarre geknarzt werden können die richtig gut klingen. (Wer hat hier Biermann gerufen?)

Das war das Setting. Was fehlte waren die roten Nelken und erbracht wurde ein Beweis:
1. Kommunisten und Sozialisten haben immer Recht.
2. Kommunisten und Sozialisten kriegen es einfach nicht gebacken.

Während die MLDP ihre Parteispende sofort für Drucksachen, die keiner haben wollte, verpulverte machten die Vietnamesen am Straßenrand die Geschäfte und der Markt regelte sich von selbst.
Am Anfang der Strecke:

(Auf dem Täfelchen steht: Nelken für Karl und Rosa. 1 Stück -,80; 5 Stück 3,5)
Der Preis stieg dann im Laufe der Strecke auf 1,0. Auf dem Friedhof wurden sie dann verschenkt. Das nennt man Schweinezyklus.

Erstmal ein Demobild

Standplatz.

und dann wird ungeschwiffen. So!

Etwas nervt mich wenn manche jungen Schreihälse die LL-Demo zur LLL-Demo* ummünzen wollen.
Liebknecht und Luxemburg wurden ermordet weil damals Leute mit einer anderen Meinung einfach final fertiggemacht wurden. Zack, Landwehrkanal – fertig.
Heute sind die Mittel wesentlich feiner und gerade die Linke tschernobylt da gerne vor sich hin. Während die normalen(?) Parteien ihre Verteidigungslinien schon gestellt haben, die Quartalslügner die Mikros heißbabbeln wartet die gepflegte Linke auf das Wort von S.W., G.G. & Co. und diskutiert das noch aus[giebigst]. Leidet das in eine soliden Streit um und gründet sofort Organisationen, die sich gegenseitig beäugen und sich aktivst beflugblättern.

Ob das jetzt gut ist oder nicht weiß ich auch nicht.

*LLL-Demo: Liebknecht, Luxemburg, Lenin. Lenin wurde nicht ermordet sondern starb an den Folgen eines Schlaganfalls. Warum wird eigentlich Liebknecht immer zuerst genannt? Die Luxemburg hatte doch den Schirm in der Hand und verstand ihn trefflichst zur führen.

Watchblogs müssen weg

Das freundliche Pantouffle hat mich gebeten ein Watchblog zum Thema Klima und Zschäpe zu machen. Außerdem wollte es noch ein Bild vom Christstollen.

So ein Christstollen muss halt ziehen. Mindestens drei Wochen. Klassischerweise im Kasten unter der Eckbank. Dort wo früher auch das Strickzeug und die alten Zeitungen waren. Quasi die Weihnachtszeit reifend untertunneln weil es normalerweise sowieso erst im Januar kalt wird und dann erst die vielen Kalorien benötigt werden. Aber das wissen Sie sicherlich.

Womit wir beim Wetter wären. Wenn es dieses Jahr im Winter nicht kalt wird ist es das Wetter. El Nino. Vielleicht.
Mit dem Klima verhält es sich etwas anders. Dafür gibt es Referenzzeiträume. Momentan werden die Werte mit dem Referenzzeitraum 1961-1990 verglichen. Der aktuelle Zeitraum erstreckt sich von 1991-2020. Genau: 2020! Die Klimadaten innerhalb dieser Zeiträume werden gemittelt und daraus Referenzwerte errechnet. Dann werden die Zeiträume verglichen. Wenn man sich etwas weiter informieren will sind die Webseiten vom Deutschen Wetterdienst sehr(!!!) bildend. Natürlich könnte man auch bei World Meteroligical Organisation nachgucken.
Zu Anfang hat man noch versucht die Sache etwas zu schönen indem die Referenzzeiträume etwas verschoben wurden. Aber wie Behörden nun mal sind: „Referenzzeitraum ist Referenzzeitraum und damit Usus!“ musste die Politik klein beigeben. Sie tut zumindest so. Schließlich nähert sich das Jahr 2020 mit Riesenschritten. Also Standardprogramm: Zuerst werden Konferenzen abgehalten, die rein gar nichts bringen. Dann wird auf DIE Konferenz zugearbeitet. Paris. Stunde der Diplomaten. Das Klima hat sich um maximal 2°Celsius zu erhöhen. Gewünscht sind 1,5°Celsius. Dazu werden flankierende Maßnahmen getroffen. Weniger Kohle. Mehr Wald.
„Sollten“ heißt irgendwo im Abkommen. War ein Druckfehler. Hätte „sollen“ heißen sollen. Alle hüpfen durch die Gegend und sind glücklich. Peking hat seinen Kohlesmog und Sumatra seine Waldbrände.

