Rach* muss weg

Jetzt konnte ich vierzehn Tage nicht schreiben. Trauerarbeit. Heimatlos. Meine Stammkneipe hat zugemacht. Im Fenster steht: „Wir schließen. Vielen Dank für ihre jahrelange Treue. Ihre Familie Eichler“.
Als eingestädtertes Landei braucht es doch einen richtigen Anker. Eine Theke mit wechselndem Publikum um dummes Zeug zu erzählen. Dummes Zeug quer durch alle Fraktion, Wissensgebiete und das Wichtigste aus den drei Straßen außenrum. Ja, niemals hätte ich zu meinem Midlifehobby gefunden ohne den Kuckuck.

Kuckuck, umgehängt

Das war vor allem wegen dem Herrn Karl*. Ein sehr gepflegter älterer Herr, der dort jeden Abend mit seinem Rollator vorfuhr um zu speisen. Er hat mir die ganze Story erzählt: „Morgens um halb Sechs war auf einmal etwas los auf der Straße. Lauter Polizei. Und dann ging es ganz schnell.“

Berühmtes Gebäude

Das war am 1.Juni 1972 als sie Baader, Meins und Raspe dort aus der Garage zerrten. Morgens halb Sechs. Unfair. Gerade für Linke Terroristen.

Dann komm noch ein Anderer an die Theke. Macht was mit Sicherheit auf dem Flughafen. Nennen wir ihn Klaus. „Mit so einem durchsichtigen Panikbeutel voll Sprengstoff haust du mal locker ein Segment aus einem Flugzeug.“

So habe ich meine Bestimmung gefunden: Terror ist in der jetzigen Form für die Füße. Leute bringt man nicht um und tut ihnen nicht weh. Mit einem Wohnmobil durch die Gegend fahren und Kebableute abschießen und sich daran freuen, dass es kriminellen Migrationsstrukturen zugeordnet wird. Das ist ja noch nicht mal pubertärer Scheiß. Das ist erbärmlich. Von diesen Köpfeabschneidern mal ganz zu schweigen. Das ist noch nicht mal Mittelalter.

Das geht besser dachte ich. Deshalb plane ich Attentate. Wo Leuten nichts passiert aber die Empörung groß ist, das Kulturvolk keine Empörungsschnappatmung bekommt und die Restauratoren ihren Vermögensberater nicht bemühen müssen. Vielleicht würde auch jemand etwas Geld verlieren, dem es weiter nicht schadet weil noch genug übrig ist. Ich werde Sparkassenberater (Spässle gmacht)
Also Attentate allem Drum und Dran. Mit Fluchtweg und Bekennerschreiben. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Wenn die mich mal loswerden wollen brauchen sie keine ekligen Kindersexbilder auf meinen Rechner zu spielen.

Mann, jetzt bin ich aber abgeschwiffen.

Ja, die gute Frau Eichler hatte das alleinige Regiment über die Küche. Die Speisekarte war seit 1979 unverändert. Die Kuchen für die vielen Trauerfeiern – Das Lokal liegt direkt gegenüber vom Hauptfriedhof hat die betagte Tante gebacken. Wenn das Fleisch für Steak oder Schnitzel nicht passend schien gab es auch mal Gulasch oder Frikadellen, nur dann. Freitag Abend waren sie meistens ziemlich leer gegessen. Dann gab es gemischte Speisekarte auf einem Teller. Aber immer frisch.
Es kam wie es kommen musste. Durch ständige einseitige Belastung gab mal das Hüftgelenk nach. Mit der OP wurde gewartet bis es wirklich nicht mehr anders ging. Selbstständige halt. Bei der OP wurden Nerven verletzt. Dann ging nichts mehr.
Der Enkel hätte es machen sollen und wollen. Doch der war Verracht*. Zu viele Änderungen in zu kurzer Zeit. Wollte aus einer Bindingkneipe eine Apfelweingaststätte machen. Das Stammpublikum hat es mitgemacht. Es wurde nicht so schnell angenommen, es kamen keine neuen Gäste. Frust.

Seit 1. Juli ist Feierabend.

