Kunstnamen müssen weg

Kürzlich gab unsere historische Waschmaschine ihren Geist auf. Vielleicht erwachte auch ihr Geist. Jedenfalls wollte sie partout nicht mehr schleudern.
Ich wollte die Götter besänftigen indem ich das Flusensieb reinigte – eine echte Männerarbeit übrigens – die Dichtungen reinigte, den Stecker unter gesalbten Wunsch- und Verwünschungsformeln dreimal aus- und einstöpselte und zur Abwechslung sogar ein tolles Fresschen namens Persil statt des üblichen Ja! ins die Verzehrschublade gab.
Nichts! Das Zeug war klitschnass und der Obermieter wurde vom dezenten Schleudergeräusch nicht aus der Nachtruhe traumatisiert.
Übrigens ein ganz tolles Modell, eine Quelle Privileg. Leider ist Quelle pleite gegangen und den Service macht jetzt eine Firma Profectis. Dieser Kunstname ist Teil der RTS-Gruppe steht auf der Homepage uns das läßt Schlimmes vermuten. So war es dann auch. Der Termin wäre in drei Wochen und man musste den ganzen Tag zuhause bleiben weil die Tour des Monteurs noch nicht feststand.
Servicewüste Betriebswirtschaftlerdödel.
Wir entschieden uns dann für den Hausgerätekundendienst Wirtz. Der kam abends mit einer Alditüte voller Werkzeug angeschlappt, tauschte die Kohlen und sagte es sei eine Zenussi, die hält ewig. Nahm die Hälfte des Profectis-Sockelbetrages und fuhr von dannen.

Ich schweife ab.

Und komme zu den anderen Hausbeglückern, die glauben wir wären alle DAX-Manager, Rentner, MdBs oder anderweitig untätig.

Mittlweile tummeln sich fünf dieser untoten Subfirmen in unserer Wohnung und wollen Werktags zur Unzeit irgendwelche Zähler ablesen, Batterien wechseln, Heizung gucken, Heizung messen, Leckagen orten.
Und ja, den mag ich wirklich: Den Gasschnüffler.
Ein Freak von Gottes Gnaden, garantiert Geisteswissenschaftler von Kräutertee umwölkt kommt einmal jährlich mit so einem Piepsdingsstab und fährt damit die Gasleitung entlang. Wenn sie piepst tritt Gas aus.
Ich fühle mich sicher. Der Schnüffler schlägt nicht an.
„Und was ist wenn es mal Alarm gibt?“ war meine Frage.
„Dann trage ich das in meinen Prüfbericht ein.“ war die Antwort.
„Ist das Alles?“
„Wir prüfen dann im nächsten Jahr ob es schlimmer geworden ist.“
Ich fühle mich nicht mehr sicher.

Der Niqab muss weg,

der Tschador auch, dachte ich immer. Meine bessere Hälfte schüttelt beim Ansichtigwerden derart verhüllter Gestalten ihren zarten Kopf und meint: „Wie kann man nur.“ War auch meine Meinung.
Dann kam dieses Erlebnis. Man sieht diese Frauen in Frankfurt ja immer nur mit vielen Einkaufstaschen herumlaufen. Ein paar große vom Primark. Darin sind dann die kleinen von Gucci, Tiffany, Hermes & Co. der Henkel und Embleme unsichtbar sichtbar hervorstrahlen. Ja, diese Frauen, man sieht sie nur. Man hört sie nicht.
Dann kam dieses Erlebnis: Ich war zur OP-Vorbesprechung einbestellt und betrete ein Wartezimmer. Darin saßen eine Frau im Niqab und der dazu gehörende Herr. Ich grüßte beim Betreten zuerst die Dame, dann den Herrn. Es kam keine Antwort. Eine Weile nicht. Dann begrüßte mich der Herr nachdem er seiner Frau zunickte sehr freundlich in bestem Deutsch . Es war ein vornehmer Moment und ich hatte eine weitere Lektion interkultureller Kommunikation erfahren. Nachdem ich dann zur Stärkung der Immunabwehr die obligatorischen Zeitschriften durchblätterte sagte die Frau etwas zu ihrem Mann.
Das war ein Augenblick in dem die Zeit stillstand. Ich hatte noch nie zuvor eine solche Stimme gehört. Die Sprache, die Aussprache, der Klang wie Zimbeln, Äolsharfen und schöner Wind. Ein Satz nur. Ich war hin und weg. Ich hatte Scheherazade gehört.