Was machen wir nun mit dem Verfassungsschutz? Frau Zschäpe sollte ihm vorstehen. Sie hat wenigstens genügend praktische Erfahrung, hinreichend Gedächtnislücken und kein Parteibuch.
Das war keine schriftliche Aussage sondern ein Bewertungsschreiben. Hat mal wieder keiner Verstanden.

Das war jetzt aber wieder politisch. Schweifen wir auf das Kulinarische ein.

Ist unten etwas dunkel geworden. Dunkles Mehl schmeckt bitter. Wegschneiden.
Was sonst noch? Die Sukkade wird natürlich selbst geschnitten. Die Sultaninen und Korinthen baden zwei Tage in Rum. Der Gag ist das Marzipan. Es wird eingefroren und während die Maschine knetet in den Teig geraspelt.

Käffchen. Schön.

Cunitz muss weg

Das Schlimmste ist überstanden.

Nix wie weg!

Die Buden wurden abgeschlagen. Der Weihnachtsmarkt ist vorbei. Vorerst.
Der Geruch von übertaktetem glühweinartigen Getränk ist verraucht. Ebenso der Nasenblaster von verbrannter Schokolade und qualitätsgeprüftem Überbackkäse. Ein Tag ist noch der Standplan auf dem Pflaster zu sehen. Der Fettglanz schimmert glitschfreudig auf den Laufwegen. Der christliche Brauch vor dem bevorstehenden Fest „Christi Geburt“ zu fasten wird genau eingehalten. Schrottfasten.

Am 24. Dezember um exakt kurz vor 17:00 empfiehlt sich der Römerberg. Wer sich der Stadt verbunden fühlt begibt sich mit einem sektartigen Getränk auf diesen. Es ist auch Brauch immer ein Glas, ja Glas nix Plaste, mehr mit sich führen als tatsächlich benötigt wird. Es gibt dort immer ein paar Menschen, die alleine da stehen und bedröbbelt gucken. Sie freuen sich besonders über ein „Frohes Weihnachten“, einmal anzustoßen und etwas dummes Zeug erzählen. Dann wartet die Menge Mensch auf die Gloriosa.

Dieser zwölf Tönner von St. Bartholomäus fängt so fünf vor fünf an sich einzuschwingen. Ab Fünf hat er die volle Lautstärke erreicht und die restlichen Kirchen in der Innenstadt beginnen sich einzumischen – in das Frankfurter Stadtgeläute und der Frankfurter fängt an sich gemütlich auf Tour zu machen. Das Stadtgeläute klingt in jeder Ecke anders und es gibt verschiedene Harmonien zu entdecken.
Das ist so ein Moment an dem ich mir denke, dass ich in einer richtigen Stadt wohne.

Wäre da nicht diese menschgewordene Abschweifung namens

Olaf Kunnix

Olaf Cunitz.

Der Raum zwischen Dom, Schirn und Technischem Rathaus war früher ein fantastischer Klangraum in dem das Domgeläut richtig zum Tragen kam. Jetzt wurde dort verdichtet. Und noch ein Stadthaus. Und noch ein paar mittelalterliche Neubauten. „Bim“ sagt die Gloriosa dazu.
Ja, überall wird verdichtet. Da wird noch etwas teures Wohnen, Innovationsquartier getauft, in eine wichtige Frischluftschneise gequetscht. Jeder schöne Platz wird mit hochwertiger Archtektur (Kuben, nur Kuben) zugebastelt. Natürlich kommt in diese „Architektur“ höherwertige Gastronomie (so eine von diesen Frankfurter Mampfkramketten mit Design)
Isch könnt misch ja uffresche. Aber er ist halt auch so ein Grüner, der kann nix dafür. Fehlerhaft sozialisiert. Ist ja bekannt. Unterdrückte Aggression und so.

Es klingelt. Die bucklige Verwandschaft kommt. Ich muss noch schnell etwas Gift ins Essen mischen.

Das Damenprogramm muss weg.

Madame war mal wieder weltweit.
So macht Mann zu Hause Damenprogramm: waschen, bügeln, backen, in die Wirtschaft gehen und dummes Zeug reden. Kultur gab es auch. Ein Schniefefilm namens „Ewige Jugend“. Zum Schluss gab es viele schniefende Männer im Saale. Dito. Zwischendurch wurde auch viel gelacht. Gute Pointen. Gut gesetzt. Schöne Bilder. Kein Kawumm. Damenprogramm eben. Reingehen.


