Die Rennbahn muss weg(2). Mit Faktencheck.

Hach, was waren das noch Zeiten als man so einfach daherlügen konnte und Leute taten so als ob sie das glaubten. Dann kamen die Tatsachen und mit den Tatsachen die vollendeten Tatsachen. Die Leute taten immer noch so als ob sie das glauben. Die ersten fingen an das was Tatsache genannt wurde zu glauben. Mit der Jahrtausendwende kam plötzlich der Fakt auf. Fake mit t am Ende. „Das ist Fakt!“ war plötzlich der Tropfen Espresso in der einlullenden Welt der Talkshows. Die Leute taten immer noch so als ob sie das glaubten. Einige glaubten das. Die ersten fingen an die Fak(e)ten nachzuplappern.
Um nun die Fakten zu Fakes zu rerhetorisieren wurde der Faktencheck eingeführt. Den machen dann auch die gegnerischen Parteien und alle anderen manipulatorisch tätigen Neutralen. Die Leute werden so langsam zum pawolwschen Hund verFnordet.

Dann will auch mal. Es geht um das Topthema in Frankfurt: Der Galopprennbahn-Deal mit DFB und dem Bürgerbegehren des Rennclubs.

JA!
Der Faktencheck zum Bürgerbegehren Galopprennbahn

Fußball ist sicher.
Einige Hundertschaften freundlicher Polizisten, gründliche Personenkontrollen, alkoholfreie Getränke in unzerbrechlichen Kunststoffgefäßen und unverdauliche Lebensmittel sorgen für Ihre Sicherheit. Die Ecken mit den Radaubrüdern werden freundlicherweise mit bengalischen Warnfeuern beleuchtet.

Pferderennen sind elitär und verleiten zum Glücksspiel.
Eine Familienkarte für die Rennbahn kostet 15€. Da bleibt im Gegensatz zum Eintrittspreis beim Fußball von etwa 50€ pro Person noch viel zu viel Geld zu Zocken übrig.

Rennpferde sind sündteuer und Fußball schafft Arbeitsplätze
Für das was so ein mittelmäßiger Fußballer kostet könnte man ein Gestüt locker einige Jahre betreiben. Deshalb müssen die Tiere zur Zucht herhalten und enden üblicherweise als Sauerbraten während hingegen so ein Fußballer locker einige windige Scheidungsanwälte finanzieren kann.

Fußball stärkt die körperliche Konstitution
Ja, sie müssen eine Halbzeit auf der Tribüne aushalten weil doch so ein Rumpelkicker mal aus Versehen einen Ball ins Tor zirkeln könnte. Das stärkt die Blase.

• Die Rennbahn ist immer verschlossen.
Das Stadion zwar auch, aber das interessiert in diesem Zusammenhang nicht. Im Übrigen ist das Haupttor immer offen – aber wer will schon auf die Driving-Range oder in die dortige Gastronomie. Schließlich schenken die Alkohol dort in Gläsern aus. (Übrigens: kann denn einer mal erklären warum unsere Politiker immer durch die Stallungen, also hintenrum, auf die Rennbahn wollen? Dort werden sie höchstens noch vom Gaul getreten.

Die Rennbahn ist pleite.
Die sind halt einfach zu blöde Gelder zu beantragen. Das ist wie mit den Autorennstrecken, den Hallenbädern, den Leichtathletikstadien. In Frankfurt ist außer Fußball kein Spitzensport mehr möglich.
Der DFB bietet in seiner Akademie dann bestimmt auch Kurse in der Art von „Wie locke ich die Hinterbänkler auf unsere Seite“
oder „Euer Image – Eure Stadionruine“ an.

(Wie sie wohl Olaf Cunitz und Markus Frank rumgekriegt haben?)

Ich schweife ein:

JA!
Gehen sie morgen zum Bürgerbegehren Galopprennbahn

Oberursel muss weg

Jetzt hat es Oberursel erwischt, ausgerechnet Oberursel. Friedlich entspannt dümpelt es am Rande des Taunus vor sich hin und ist mit der U3 von Frankfurt aus bestens zu erreichen. Wenn man in die Stadt zurückwandern will geht das am idyllischsten über den Mühlenwanderweg. Es gibt dort zwar bis auf die Schuchardmühle keine Mühlen mehr und die wird auch nur von einem quietschbunten Gartenzwerg betrieben. Meiden sollte man Oberursel im frühen Oktober wenn die zahlreichen Esskastanien von den Bäumen prasseln. Der Morgenstern des kleinen Mannes halt.