Ich schweife nicht ab.

Das war mein Moment 2013.

Der Dreierpack muss weg.

Langsam ist man als typisch deutscher Normalmensch total überfordert. Ständig soll man sich aufregen. Und zwar über so einen Kram, wie schwule Fußballer, gefakte ADAC-Dinger und Mutproben auf dem Schulhof. Machen wir das mal en Bloc weg. Auf dass wieder Ordnung herrsche.

Schwule Fußballer: Ein totales Null-Thema. Gibt es schon immer bei den Frauen. Nadine Angerer: „Ist mir zwar egal aber gerade lebe mit einer Frau zusammen.“ Steffi Johnes formuliert es ähnlich. Somit heißt die korrekte Aussage zukünftig: „Alles was nicht bei Drei auf dem Bäumen ist.“ Schließlich werden treusorgende Fußballfans mal gerne busweise im Großbordell abgeladen wo sie ihren Sieg bei ehemals illegalen Damen aus Rumänien und Bulgarien abdrücken können. Das sind dann wahre Männer.

ADAC-Dinger: Jetzt wollen es die Gelben Hoheiten mehrmals jährlich richtig krachen lassen. „Motorsportler/Auto/Witzigste Elektronikpanne des Jahres“ waren bislang immer ein Grund im Blitzlichtgewitter und im Schampus zu baden. In Deutschland braucht man halt einen Grund für alles. Sonst schlechtes Gewissen. Glauben sie nicht? Wie war das mit dem ersten Handy? Kennen Sie einen einzigen der sage: „Brauch ich. Sieht cool aus.“
Jetzt hat also so ein Schreiberling von der Süddeutschen investigativ festgestellt, dass fast keine Sau interessiert was das liebste „Auto der Deutschen“ ist. Und jetzt wo alles wissen, dass es keine Sau wissen will regen sich alle auf. Ich weiß ja nicht.

Mutproben auf dem Schulhof: Aufnahmeprüfungen bei studentischen Verbindungen. Dschungelbuch. Alles eine Mischpoke. Leider wird letzteres bis über die Schmerzgrenze hinaus aufgebauscht. Ich kann ihnen Imbisse nennen: Dagegen ist Eidechsenschmodder verzehrtechnisch Sterneküche!

Gegen diese Großthemen kommen so Langweiler, wie der Bundeswehreinsatz zur Sicherung französischer Uranminen in Zentralafrika, staatliche Lohn- und Rentenzuschüsse zur Gewinnoptimierung der lobbyarbeitenden Großindustrie, vieltausendfache Vernichtung von Handwerksausbildungsplätzen durch Kontingentarbeiter, Präkarisierung ganzer Landstriche durch Lohndumping im Osten der Republik, natürlich nicht an.

Ich schweife ab.

Es macht mir Sorge. Das Volk ist steuerbar. Immer noch. Noch. Nicht wieder.

Der Regaltänzer muss weg

Ich war heute wieder mal im Tegut in der Friedberger Landstraße. Bekannterweise der Markt mit der größten Idiotendichte Deutschlands.
Die haben halt so Zeugs das es in konvektionierten Märkten nicht so gibt und trotzdem genießbar sind. Beispielsweise Brotaufstriche. Mit Geschmack aber ohne Verstärker und möglicherweise auch noch „Bio“. Aber das müsste ich mal nachgucken weil für mich zweitrangig. Käse, Wurst und Marmelade gehen halt morgens nicht.
Genauso wie man beim „Bio“ auch mal nachsehen sollte ob da nicht was „Biologisches“ chemisch hochgejazzt wurde. Ist ja erlaubt und steht im Kleinstgedruckten. Außer wenn es sich um technische Hilfsstoffe und Nichtinhaltsstoffe handelt. Aber das wissen Sie ja sicher. Das Kleinstgedruckte wird gerne in einer dezenten 6 Punkt Designschrift auf buntem Untergrund dargeboten. Wenn es nach mir ginge würde der ganze Inhaltskram in einer für Glasbausteinverbrillte lesbaren Schrift auf einem Beipackzettel stehen. Ein Marsriegel hätte dann Umfang der Enzyclopedia Britannica und würde in den Regalen liegen wie Blei.