*Symbolname

Ikea muss weg

Ich finde Ikea ja eigentlich ganz toll. Mann kann bei schlechtem Wetter stundenlang anderer Leute Wohnung angucken ohne sie jemals betreten zu müssen. Ja, man kann ein lustiges Quiz veranstalten wer wohl welches Pressspanteil in der Wohnung arrangiert hat und was noch dazu soll. Die Leute sind da genauso kreativ wie diese IPhone Abhängigen. Alle das Gleiche nur etwas anders. Eine abendfüllende Unterhaltung über den Transport und die Verimbusung des Verpackungswunders ist in diesen Kreisen garantiert. Ikeaner ziehen sich ja bekanntlich gegenseitig an. Das einfachste Erkennungsmerkmal sind die gleichen Trinkgläser. Aus wissenden Kreisen habe ich allerdings erfahren, dass die Kontaktbörse Ikea-Family nicht so funktioniert. Hat vielleicht den falschen Krempel.

So ist der polarwinterblaue Würfel voller Volk. Väter tragen einen dieser Vapaino-Chips um den Hals während der Nachwuchs die Pfleger beschäftigt. Andere schieben ihre plärrenden Hortbefreiten durch die Gegend. Schwedenluft soll die Lungen stärken. So überschreit das Lärmlevel stellenweise locker das eines Toys-Russen kurz vor der Bescherung. Verantwortungsvolle Mütter – es sind immer Mütter – führen ihre angehenden Schnöseljuristensöhne auch gleich an die wichtigen Dinge des Lebens heran. Ikea sollte T-Shirts mit der Aufschrift: „Mutti kauft mir heute mein erstes Billy“ vertreiben. Wäre der Renner.

Ein totaler Fremdkörper in diesen Häusern sind Männer, konkreter Baumarktmänner. Also diese Sorte Testosteron, die hinter jeder krummen Dachlatte eine Weltverschwörung vermuten. Die sind in der sogenannten Lagerhalle zu finden und packen jedes Brett aus um mit geübten Auge die Astlöcher zu enttarnen. Die enttarnten Teile werden Empörung haschend offen liegen gelassen. Sie finden immer etwas!
Einer davon in jedem Regalgang und der Umsatz sinkt um 80% garantiert.

Ich schweife ab.

Wir haben auch so ein Ikea. Es ist ein Schreibtischstuhl mit einem seltsamen Namen. Sein Vorteil ist, dass die Sitzhöhe nicht nur für den kleinsten gemeinsamen Europäer taugt, sondern auch Langhufige bequem sitzen können. Sein Nachteil ist die etwas schwächliche Verschraubung.
Es hat „zing“ gemacht und Schreiber ist hinten über gekippt. Als typischer Mann habe ich mich sogleich in Internet begeben um heraus zu finden welche Scherkräfte nötig sind um eine M6-Schraube zu köpfen und kam zu dem Schluß, dass ich eine ausgeprägte Rückenmuskulatur besitzen muss. Die bessere Hälfte meinte es könnte auch noch andere Gründe haben. Frauen können manchmal so profan sein.

Leider hatte meine ausgeprägte Rückenmuskulatur nicht nur die Schraube abscheren lassen, sondern auch noch ein tragendes Rohr. Der Stuhl sah aus wie dieses Kreuzfahrtschiff „Costa Cordalis“ vor der Aufrichtung. Lange rede kurzer Sinn: Dieser Stuhl war freundlicherweise noch im Sortiment. Der alte könnte als Ersatzteillager dienen.
Könnte. Sie haben jetzt M8-Schrauben eingebaut. Ich werde trainieren müssen.

Anwälte müssen weg

Vorgestern hatte mein französisches Scheißauto wiedermal so einen Mitteilungsdrang. „Anomalie Bremse“ erschall aus dem Mäusekino dazu noch ein ein rotes „Stop“ auf dem Armaturenbrett. Ich hielt an und warf mich schützend in den Straßengraben. Es passierte nichts. Nach einer gefühlten Viertelstunde führte ich die Fahrt fort. Test: Bremsen – bremst. Test: Vollbremsung – bremst voll und schüttelt sich ABS-mäßig. So fuhr ich nach Hause.
Ein freundlicher Zeitgenosse klopfte während einer Ampelpause an die Scheibe und meinte, dass das Bremslicht nicht ginge. Klar, die Karre war so ziemlich die erste mit Bussystem und das war noch etwas rudimentär, auskunftstechnisch. Bei neueren Modellen süddeutscher Fertigung werden schon Laufmaschen in der Fußmatte moniert.

Ich schweife ab.