Und ausgerechnet jetzt kaufen sich zwei Leute drei Liter Wasserstoffperoxid im Baumarkt und die Verkäuferin merkt das. Meldet das. Die Polizei stürmt los und findet das Zeug vollständig, dazu noch Spiritus, eine angebliche Rohrbombe und Krempel. SEK-Leute stehen vermummt mit dem MG vor der Bude während innen Leute in Einweganzügen den Kühlschrank durchchecken. Olfaktorisch. Vor dem Gebäude stehen zwei Hundertschaften in Vollausstattung und machen das was sie immer machen: wichtig gucken und Kaffee trinken.

Spätestens jetzt kommt der Hmmmpf-Faktor ins Spiel. „Wir brauchen ein Verbot aus Sicherheitsgründen!“ Das Radrennen war passend und wird sogleich staatstragend verkündet. Hundert Karnickelzuchtvereine bleiben auf ihren Bratwürsten, Käsestangen und selbstgebackenen Kuchen sitzen. Die Vorstände haben Probleme bei der nächsten Hauptversammlung entlastet zu werden. Der Veranstalter war wohl schulterzuckend versichert.
Demnächst haben wir den G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Kosten: Bund 81 Millonen, das Land Bayern 131 Millionen. Dafür wird dann eine Mautstraße saniert und ein Hubschrauberlandeplatz gebaut und wieder abgerissen.
Wird wahrscheinlich teurer. Für das Geld hätte man einige Autobahnbrücken sanieren können. Ohne Maut.
Es finden sich bestimmt auch wieder ein paar Primaten, die eine Mülltonne anzünden. Das reicht dann als Begründung für diesen Irrsinn. Wie bei der EZB-Eröffnung.

Ich schweife ein.

Es geschieht alles nur aus Menschenfreundlichkeit und dient ihrer Sicherheit.


(Symbolbild)

Die Bilder müssen weg

Wie mache ich das jetzt – wo sich Leute, die ich bislang für recht intelligent hielt in die Reihe stellen lassen. Sie diskutieren über Bilder. Bilder von der EZB-Eröffnung. Bilder vom Stinkefinger. Katzencontent.

Mike Krüger sang mal ein Lied zur EZB Eröffnung: „Da darf man nicht sparn – da muss man Samstag fahrn wenn alle fahrn“. Klassischer Fall vom Hmmpfft. (Nächster Beitrag versprochen)

Ich schweife ab.

Mein ersten Bildchen, das mir auffiel war als die Lady Di zur Königin der Herzen erhoben wurde und seither huldigen ihr tausende Matronen für die sie lebend kein müdes Lächeln übrig gehabt hätte. Heiligenbildchen. Eine junge Frau heiratet. Zu jung. Die Ehe funktioniert nicht; sie beschließt zu leben. Es sei ihr gegönnt. Das passte halt nicht ins Bild besonders der Abgang nicht also machten sie eines. Ein gutes mit Haltbarkeit.
Das neueste Bildchen zeigt Feuer. Mülltonnen und Reifen. Der übliche Demokram. Bereits eingepreist.
Wenn nach einem verlorenen Zweitligaspiel eine U-Bahn zerlegt wird gibt das kein Bild – diesen Status hat ja bereits die Tabelle inne.
Die Feuerwehrleute, die Polizisten? Ohne das relativieren zu wollen: Das passiert jeden Tag. Schlimm hingegen ist die Tatsache, dass gute Polizisten und gute Feuerwehrleute sehr schwer zu finden sind. Sie hätten als echte Leistungsträger verdientermaßen feiern sollen, während die Businessuniformierten mal vorne stehen sollten. Wunschtraum. Es trifft immer die Falschen. 50% der Jugendlichen aus Spanien und ein ähnlich großer Anteil in Griechenland sind arbeitslos. Der Staat braucht sie nicht mehr. Sie sind Kostenfaktor. Gemachter Kostenfaktor. Entscheidungen müssen gefällt werden. Wie Bäume. Für Hochglanzprospekte zum Staats(aus)verkauf.


(Mein ständiger Protest – ich beschrifte das dem Bürger durch Privatisierung gestohlene Gut. Bringt auch nichts – so what.)