(Kipfermeditation)

Das Schöne an hausfraulichen, händischen Tätigkeiten ist der meditative Effekt. Mann kommt einfach runter. Sinniert über die Welt im Besonderen, im Allgemeinen, im Arschlochigen und im hilflosen Schweben außerhalb jeglicher Realität.
Kipflerlmachen ist sowas. Anfangs sucht Mann noch die schnelle Lösung. Die Dinger sind noch recht gewaltig und unförmig. . Dann werden sie immer kleiner bis sie eine mundgerechte Größe erreicht haben und gut zu greifen sind. Die Stunde der Diplomatie. Wenn sie dann schön Vanillepuderzuckert sind und gut durchgezogen ist die Sache unterschriftsreif.
Der Kaffee kann gekocht werden.

So ist das in Paris zur Klimakonferenz bis zum Menschenmetzeln in Daeschland. So formt Mann Kipferl und denkt was zu tun ist. Zäune bauen? Schrecken nicht ab aber regen nur auf. Schwarze Männer an die Wand malen? In Syrien müssen die Schüler zwei Fremdsprachen lernen. Woanders sind Bücher haram. Die kriegen dann Waffen. Aber was helfen zwei Fremdsprachen wenn es nicht mehr regnet und die Felder verdorren? Zünden wir mal ein paar Häuser an. Statuieren wir Exempel. Wie dunnemals. Mit dem selben Erfolg. Wir können auch das alte Plastikspielzeug vor die Heime kippen. Ihr wisst schon – dass was nicht in die Tonne passt und für den Sperrmüll zu klein ist. Die freuen sich bestimmt. Vielleicht sogar das Trampolin, was vor zwei Jahren bei Aldi im Angebot war – nimmt ja doch keiner mehr.

Wir können sie einfach auf der Straße grüßen. Wäre mal ein Anfang.

Jetzt muss ich aber mal umschweifen sonst mach ich mich fertig.
Letzten Sonntag waren wir wieder mal Weihnachtsmarkten. Im Elsass. Mann muss ja was für das Klima tun. In Haguenau haben wir zweimal den besten Glühwein aller Zeiten getrunken. Einmal vor der Pâtisserie Heitz den bekannten, etwas dünneren, pappsüßen mit den vielen Gewürzen. Der hat auf lieblichste Art den Zahnschmelz weggeprazzelt und schräg gegenüber beim Lions Club einen weißen. Der war so richtig nach Waswegmuss.
Das Rezept wurde mir unter der Hand verraten: Eine Flasche guten Riesling und eine Flasche guten Edelzwicker langsam warm machen.
Wir fuhren dann noch weiter nach Straßbourg. Die EU-Weihnachsmarkthölle mit landestypischen Spezialitäten und LED-Beleuchtung. Es war sehr leer da. Ohne Polizei und Militär sogar richtig leer. Die Standbetreiber wirkten so trostlos wie sonst das Gesamtensemble.

Terror scheint zu funktionieren.

Wenn wir es zulassen.

Der Calvados muss weg

Zuerst und wegen der Ereignisse einen montäglichen Gruß nach Dresden:

Deutsche Papageien fresst deutsche Kartoffeln!

Das war die erste Abschweifung.

Das Mistvieh frisst nämlich keine Äpfel und säuft keinen Calvados. Eher so typische deutsche Lebensmittel, wie Lyoner, Pizza, Spaghetti, Joghurt und Cherrytomaten aus Holland.

Es geht um das Thema der Woche:
Jugendarbeitslosikeit, Perspektivlosigkeit, Vorurteile, gekonnt angewandte Verblödungsstrategien und fehlgeleitete Hormone.
Und um die deutsche Nationalmannschaft im Fußball. Da bin ganz national, sogar international. Junge gerade Männer und Frauen, sollten Familien gründen wie es ihnen passt, einem anständigen Beruf nachgehen und etwas vom Leben haben. Das haben wir weder bei den Salafisten noch bei den Fußballern.
Während sich in meiner Lieblingsstadt (aber zu teuer) Menschen entleiben hocken unsere Helden in den Katakomben des Stadions und nässen sich den Kaschmirpulli ein. Deshalb liebe Attentäter: Wer hat den gesagt, dass die 72 Jungfrauen weiblich sind? Und liebe Rumpelkicker: Wenn eine Attentatsserie gelaufen ist ist Schluss. Da passiert nix mehr. Dann stehen noch ein paar tausend Polizisten rum und trinken Kaffee. Das nennt sich Etatsicherung. Wenn ihr auch nur für einen Funken Anstand hättet wärt ihr raus gegangen und hättet die Marseillaise mitgesungen. Also tränt jetzt nicht rum ihr Mädchen!