Zu den freiberuflichen Juristen:
Als Beispiel lasse ich zwei Beispiele parallel laufen. Es könnten beliebig viele sein. Der Ritus ist immer der Gleiche.
Fall 1: Sie haben während ihres Urlaubs in Burundi ein Huhn überfahren.
Fall 2: Sie haben beim Handel von Zeug 3,5/18,5/21,7/26,8 usw. an Steuern nicht bezahlt.

Sie haben ein entsprechendes Schreiben erhalten und betreten mit hochrotem Kopf eine Kanzlei.
Der Anwalt greift sich dieses überfliegt es und lässt sein Auge dezent auf der Unterschrift ruhen.
Dann spricht er wissend, sorgenvoll den Namens des Unterzeichners aus. Ob das nun Chief Mnungbo oder Staatsanwalt/Richter Müller ist – egal.
Das ist die Falle Nummer 1: Sie fühlen sicher. Begründung: Der/die kennt seine Leute.
Darauf erfolgt sofort das Rating: „Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?“
Diese Frage beantworten sie grundsätzlich mit Nein.
Unterschreiben sie vorerst nichts.
Dann kommt Falle Nummer 2: Raffgierige Anwälte erzählen ihnen dann etwas von „Strategie“ und so einem Kram. In dem Fall sollten sie das Lokal sofort fluchtartig verlassen. (Das Gleiche sollten sie auch tun wenn ihnen in der Metzgerei beim Bestellen ein Leberkäswecks ein „warmmachen“ entgegen hallt.)
Ordentliche Anwälte beraten sie daraufhin. Geben Tipps oder setzen ein Musterschreiben auf. Diesen gegenüber können sie auch den Bluff mit der Rechtsschutzversicherung zurücknehmen.
In 95% aller Fälle kommt ein Vergleich heraus. So oder so.

Die Hunde müssen weg

Den Heiligabend beginnt der Frankfurter auf dem Römerberg.

Viel Mensch

Besser er läßt ihn einläuten und zwar mit dem großen Stadtgeläute. Süßer die Glocken und Jingle Bells andsoon. Aber in Anständig. Schließlich wiegt die Gloriosa knappe 12 Tonnen und glockt, wenn sie in Fahrt gekommen, auch noch auf dem Nachhauseweg noch recht tüchtig vor sich hin. Jedenfalls klingt das Festlicher als diese Werbebimmelei aus Fernost oder diese Ziegenherdenstampede im Vorweihnachtsterrorradio.
Auf dem Römer stehen dann also so viel Menschen wie nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft, dem 1. Mai, dem Ostermarsch und der Wahlkampfrede von Angela Mergel zusammen. Zirka 20.000. Die eingefleischten Frankfurter haben dann ein Glas Sekt oder Schampaninger in der Hand und stoßen auf das Weihnachstfest an. Dann gehen sie umher um den verschiedenen Klangräumen in Bong und Bongbong zu lauschen.
So ein richtig bürgerlicher Scheiß halt. Ich mag bürgerlichen Scheiß. Jedenfalls solchen.

Ich schweife ab.

Erfreulicherweise sind dann auch diese Päderasten, die Kinder- und -wagenbewehrt den Leuten zwecks Wegfreimachung die Haken zerschubsen nicht da. Die Kinderwagenbedienung bleibt den stolzen Großeltern vorbehalten. Sie fahren so sorgfältig wie es im Straßenverkehr garantiert nicht tun.
Aber leiden finden einige Hundebetreiber ihren Weg dorthin. Hundebetreiber sind das krasse Gegenteil von Hundehaltern – Die wissen wie man einen Hund hält. So kommt es manchmal zu unschönen Zwischenhund-Beißereien inmitten der Menschenmassen. Ärgerlich hier weil manchmal Beine dazwischen.
So kam mir gestern, knapp ungebissen, das ideale Weihnachtsmarktattentat in den Sinn.
(Ich plane das schon lange. Seit 2001. Aus Vorsorge. Da hieß es doch diese verpappten Alkaida-Clowns planten ein Solches weil sie auf die Christen neidisch wären. Da haben diese Märkte kurzfristig noch weniger Spaß gemacht als sonst.)
Also das ideale Weihnachtsmarktattentat geht so: ▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓*▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓*▓▓▓*▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓, ▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓*▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓;*▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓▓ Das war’s und ist wirklich comicreif.