Ziviler Widerstand für Arme, stimmt. Irgendwo muss man ja anfangen wenn man nicht als Democlown oder Pappmascheefinanzkrakenbastler enden möchte.
Das war das Bild: Ziviler Widerstand ist jetzt böse und Terek al Wazir biedert sich mit einer hanebüchen kriecherischen Rede in Englisch an. Wahrscheinlich hat seine Bewerbungsmappe auch gleich dort liegen lassen. Das wäre unter Roland Koch nicht passiert. Der hätte soviel Bestech jüdische Erbsch Fakilaki eingesetzt dass Draghi deutsch gesprochen hätte.

Ich schweife mal kurz um
Fake, Varufakis. Das erklärt sich selbst. Jauch auch.
Was fällt diesem Bübchen nicht ein sich gegenüber einem Kabinettsmitglied eines befreundeten Staates zu benehmen wie ein Staatsanwalt für Hühnerdiebe? Die NZZ fordert zu Recht seinen Rausschmisss. Sowas hätte sich noch nicht mal Mc Carthy getraut.

und wieder ein.

Lasst euch nicht von den Bildern täuschen. Und. Setzen lassen. Höflich bleiben.
Und nicht Samstags fahrn wenn alle fahrn.

Die EZB muss weg

Als Frankfurter komme ich um diesen Pflichtbeitrag nicht herum. Zumal gerade und weil zur Eröffnung wieder mal sieht die Öffentlichkeit dieses Bild:


(wikipedia)

Die Öffentlichkeit erregt sich. Weshalb? Wegen des Bildes!
Aus diesem Grunde bringe ich das Bild dem werten Leser noch einmal mit Erklärung:

Wie wir sehen befindet sich eine höchst seltsame, nur schwer einzuordnende Person(Kasperl), die mit einer abstrakten Waffe(Kasperlklatsche) bewehrt ist in sicherer Position über einer Kampfszene. Ein wildes Tier(grünes Krokodil) scheint einem Beamten südeuropäischer Herkunft(Opfer) Leid anzutun.

Wir abstrahieren jetzt dieses Bild um die Wahrheit hinter dem Bild(oben) sichtbar zu machen:


(wikipedia)

Wir haben das Kasperl(Bankhochhaus) – in sicherer Position.
Wir haben die RealwirtschaftGemüsegroßmarkthalle) – davor geduckt.

Jetzt fehlt noch die imaginäre Waffe(Kasperlklatsche):


(Das Kasperle hat übrigens im Keller eine Fabrik für imaginäre Waffen.)

Wir fügen zusammen:

Das ungezügelte Finanzkasperl haut mit der unendlichen Klatsche die wertschöpfende Realwirtschaft zu Klump.

Ich schweife ein:

Das ist das erste Gebäude des Kaptialistischen Realismus.

(Reife Leistung Coop Himmelb(l)au!)

Der Lärm muss weg

Wir Frankfurter sind ein geplagtes Volk. Jedenfalls die Hibbdebacher. Ständig müssen sie das Gemaule der lärmgeschädigten Dribbdebacher, Offenbacher, Mainzer, Flörsheimer, Hanauer etc. anhören. „Die Fliescher kann man ja fast am Bauch kraulen“ mault es vom Sachsenhäuser Berg.
Aber erst seit 2011 weil Roland Bilfinger Koch, damals noch Ministerpräsident und noch nicht gefeuert meinte, dass eine Parallellandebahn En Vogue wäre. Gesagt, getan: Das Ding wurde für eine halbe Milliarde von Bilfinger-Berger hingekloppt und wird seither bestartet und belandet. Das Berger von Bilfinger-Berger wurde übrigens eingespart und das Ersparte für ein neues Logo und die Abfindung von unser Bubsche aus der Nieder Bahnbetriebswerksiedlung verbraten.

Ich schweife ab.

Den jetzt haben wir eine Schwarz-grüne Regierung in Hessen und Terek al Wazir darf die Presseerkärung der FRAport verlesen. Die wird dann auch so in der Frankfurter-Rundschau abgedruckt.
Da wurden zwei besonders laute Brummer erwähnt:
Die Antonow 124

(Revell Modellbau)
Der letzte dieser Brummer startete 2009 mit einem 190 Tonnen schweren Generator von Frankfurt nach Armenien – allerdings von Frankfurt-Hahn.
und die DC 9

Die letzten Rostlauben dieses Typs werden von Delta Airlines zwischen Atlanta und Chicago eingesetzt.