Das war die zweite Abschweifung (Rant)

Der Terror ist da. War ja auch nur eine Frage der Zeit bis er da ist. Also sind wir essen gegangen. Zu Herrn Bruno, ein prototypischer Franzose. Kappi auf Rotweinflasche und Baguette und schon haben wir das Original. Eigentlich heißt das Lokal Maaschanz aber jeder geht zum Herrn Bruno. Es gibt wunderbare kleine Bistogerichte mit überschaubarem Sättigungsgehalt – nix für Pegidaanhänger. Sehr schöne offene Weine und eine kleine Keinkunstbühne hat neuerdings auch eingerichtet. Es gab gestern traurige Lieder, die ganz untraurig waren. Aber nicht deshalb sondern wegen dem November. Jedenfalls saß Herr Bruno ganz erfreut im Publikum und zur Pause hat er – sonst ein recht Knauser – mal seinen guten Calvados fließen lassen. Es hat ihm gefallen. Das Leben und die Leute, die kamen.

Ein Franzose halt.

Der Marathon muss weg. Der Triathlon auch.

Wenn der geneigte Leser nun denkt jetzt motzt er über gesperrte Straßen umgeleitete Straßenbahnen, Hubschraubergeknatter und grenzdebile Supporter der irrt. Ich gucke da gerne zu, esse Bratwürste, trinke Bier und lausche den Sambatruppen, die den Akteuren noch mal so richtig Beine machen wenn sich der Hungerast zum Wald erwächst und die Beine weg zu sacken drohen.
Wir machen statt Sport einen Sambawalk. Ist ja eine echte Alternative.
Die Trommelbanden sind sowieso das Höchste. Warum gibt es die bei Demos nicht? Im Sambarhythmus durch die Straßen getanzt, so ein Federdings auf dem Kopf, mal ganz toll mit dem Hintern wackeln und freudig das Banner geschwenkt. Das hätte was. Nicht immer dieser tröge Alukappensingsang. „Ein Hoch, ein Hoch, der internationalen…“ „Deutsche Waffeln, deutsches Geld….“ Wir kennen das ja. Lediglich die Partei die Partei skandiert „Irgendwas!“ Das ist schon mal ein Ansatz aber vom Samba noch meilenweit entfernt. Außerdem wollen die Frauen auch mal sehen, dass beim Mann was wackelt.

Also Männer: Die Welt braucht einfach mehr Samba!

Lassen wir mal so stehen.

Was für eine Abschweifung!

Es geht natürlich um das Danach. Deshalb kommt jetzt ein Aufregerfoto mit Hassobjekten:

Symbolbild

Pappbechern(Einweg), Polizei, Drängelgitter, Straßenschlucht und die Gaststätte zum Bitburger.
Alles drauf. Fast alles. Die Wurst fehlt. Aber darum geht es natürlich auch nicht. Wer sich über sowas aufregt fotografiert auch seinen Hamburger vom Mäcces.

Also wenn es auf der Straße so aussieht sind die Maranthen, Triathleten und die Sambawalker schon längst im Riedbad saunieren und relaxen. Das führt zu Konflikten.
Normalerweise herrscht hier friedliche Koexistenz zwischen Ausdauersportlern, schließlich ist es das einzige Hallenbad mit 50 Meter-Bahn in Frankfurt, und Normalos. Es kommen immer die gleichen Leute. Die einen trinken ihr Eiweißgesöff und die anderen Weizenbier. Der nicht mehr ganz so junge Latin Lover hat seine nicht mehr ganz so junge Frauenschar in eine Charmecloud gepackt. Ein weißer und ein schwarzer Budda sitzen beim letzten Aufguss immer oben und leiden freudigst. Ein freundlicher Umgang miteinander.
Nur zu den Ausdauer-Großveranstaltungen wird die Sauna mit Zwangsbeglückern überschwemmt. Die Mehrzahl sind einzelne Männer. Manchmal kommen auch Männer mit ihrer grenzdebilen Supporterfamily.
Dann wird relaxt bis es wehtut. Jeder Joke unter Bekannten wird mit einem „Das ist eine Ruhezone!“ gemaßregelvollzugt. Das natürlich am liebsten an der Theke.
Gegipfelt wird das von Ehefrauen der Heldenmänner, die mit dem „Thilo-du-schaffst-das-Hemdchen“ von Spreadshirt. Sie nehmen dann gerne im Saunabad die allseits bekannte Yoga-Position raumgreifender Spasmus ein und bewachen ihre Scham. Mit Blicken. Nicht wissend, dass Männer immer das Hinterteil checken. Wo wir wieder beim Samba wären.