Die Geschenke müssen weg

ist ein Artikel der Zeit benamt. Darin schwurbelt ein Volkswirtschaftler vom Unnutz der Schenkerei, dem Widerspruch zum Homo-Oekonomicus und dem ganzen Rest.
Volkswirtschaftler, die Witzfigurenbranche schlechthin. Musste nur studieren und irgendwann kriegst auch den Nobelpreis. garantiert. Sie müssen nur den Markt erklären und die Preisfindung. Machen nix anderes als den Markt erklären und die Preisfindung. Dommschwätzer heißt das auf hessisch.
Da passt mein Volkswirtschafterwitz: Ein Mathematiker, ein Physiker und Volkswirtschafter werden vor den Semesterferien in ihren Seminarräumen eingeschlossen. Zufälligerweise befindet sich dort jeweils eine Dose mit essbarem Zeugs. Der Mathematiker und der Physiker kriegen das Ding auf und überleben. Der Volkswirtschaftler wird verhungert neben der unversehrten Dose aufgefunden. Auf der Tafel steht nur ein Wort „Annahme:“

Ich schweife ab

Weil ich ans Essen denke. Ich denke immer ans Essen und das ohne Annahme.
Diese beiden wunderbaren Exemplare der Art Oncorhynchus mykiss schwammen heute morgen noch keine 50 Meter von der Quelle eines Flüsschens namens Kahl entfernt munter im Wasser herum.

Vorspeisenplatte

Dazu wird morgen frischer Meerrettich gerieben.
Außerdem habe ich gerade 2 Kilo bestes Ammenviehhaltungsfleisch in Chianti versenkt.
Das gibt es dann ganz Unhomooekomicuslike am ersten Weihnachtsfeiertag mit hochgejazztem Kartoffelstampf.

Da kann der Herr Volkswirtschaftler ruhig länger in seinem Erbswahn delirieren.

Die Bakterien müssen weg. Die Viren auch.

Nein, Mann soll im Herbst nicht zum Friseur gehen. Hinten rum ausrasieren, Suppwetter, und dann liegt Mann flach. Das machen die Taliban schon besser. Mit ihrer Totalvermattung und diesem Kaffeewärmer auf dem Kopf sind sie bestens geschützt. Außer gegen Drohnen und Läuse. Aber das wäre ein anderes Thema.
Dann kommt das Alter noch hinzu. Früher hat meine Ibuprofen/Rotwein/Thaitütensuppen(die für 40ct)/Kur nach einer Woche alles unerwünschte Leben in meinem Köper beseitigt und es ging wieder aufwärts.  Heute dauert das schon acht Tage.
Wenn sich  nun der werte Leser sich über diese Kombiterapie wundert: Ohne die guten Ibus und den Rotwein bekäme ich die Thaitütensuppen einfach nicht runter.

Jetzt kommt bestimmt wieder diese Wie-kann-man-nur-Fraktion, die mich mit Biogemüsesuppen und Hühnerbrühe bekehren möchte. Vergesst es! Statt Hühnerbrühe kann man genauso gut  die Originalantibiotika nehmen und das Biogemüse aus Spanien wird mit Klärschlamm gedüngt.  Und was machen die lieben, kleinen Bakterien in der Kläranlage? Immunisierungsparties!

Ich schweife ab.

Jetzt beginnt wieder diese Zeit wo sich die Leute auf die ruhige, stade Zeit vorbereiten. Und das Wichtigste zu diesem Termin ist das gelingsichere Menü. Das gelingsichere Hochpreis-In-Menü. Dieses Jahr ist Beef aus den Vereinigten Staaten angesagt oder gar Wagyu aus Australien. für 60-300 €uronen das Kilo. Mit diesem ollen Gambaskram kann ja nun wirklich keiner mehr seinen Erbonkel hinter dem Ofen hervorlocken.
Und weil es online bestellt werden muss und da wo der Papi immer seine besten Geschäftsleute abfüttert geht es beispielsweise ins E-Steakhouse
Ich zitiere aus der vollmundigen Anpreisung: „Durch die 200 tägige Maisfütterung erhält das Fleisch seine
wunderbare Marmorierung und eine exquisite, hauchfeine süßliche Nuance. Das buttrig-sahnige Aroma und die sanft schmelzende Konsistenz sind eine wahre Gaumenfreude.“