Seltsamerweise sind diese Flieger nach der Entgeldordunung achtmal so teuer beim Starten als die nur rund 1 Dezibel „leiseren“ Frachtflieger, die reichlich in der Cargo-City an- und wegdonnern.

Ich muss schon sagen: So wird aus einer Karteileiche eine ganz tolle Presseerklärung – und alle jubeln.

Die Flaschen müssen weg

Immer nach den großen Feiertagen stellt sich eine Frage: Wo sollen die Beweismittel entsorgt werden? Das gesamte Nordend ist dann komplett mit Flaschen zugestellt. Vielleicht machen das die Nordendler auch mit Absicht – Schließlich soll der neidische Nachbar erfahren mit welch edlen Gesöff sich der Glasstifter die Lichter ausgeschossen hat.
Für Konsumenten der Qualitätsmarken Kellergeister, Amselfelder und Faber ist dort natürlich kein Platz deshalb stellt sich gerade zu dieser an etwas „ruhiger“ Stelle platzierte Container in der Feldgerichtstraße als ideale Lösung dar.

Das formschöne Objekt in dem Corporate-Identiy-Blau der Marke Frankfurter Stadt Entsorgung gehalten verfügt über 6 praktische Input-Counter in Armhöhe. Drei auf jeder Seite. Die Glaswaren können drei verschiedenen Farbgruppen zugeordnet werden. Eine Denksportaufgabe, die von Humanioten > 2 Jahren eigentlich zu bewältigen sein sollte. Eine Manschette aus handgeschöpftem Qualitätsgummi verhindert einen Kontamination mit dem, nennen wir es so, Gut.
Er ist schallgedämmt was an diesem Standort ebenso total überflüssig ist wie der Hinweis „Kein Einwurf nach 19:00 Uhr“. Denn dieses Objekt steht genau vor dem Hockey-Feld des Sportclubs 1880. Auf Sportplätzen wird sowieso nur herumgebrüllt und das mindestens bis 22:00 Uhr. Dieser Sportclub beherbergt übrigens folgende Sportarten: Hockey, Tennis, Rugby, Lacrosse und Kricket.
Derlei Sport frönt übrigens gerne der typische Nordendler. Vorgefahren wird dann nicht mit dem Kinder-zur-Schule-bring-SUV sondern eher mit etwas Flachem in sportlicher Anmutung. Das führt wiederum des Öfteren zu freiwillig unfreiwilliger Komik wenn sich nach erfolgreichem Sporteln hormonelle Verschiebungen in einem sofortigen Vollzug zu Entladen suchen. So stehen öfters an Nothalten beschlagene PS-Flundern in denen sich Mitvierziger Dinge zutrauen an denen schon bewegliche Achtzehnjährige gescheitert wären.

Ich schweife ab.

Und habe die Kellergeister-, Amselfelder und Faberflaschen im Oeder Weg abgestellt und dafür ein paar leere Petrus, Bollinger und Yquem Flaschen getauscht. Dort hinein werden dann zum nächsten Fest die Tetrapakraritäten aus dem Polen-Netto in der Borsigallee gekippt. Die Verwandschaft wird das zu schätzen wissen.

Prösterchen.

Die Rentner müssen weg

Kennen Sie die Patisserie Jean im schönen Metz?
Nein?
Dann will ich sie einmal beschreiben. Es ist eine sehr kleine und sehr feine Patisserie und Boulangerie am Rande des Exerzierplatzes von Metz. Ein kleines Café mit einigen Zweiertischchen befindet sich im Nebenraum. Sinnigerweise befindet sich am Rande dieses ehemaligen Exerzierplatzes auch noch die Kathedrale der Stadt. Das erweist sich mittlerweile als Fluch.
Der Fluch des Tourismus und jetzt auch noch des Weltkriegstourismus. Busseweise werden 14/18 Begutachter, alle mit der Gnade der späten Geburt stigmatisiert, ausgeworfen. Kurzes Blabla durch den Fremdenführer, dann zwei Stunden Freigang Invasion. Die Testosteron bedingte Aggression ist einem Prostata gesteuerten Harndrang und bei den weiblichen Truppen einer gewissen Inkontinenz gewichen. Das Ergebnis ist das Gleiche: Die Patisserie Jean verfügt über Toiletten und ist somit zum strategischen Ziel erkoren.
Die Aufklärer bereiten die Offensive vor. Ein paar Leute drängen in den Verkaufsraum, sondieren die Platzverhältnisse, das Feld. Darauf erfolgt die erste Angriffswelle. Zehn Recken in Volltouristausstattung versuchen das Café für die Hauptstreitmacht zu blockieren.
Plötzlich tritt die Verteidigung in Person von Madame Jean in Erscheinung. Dieses zierliche Persönchen schiebt löwinnengleich zwei Poller nebst Absperrband vor die erhoffte Kolonie, ruft „Bon! Bon!“ und deutet auf die Auslagen. Erst kaufen, bezahlen und dann Genießen.
Die Verteidigungslinie steht.
Die Streitmacht zieht sich vorerst zurück.
Die Demagogen treten auf den Plan.
Die Auslagen werden beschlechtachtet:
„Jedes Stückchen über drei Euro?“
„Guck mal wie klein die sind!“
„Zu teuer!“
„Da kriegt man bei Aldi eine tiefgekühlte Torte für das Geld!“
Die Demagogie lautet demzufolge: Kein echter Markt, unhöflich und außerdem.
Die Analyse lautet: Aldi hat keine Toiletten.