Ich schweife ab.

In Supermärkten trifft man öfters eine besondere Sorte Mann an. Es sind immer Männer und eine Frauenquote ist nicht vorgesehen. Es gibt nicht viele aber alle nerven auch alle Männer, die dieser hohen Kunst nicht mächtig sind.
Jeder kennt ihn. Sicher: Es ist der Regaltänzer.
Ein Regaltanz geht so: Ein Mann(!) steht vor einem Supermarktregal und sucht vorgeblich nach einem zu erwerbenden Produkt. Er hat es schon längst ins Auge gefasst. Müsste es nur noch händisch fassen und zur Kasse bringen. Aber er ist ein Jäger. Er wartet bis jemand in die Regalreihe kommt und den er unterbewusst zielgerichtet stoppen könnte.
Ist das Opfer gefunden geht er zuerst zwei Schritte zurück um den Weg zu blockieren. Dann wieder einen halben vor. Dabei wird der Kopf gewiegt und dabei das zu erwerbende Gut fest ins Auge gefasst. Nicht dass jemand Anderes – undenkbar!
Dann beginnt der Balztanz: Ein halber Schritt zurück. Der Oberkörper gesenkt, mit dem Kopf die Regalreihe abgecheckt, noch ein- bis zweimal mit dem Bürzel gewackelt, abgewartet bis das Blockadeopfer sichtlich genervt wirkt und dann wie ein Adler(aus Sicht des Regaltänzers) oder wie ein Apoleptiker auf Valium(aus Sicht des Wartenden) zuzustoßen um genau den Artikel daneben zu fassen zu kriegen. Nach einem kurzen(aus Sicht des Regaltänzers) oder ewiglichen(aus Sicht des Wartenden) Vergleich mit geistigen Bild wird das Gut wieder zurück gestellt. Das Spiel geht in die nächste Runde. Der Wartende hat schon längst das Objekt der Begierde diagnostiziert und verfolgt amüsiert die weitere Vorstellung. Der Regaltänzer geht nochmal in die Ausgangsposition und beginnt einen neuen Anlauf. Dieser verläuft meist glücklich.
Jetzt können wir nur noch hoffen, dass er kein Smartphone besitzt.

Die Oper muss weg

Manchmal öfters bestimmt mehrmals im Jahr höre ich mir gerne wohlige Chöre, plärrende Männer und schreiende Frauen an. Wenn die Schreie ordentlich vorgebracht werden und von annehmbarer Musik untermalt sind ist das ein echter Hochgenuss. Dies ist normalerweise in der Oper gegeben. Heißt ja schließlich auch Hochkultur.
Nur ist die Frankfurter Oper leider vom Pech verfolgt: Sie heimst einen Preis nach dem anderen ein und ist dieses Jahr auch noch Company of the Year. Dazu kommt dass die in Festhallen erprobten, marodierenden Opernhäuser aus dem postsozialistischen Umfeld Deutschlands ihr mühseliges Unterfangen eingestellt haben und das Volk nun auch noch in dieses edle Haus drängt. Eine Katastrophe!
Hieß in den ersten Jahren dieses Jahrtausends noch vor der Vorstellung: „Kommen sie doch bitte herunter. Dann wäre wenigstens das Parkett besetzt“ muss man sich heute am ersten Vorverkaufstag bereits schwerbewaffnet in die Reihe stellen um noch halbwegs taugliche Plätze zu ergattern.
Tauglich heißt in Frankfurt: Für Normalgewachsenes Volk ohne Schmerzen zu besetzen. Leider gibt das die Opernleitung auch schon auf der Homepage zu:

„Außerdem sei auch darauf hingewiesen, dass die Beinfreiheit in den Rängen etwas geringer ausfällt als im Parkett. Besuchern mit einer Größe von mehr als 1,84 m werden unbedingt Randplätze empfohlen.“
Das etwas geringer sieht dann so aus:

Aschenputtel läßt grüßen.

Wenn der Abstand zu eng wird kürzt man mal einfach die Sitzfläche. Der preisgekrönte Architekt lebte bestimmt in der Annahme, dass die Beine dann ebenfalls verkürzen. Das führt natürlich auch dazu, dass die normalen Plätze von zwergwüchsigen Checkern occupiert sind.