Kurz läßt sich das so zusammenfassen: Die Tiere lebten genauso im Offen-Stall wie in Deutschland. Sie werden mit genmanipuliertem Mais gefüttert(anderer ist in den USA gar nicht mehr erhältlich) Das Fleisch schmeckt süßlich wie Pferd und die Tiere haben während ihres 24 monatigen Lebens schon reichlich ungesundees Fett, grey-fat, angesetzt. Die Vorteile zum Sonderangebotsfleisch vom Discounter bestehen darin, dass die Tiere die letzten acht Wochen Heu und Gras zu fressen bekommen damit das EHEC-Bakterium vollständig ausgeschieden wird und es sind halt reine Fleischrassen.
Fleisch von ähnlich guten Fleischrassen bekommen sie beim selbstschlachtenden Metzger ihres Vertrauens und wenn er dann noch Fleisch aus Ammenviehhaltung im Angebot hat wird der Esser feststellen, dass dieses Fleisch eine leichte Milchnote hat. Es schmeckt voller und durch das reichliche Collagen zwischen den Muskeln wird es bei richtiger Zubereitung herrlich mürbe. Achja, kostet höchstens die Hälfte. Aber man kann dem Erbonkel ja sagen es wäre Wagyu.

Die Hupen müssen weg

Gestern war mal so wieder richtig Demotag in Frankfurt. Vormittags hatten die Gewerkschaften ihre Latschdemo. Gegen 16:00 predigte Pierre Vogel seinen Salfistenfreunden und Solchen, die es werden sollen etwas vom Frieden. Um 19:00 startete dann der Zombiewalk, quasi die Metademo.
Da war ich dann als Lebender.

Es waren auch auffällig viele Bräute da.

Klar, das ist meines Erachtens auch die einzig taugliche Zweitverwendung für diese Tüllgebilde.

Natürlich durfte auch die Berufsgenossenschaft nicht fehlen.

Auf gut der halben Strecke trafen sich dann die Untoten mit den restlichen Fatalisten der Salafistenkundgebung. Sie vertrugen sich auf den Blick ganz gut. Haben ja auch eine ähnliche Weltanschauung. Als dann zu den üblichen Scherz-Kunstblutattacken nebst Schockingkram rückten die Gesichtsteppichträger zusammen und fingen an zu schubsen. Ansonsten fanden sie das auch lustig und haben kräftig IPhonegefilmt. Allerdings haben sie im Gegensatz zu den Normaleltern den Kindern die Augen nicht zugehalten. Wir können daraus schließen: Normaleltern gucken mit ihren Kleinen Horrorfilme, Islamisten nicht.

Ich schweife ab.

Das war ja jetzt ein voll amtlich genehmigter Auslauf von Untoten. Mit Polizeiauto vorne und Polizeiauto hinten. Rotkreuzauto war keines dabei. Ist bei Untoten ja auch nicht nötig.
Aber an jeder Kreuzung, die gesperrt war hupten die Autofahrer wie blöde. Hocken in ihrer Kiste gucken wie ein Klumpen Teig und hupen. Als ob das was brächte. Macht nur heiser.
Aber die hupen nicht nur da, sie hupen wenn einer eine Millisekunde zu lange an der Ampel steht, sie hupen wenn der Einscherende als Einziger das Reißverschlusssytem kapiert hat, sie hupen vorm Krankenhaus auf dass der Schwerstverletzte schnellstens aus der Bude sprintet, sie hupen ständig.
Sie haben sonst nichts zu sagen. Nichts zu melden. Aber sie machen Krach. Sie nerven! Sie gehen wählen. Blockparteien. Bestimmt. Hinterher regen sie sich auf und hupen! Es nimmt kein Ende.

Die Einzigen, die hier das Signalhorn benutzen dürfen sind indische und ägyptische Taxifahrer. Die haben Heimweh.

Der Typ musste weg.