Also Männer: Die Welt braucht einfach mehr Samba!

Mann kann es gar nicht oft genug wiederholen.

Die Zeil muss weg

Samstag ist immer ein toller Tag um Humanströmungslehre am lebenden Objekt zu studieren. Schließlich wird der Massenmensch fluid. Von der Hauptwache Richtung Konsti befindet sich die Hauptströmung auf der rechten Seite. In umgekehrter Richtung natürlich auch rechts. Nur anders herum. Wegen der außenliegenden Ab- und Zuflüsse. Dann gibt es noch kleine Gegenströmungen in der Mitte.
Um die Sache etwas spannender zu gestalten fügen die Wissenschaftler vom Gewerbeaufsichtsamt Turbulenzen ein. So kann die Viskosität der fluiden Menschenmassen bestens beobachtet werden.
Statische Elemente hierbei sind: Wurstbuden, Alleebäume, Brunnen, die Punker mit ihren Hunden, die Traffiq-Tonne mit ihrem Berbergerinsel im Strömungsschatten und der Erzeugermarkt auf der Konsti.
Dann gibt es frei verschiebbare Elemente. Kleinkünstler, auch die Kelly-Family hat jahrelang die Zeil bedröhnt, die offenbar eine symbiotisch mit den Taschendieben ihre Turbulenzen bilden. Religionen wirken sich vollkommen unterschiedlich auf das Fließverhalten aus. Die Zeugen Jehovas und Jean Jules Tatchouop mit seiner Solarreligion an beiden Enden der Straßen positioniert bewirken rein gar nichts. Juden, die manchmal mit ihren Mobillaubhütten vorbeischauen und Palmwedeln sorgen für ein lustiges Ausweichschwappen. Lediglich die Koranverteiler haben im Zeitlauf eine gewisse Änderung des Strömungsverhaltens bewirkt. Sie wurden zuerst nicht beachtet. Dann hatten sie noch ein Rekrutierungsbüro aufgeschlagen zu dem eine Tropfmenge konvertierte. Darauf wurde der IS-Faktor geschaltet. Eine Hundertschaft Bereitschaftpolizisten wurde als Wehr eigestellt. Die Strömung wurde somit vor einem Strudel gewarnt und begann ihn ausgiebigst zu beschimpfen auch ein psychosoziale Beschwörelemente konnte den Trombus nicht lösen. Irgendwann ging Strudel resigniert weg und brachte die hochsubventionierte Halalwurst ins Spiel.
Wurscht für einsfuffzig (Helau zu 1,50 €)

Diese Helauwurst vertrieb dann den richtigen Bratwurstverkäufer von seinem angestammten Platz.
Unhelauwurst für einsneuzig (Metzger 1,90 €)

Strömungs- und strudeltechnisch ist die LIES!-Bewegung bei den Zeugen Jehovas angelangt. Nur der Bratwurstrudel hat sich verlagern müssen.

Immer diese Abschweifungen.

Was an diesem Strömungsexperiment wirklich stört sind die freien Elemente. Wir kennen sie. Leute, die unvermittelt vor der Nase stehenbleiben und erstmal gucken müssen wie ein Auto, die radikalen Quergänger, die Einmann-Gegenströmung und die plötzlichen Familientreffen.
Deshalb: Samstags nicht auf die Zeil sondern am Erzeugermarkt einen leckeren Schobben vom Sattler einströmen lassen.

Die Einheit muss weg.

Blöder Titel. Das klingt schon mal wie so ein Pegida-Hasser-Dings. So eines mit interviewten Lügenpresse- und Volksfahrräderleuten, die sich den X-ten 9.November herbei motzen wollen. Jedenfalls üben sie sich schon mal mit Do-it-yourself. Dieser selbstgebastelte Galgen mit den laminierten Verwünschungen. Merkel und Gabriel an einer Dachlatte aufhängen, mal rein statisch betrachtet: Junge so wird das nichts mit dem Job beim deutschen Handwerker.
In Berlin wurde gar ein Guillotinenimitat mitgeführt. Also liebe Möchtegernrevoluzzer von der DIY-Front: Da mögen sich zwar ein paar Leute pflichtschuldigst empören aber gerade der Galgen und die Guillotine sind der Beweis, dass Revolutionen nicht funktionieren – sie haben noch nie funktioniert.
„Und was ist mit der Wende, der friedlichen Revolution 1989?“
„Das war eine Übernahme und sie wird seit 25 Jahren solche begangen.“

Wo bin ich denn jetzt hingeschwiffen?
Wollte ich nicht. Echt.