Es ist wie es immer ist. Während die Demagogen die Aufmerksamkeit auf sich zogen hat eine Invasorin klammheimlich eine Tasse Moyen creme erworben und einen Brückenkopf gebildet. Die zweite Angriffswelle beginnt zu laufen. „Das ist meine Frau“. „Kommt her, ich habe Platz reserviert.“ Den vermeintlichen Ehemann gelingt es durchzudringen und die wichtige Anhöhe „Monsieurs“ zu nehmen. Beim Versuch im Feldlager seiner vermeintlichen Frau zu landen wird er von den Augenlasern von Madame Jean geröstet und fällt als rauchendes Aschehäufchen zu Boden.

Madame Jean hat diese Schlacht geschlagen. Der Krieg geht weiter. Überall. Überall mit den gleichen Mitteln. Seit wach.

Ich schweife ab.

Ich kann diese Patisserie nur wärmstens empfehlen. Nur beste Qualitäten. Beste Butter. Beste Aromen.
Und nehmen Sie sich ein Pain au levain mit. Es straft alle Lügen, die sagen dass es gutes Brot nur in Deutschland zu kaufen gibt.

Nudelsalat muss weg

Nudelsalat ist der ungebetene Gast jeder Party.
Nudelsalat ist der üble Geist jeder Grillerei.
Nudelsalat ist der blasse Füllstoff auf einem prekären Buffet.
Nudelsalat ist an einem heißen Tag auch noch Wasser kochen müssen.
Nudelsalat ist der Vampir, der die beste Würzung zu einem Einheitsumpf macht.
Nudelsalat ist der Fleck auf der Straße wo der Vorübergehende nur denkt: „War wohl nicht so.“

„Wir sind eingeladen. Meinst du wir sollten einen Nudelsalat machen?“
„Es gibt Fastfood. Das schmeckt wenigstens.“

Ich schweife ein

und nenne es mal Bohnensalat Cattolica.

Es wird benötigt:
1 Dose dicke Bohnen (vom Türken)
1 Dose Thunfisch im eigenen Saft. Notfalls geht auch Dosendelphin.
1 klitzekleine Zwiebel oder eine normale Schalotte.
1 Bund glatte Petersilie
1 Zitrone. Auch unbio.
Ölivenöl, das fruchtige.
Salz
Pfeffer, weiß

Machen:
Bohnendose öffnen, Inhalt abtropfen lassen und kurz durchwaschen.
Thunfisch öffnen und abtropfen lassen.
Petersilie waschen, Stiele entfernen und grob hacken.
Zwiebel atomisieren.
Alles in eine Schüssel.
Die erste Zitronenhälfte darüber ausdrücken.
Salzen, pfeffern.
Ölivenölen.
Durchmischen.
Eine Stunde ziehen lassen.
Zweite Zitronenhälfte darüber ausdrücken.
Nacholivinölen und pfeffern. Salz sollte reichen.

Fertig.
(Leider kein Photo wegen des Verzehrdranges.)

Der Borretsch muss weg

Pünktlich zu Gründonnerstag beginnt in Frankfurt die Saison für unser National- und mein Leibgericht: Die Frankfurter Grie Soß. Das ist auch sehr passend, den diese feine Speise ist bestens geeignet den nach einer Fastenzeit gebeutelten Menschen appetitmäßig wieder auf Vordermann zu bringen: Es ist so eine feine Speise, dass der Esser wieder Lust auf mehr bekommt. Beispielsweise am Ostersonntag noch ein gesottenes Pastorenstück dazu.