Wir sind heimatlos geworden. Unser Stamminder ist den Weg aller Inder gegangen: Er ist pleite. Früher konnte man das an einem handgeschriebenen Zettel mit der Aufschrift „Wegen Krankheit geschlossen“ erkennen. Heute sind sie raffinierter geworden. Diesmal musste die Belüftung renoviert werden. Ihr Swagatleute: Ich werde euer Channa Badura ewig vermisssen.
So waren wir, weil um Ersatz bemüht, in einer Lokalität namens Diya (Habsburger Allee 43, Frankfurt) Das Diya ist ein pakistanischer Inder. Das erkennt man daran, dass die vorherige Gastronomie nur mit Baumarktmitteln übertüncht wurde und der für die Authentizitäsfreaks nötige Schrein hinter der Türe zu finden ist.
Ich schweife ab.
Ich durfte eine Eheanbahnung miterleben: Am Nachbartisch war seltsamerweise mit Einweggeschirr gedeckt. Die Gruppe junger Menschen bestellte so alles Mögliche. Eine Partie bestand aus Männern, die andere Partie aus Frauen. Der erste Gang kam. Die Herren aßen vorsichtig. Die Damen pickten kurz mit der Gabel in die Speise und schleuderten sie angewidert weg. Derweil nahm DIE Frau den Angebeteten in Arbeit. Das Kopftuch wurde leicht verschoben. Eine Locke, glänzend und schwarz wie die Nacht kam zum Vorschein. Der Typ fuhr auf seinem Smartphone Autorennen.
Der zweite Gang kam. Die Damen rochen vorsichtig daran und schoben es empört in Richtung Tischmitte. Die Herren aßen vorsichtiger. DIE Frau begann mit den Augen zu arbeiten. Diese Augen. Belladonna für Bella Donna. Normal ist das nicht. Der Typ fuhr auf seinem Smartphone Autorennen.
Der Nachtisch kam nun auf den Tisch. Die Damen blicken sich empört an. Für die Herren ist das eh‘ nichts. Das Kopftuch DER Dame rutschte freischwingend um den Kopf und zeigte die ganze Haarpracht. Der Typ fuhr auf seinem Smartphone Autorennen.
Ich vermute die arme Frau wird diesem Stießel in der Hochzeitsnacht nackt auf den Bauch gebunden. Sonst merkt DER nichts.
Und für einen armen Mitteleuropäer? Kopftücher können richtig eingesetzt besser anmachen als diese Lingerie, die immer vor Weihnachten auf den Plakaten zu sehen ist. Andererseits; das wäre auch zuviel Frau für unsereins.

Katzenkratzbäume müssen weg.

Gestern lese ich, dass Kinderbücher – auch solch geniale von Otfried Preußler – verneusprecht werden. 4/5 Big Brother hätten wir schon heißt es. Da fragt man sich wie es dazu kommen konnte.
Jetzt kommt wahrscheinlich Nineeleven; reingefallen war es nicht.

Es war die Industrie, genauer deren Hauskatzenbarfsweckung.
Ich möchte mal mit der guten alten Zeit beginnen. Wenn man in früheren Jahren eine, oder besser mehrere Katzen benötigte reichte es vollkommen aus morgens und abends eine Schale mit verdünnter Milch und Brotresten vor die Türe zu stellen. Es dauerte nicht allzu lange dann waren die Tiere da. Sie hießen entweder Mienz oder Minka. Das war so ganz praktisch weil die Schnurrer regelmäßig überfahren wurden und so war es nicht ganz so persönlich. Die sieben Leben einer Katze bedeuten ja auch, dass so ein Tier sechsmal die Straße gefahrlos überqueren kann.
Dann kam die Industrie mit dem Argument: Die Katzen fressen die lieben Vögelchen. Da konnten schon mal Glöckchen verkauft werden. Dann hieß es die Katzen vermehren sich zu stark. Also hat man den Kater kastrieren lassen. (vgl. Der dressierte Mann von Esther Villar). Der wurde dann schön fett und wurde morgens auf die Fensterbank gelegt wo er anfing zu schnurren und abends gab es dann Happi und AA in Nachbars Garten. Durch diese Maßnahme gab es die erste Katzenverknappung. Die ersten Leute fingen an die Tiere im Tierheim zu holen oder gar zu kaufen. Somit hatte die Katze einen Wert. Der Wert musste erhalten werden. Durch Tierarzbesuche, teures Futter und Netze, auf das das teure Stück nicht zum Milchtellerchen rennt. Dafür bekam die Katze dann einen Kratzbaum, damit sie aus dem Fenster gucken kann.

Der perfekte Humangulag

Und schon haben wir die perfekte Selbstvergulagung

Dann kamen natürlich gleich wieder Verschwörungstheoretiker, die sagten dass Katzen geborene Diktatoren seien und gründeten eine „politisch korrekte“ Webseite mit dem Titel „Catsthatlooklikehitler“. Was natürlich ein Schmarrn ist es gibt ja auch keine Stalin- oder Maokatzensite. Bestimmt steckt hier auch wieder dieser Broder dahinter.
Ich schweife ab. Back to the Birds: Und die lieben Vögelchen? Erst kamen die Amseln und dann die Raben.