Wie oben schon erwähnt wurde dieses Jahr in Frankfurt am Main der 27. Todestag von Franz-Josef Strauss gefeiert. Dafür gab es am Mainufer die besten Bratwürste nebst Außendarstellung aus allen sechzehn Bundesländern und als Premiere an diesem Platz: Man konnte sie deutschlandweit mit Genuss verzehren, die Würste. Der Verzehr nahm mich derart in Beschlag, dass ich vergaß die verantwortlichen Metzger zu notieren. Eine Schande! Leider fehlte der föderale Verdauungsschnaps. So ist das halt mit Volksbelustigungen – ohne anständiges Bauchweh war’s nix.

Natürlich wurde mit Offiziellen gedroht, wie wir hier sehen können:

roter Teppich - Spritzgeschützt.
(Das Bild wurde nachts ohne Blitz im Zustand schwerster Verbratwurstung aufgenommen.)

Der rote Teppich, mit Schutzfolie und Polizeischutz vor dem Frankfurter Dom. Normalerweise kauern die Ärmsten der Armen und bittem um Almosen. Die mussten dann halt mal weg.

Was schimpf ich nur. Es wurde von guten Deutschen auch sehr anständig demonstriert:

Die IAA muss weg.

Aber dazu müsste Mann/Frau auch mal hinkommen und dafür braucht es einen Verkehrsfunk.
Schließlich wollen wir ja wissen in welchem Stau wir stehen. Dazu kommt die wirklich wichtigste aller Fragen: Wann ist die Toleranzschwelle überschritten und der gestaute Mitbürger fängt an auf das Lenkrad zu trommeln, wie ein Irrwisch auf einer Springprozession um die Blechschaukel zu rennen und wild zu gestikulieren? (Der optimale Zeitpunkt dafür ist übrigens genau fünf Minuten vor Stauende. Dann hat es was von einem göttlichen Willen zur Befreiung.) Der Papst rennt auch gerade um die Castros rum. Bringt aber nix. Die sind unreligiös. Vielleicht klappt es ja beim Obama.
Aber wie soll der Gestaute richtig toben können um Gottes Willen auszulösen wenn er nicht weiß wo er steht und weshalb? Weil sie ständig im Radio diese funktionale Hintergrundmuzak reinstreuen. Wir kennen das ja.

„Oje, die Stauampel ist auf rot“
Dingdongploinzdong
Wir haben folgen dingblingdanz de Meldung für A Krabauzwuschwusch 5 zwischen den Ploingbimmel Anschlussstellen Darmstadt Kronzkadöngzisch
(Wir unterbrechen kurz weil der ruhende Verkehrsteilnehmer mal kurz ums Auto läuft um nachzusehen welches größere Blechteil gerade abgefallen ist.)
„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Sie hören jetzt die Hits der 80er, 90er und Was sonst so weg muss.“
„Toll, die Stauampel hat gerade auf gelb dingping geschaltet“
“ Der Stau der A 5 ist jetzt nur no prozelldauz lang. Die ruhende Geschwindigkeit liegt gerade bei klinglöckchenzisch Kilometern pro Stunde. Sie haben es bald geschafft.“
Die Hirnmasse des Zwangsgestoppten hat gerade die Aktiviät eines brodelnden Vulkans erreicht.
„Sie hören jetzt eine Wiederholung der besten Gags aus Ankes Tanke, der Supermerkel und des kleinen Erziehungsratgebers.“ Eine kleine Wallung der Halsschlagader verhindert ein endgültiges Verkleben der Hirnlappen.
„Hurra, die Stauampel ist auf Grün gesprungen – sie haben freie Fahrt.“
Sie stehen.
Jetzt, genau jetzt – nein jetzt nicht.
„Extra für Sie haben wir eine kleines Essay über die unverschämte Bahn AG eingefügt. Diese Verspätungen sind nicht zu dulden“
JETZT!

Sie können auch einfach zu Hause bleiben und diesen einzig und ewig wahren und gültigen Film über Autoausstellungen ansehen:

Jetzt bin ja gar nicht abgeschwiffen.