Nun der Versuch eines Rezeptes:
Kräuterpaket vom Gründealer des Vertrauens.
Hier sind schon die ersten Fallstricke versteckt: Die Kräuter müssen frisch sein und die Mischung muss stimmen.
Gerne wird auch über das Zuviel von Petersilie geschimpft. Das hat zwei Gründe: Erstens müssen alle Stiele entfernt werden, auch die an den Blattröschen und Zweitens mogeln die Gärtner zur Hauptsaison um die Ostern gerne Peterle aus Italien in die Packung und die ist wegen des früheren Vegetationsbeginns dort schon wesentlich intensiver vom Geschmack. Sie ist an dicken, stabilen Stängeln und den sehr kräftigen Blättern leicht zu erkennen. Von der italienischen kann ca. 1/3 anderweitig Verwendung finden.
Dann hat noch jeder Grie-Soß-Panscher sein Kräuterverhältnis. Mir ist meist zuwenig Kerbel im Päckchen. Bei Anderen ist es die Kresse oder Pimpernelle. Auch ändern sich Kräuter im Laufe der Saison etwas vom Geschmack. Ich für meinen Teil tausche im Spätsommer den Kerbel gegen französischen Estragon. Da muss man sich halt mal durchrühren.

Die Kräuter werden schweißtreibend und nicht zu fein gehackt. Wir wollen keine grüne Farbe essen.
Dann wird Saure Sahne, (Ein kleiner Becher und drei Esslöffel voll auf einen Pack Kräuter)
mit etwas Senf, (Hier gibt es nur einen: Coleman’s mustard. Senf nicht Pulver! Steht meist nicht beim Senf sondern bei englischen und amerikanischen Lebensmitteln beim Händler)
einem kleinen Spritzer Essig, (Hier steht meist Zitronensaft in anderen Rezepten aber der würde mit dem Sauerampfer in Konkurrenz treten)
Verzichten können wir auch auf die gerne erwähnte Zwiebel. (Dafür haben wir den Schnittlauch und wenn wir die Soße von Hand und nicht im Mixer rühren braucht es deren gelierende Wirkung nicht)
Dann kommen noch gekochte und gehackte Eier in das Ganze. (Ich gebe maximal zwei der M-Klasse oder eines der L-Klasse hinein. Mit mehr Eierei verliert es an geschmacklicher Frische)
Gut durchrühren.
Abgeschmeckt wir mit Salz und weißem Pfeffer.
Ziehen lassen.
Dazu gibt es neue Kartoffeln. Áuf die halben Eier kann man meines Erachtens verzichten. Lieber mehr Kartoffeln oder halt ein Pastorenstück.

Dat war es.
Mahlzeit

Ich schweife ab.

Pünktlich mit dem Beginn der „Grie-Soß-Saison“ wurde der Borretsch vom Hessischen Rundfunk für Krebserregend erklärt.
Schon seltsam; immer Pünktlich zu einer Saison oder einem Termin posaunen die Lebensverächtlichmacher diese Horrormeldungen ins Land und finden hinreichend Abnehmer für ihr Geschwurbel. Giftige Weihnachtssterne, Würmer im Fisch, ausgebeutete Rosen, Nitrosamine am Grillgut….
Daraufhin schreit das gläubige Leutsvolk: „Wir werden alle sterben!“ und boykottiert diese Güter für die nächsten vier Wochen – maximal. Bis die nächste Sau durch den Ort getrieben wird.
Es nervt!

So, liebe Leute vom Hessischen Rundfunk, hier noch was für nächsten sechs Jahre:

Kerbel enthält Estragol. Ebenso, klar, Estragon und Basilikum. Tomate, Basilikum, Mozzarella gehört somit auf den Index.
Schnittlauch gärt nach einem Tag. Das verursacht Meteorismus.
Kresse enthält Senfölglycoside. Das kann die Darmflora schädigen.
Sauerampfer enthält Oxalsäure. Das hemmt die Eisenaufnahme.
Pimpinelle enthält Gallussäure. Das ist der EU-Gefahrstoffverordnug als Reizend eingestuft.
Petersilie enthält Furocumarine. Die gelten als Krebserregend.

Und was sagt der Hesse dazu: Dumm Gebabbel.