Die Felgen mussten weg

Auto-Teile-Unger ein ehemals grundsolides Familienunternehmen, mittlerweile in den Händen des zweiten Private-Equity-Fonds und hoch verschuldet wird  nun börsenfähig gepeitscht. Was das für den Kunden bedeutet können sie hier lesen:

Auf dem Beipackzettel der Tageszeitung war ein recht günstiges Felgenangebot zu sehen. Sortimentswechsel. Billiger als Stahlfelgen und optsich ganz brauchbar. Die dazu angebotenen Reifen waren nicht mein Ding.
Also Wunschreifen lauft ADAC-Test(zweiter) gewählt und los geht es.
„Dieser Reifen ist nicht unserem Sortiment, er würde Sie xx.xx kosten.“
„Machen wir.“
„Die Bedienung stürzt ans Telefon und fragt nach. Der Reifen ist in einer Woche lieferbar. Sie müssten aber 100€ anzahlen.“
„OK“
„Wir haben da noch ein paar Angebote: Sie können die Reifen mit spezieller Luft füllen das verringert den Verschleiß.“
Ich verneinte. Luft innen verringert Verschleiß außen, interessant. In Nachhinein wäre eine Gegenfrage ob das nun Lourdes-Luft, der Odem eine Gurus oder mit herausgefliterten Higgs-Boissons gewesen wäre ganz lustig gewesen. Schwamm drüber.
„Wir haben da eine Versicherung gegen Reifenschäden.“
„Ich fahre 40.000 Kilometer im Jahr.“
„Aber sie brauchen die ATU-Card mit 3% Mach-dich-nackig-Rabatt bei Arvato, Infoscore, Schufa & Co. bei Bankeinzug.“
„Mein Geldbeutel ist schon  etwas dick. Aber sie stehen auf Platz 53 in der Schlange.“
„Komisch, keiner will die Card.“
Nachdem dieses Prozedere vorbei war ging es ans Eingemachte: Der Hunni wurde unbar(!wichtig!) anbezahlt. Ein Termin festgelegt.
Waswegmuss erschien zum Termin. Nicht erschienen waren die Reifen.
„Können Sie mir eine Montage in einer Woche zusagen?“
„Selbe Zeit.“
Waswegmuss erschien zum zweiten Termin. Nicht erschienen waren die Reifen.
„Ich würde als Ersatz auch dieses Produkt nehmen.“
„Kann ich nicht machen. Wir rufen sie an.“ (Don‘ call us we call you – „Du mich auch“ auf Englisch.)
Eine weitere Woche ging ins Land. So rief ich die Hotline an.
„ATU!°!!“
„Guten Tag, ich habe einen Auftrag mit der Nummer…“
„ICH BRAUCHE DEN CODE!!!“
„Welchen Code?“
„JEDER REIFEN HAT EINEN BUCHSTABENCODE!!!!“
Zwei Dinge dazugelernt: Buchstabencode und sie haben SAP.
„NICHT LIEFERBAR!“
„Ich habe aber eine schriftliche Bestätigung.“
„DONT CALL US -WE CAll YOU!“
Aha, die Masche ist nun ersichtlich: Sie wollen, dass ich mit hochrotem Kopf meinen Einsatz züruckziehe. Nice try!
So habe ich an die Zentrale einen freundliches Fax geschickt in dem das Wort Schadensersatz vorkam und eine Kopie der Auftragsbestätigung beigefügt.
Drei Tage später erhielt ich einen Anruf vom selbsternannten Filialleiter(Am Telefon bin auch immer der Kaiser von China). Dieser Reifen ist nicht lieferbar. Sie montieren mir gerne das gewünschte (sonst teurere) Ersatzprodukt. Auf der Rechnung war dann noch Lourdes-Luft, seltsame Deckel, Luxusradmuttern, Versicherung und Co. kostenfrei vermerkt.
Bei der Übernahme war das Auto werbungsverseucht. Besonders ansprechend fand ich den fünffach ausgestreuten Werbezettel mit der Aufschrift: „Ozonbehandung gegen schlechte Gerüche.“

Hätten sie mal geguckt: Einen Wunderbaum „Leberkässemmel“ haben sie bestimmt nicht im Programm 😉