Natürlich würde ein typischer Frankfurter nun denken: Drecksäck! Aber das ist klar einkalkuliert. Die besten Plätze für tragische Opern! Ich starb mit Floria Tosca.

Ich schweife ab

und mache Werbung.

Für Traumeel-Creme

Vielleicht sollte die Oper Frankfurt mit der Firma Heel kooperieren. Wenn die Checker merken dass es auf den kastrierten Plätzen etwas umsonst gibt sind die guten wieder frei.

Fakten müssen weg.

Jetzt schreiben wir schon im absoluten Anarchozirkus und schon kommen sie an: Lordstempelverwalter, Marienkäferpunktzähler und im Schlepptau die grafikgestützten Oberlehrer. Alle schreien FAKTEN! Die werden dann gemacht, geguckt, bewertet, verworfen, bewundert, zitiert und sind dann mausetot. Wertlos.
Da erfindet man doch bessere eine wirre Theorie und stellt sie mal so in Netz auf sie zitiert werde.

Die Geschichte der Weihnachtsbäckerei.
Es wird gegen Winter immer kälter. Mensch hat sich noch nicht an die Kälte gewöhnt. Aber das Brennholz/Kohle/alte Fusslappen sind teuer. Also braucht Frau – ja hier kommt das weibliche Element ins Spiel. Frau braucht erwiesenermaßen eine 5°C höhere Umgebungstemperatur als Mann. – einen Grund sich vor den Ofen zu setzen. Backen! Aber Normalbacken ist blöde weil da Frau noch etwas Anderes machen könnte. Beispielsweise den Mann aus dem Wirtshaus holen. So kam das findige Weibsvolk auf den glorreichen Gedanken Dinge, die klein genug sind so dass sie auf Sicht, und somit mit Aufsichtsperson in direkter Ofennähe, gebacken werden müssen zu erfinden: Plätzchen!
Weil das Weibsvolk ganz schlau war und Mann beschäftigt werden musste wurde die Ausstechform, das Model und das Teigeisen erfunden. So konnte Mann mit herrlich anzusehendem nacktem Oberkörper an der Esse stehen und schmieden. Frau will ja zeigen was sie für ein Modell in der Garage stehen hat.

Ich schweife ab.

Einen Nachteil hat diese Bäckerei: Mensch hangelt sich vom Zuckerschock zur Unterzuckerung und wieder zurück. Das führt zu gewissen Anlageformen, die Frau dazu bewegen könnten die Garagentüre zu schließen und Mann wieder ins Wirtshaus zu gehen.
Also muss etwas auf Sicht gebacken werden was nicht ganz so zuckrig ist.

Beispielsweise Magenfreundliche Grissini

Das Urrezept stammt von Lamiacucina und wurde von mir verschlimmbessert.

Zutaten:
+/- 230g 550er Weizenmehl. (Ich nehme fast nur noch das weil es „kerniger“ schmeckt.)
1 Teeflöffel Salz
1 kleiner Schwubbs Zucker
1 Gewürzmischung, gemörsert aus 4 Pimentkörnern, je einem halben Teelöffel Fenchel und Koriander
1 Tütchen Trockenhefe. (Geht genauso wie Frischhefe, man braucht im Verhältnis etwas mehr.)
80 g weiche Butter von glücklichen Kühen
ca 150 ml gut warmes Wasser
wenig braune Butter

Machen:
Das ganze Trockenzeugs in die Küchenmaschine mit Knethaken geben. Zur Durchmischung zwei Minuten Slow Motion.
Butter in kleinen Dosen hineinflöckchen. Tempo steigern.
Wasser langsam zugegben bis so ein recht weicher Teig entsteht – also keine um den Knethaken wandernde Kugel.
Der Küchenmaschine noch fünf Minuten zusehen wie sie auf Arbeitsplatte spazieren geht.
Derweil ein Gefäß mit brauner Butter auspinseln(notfalls Olivenöl)
Teig rein. Oben auch bepinseln. Tuch drüber und gut eine Stunde gehen lassen.
Ofen auf 190°C vorheizen (jedenfalls mein historischer Gasbrenner)
Teig auf auf einer gut bemehlten Unterlage auf ca. einen halben Zentimeter Dicke ausrollen. Sollte eine Bahn mit etwa 20 cm Breite geben.
Dann mit dem Pizzarad – Messer funzt nicht – so breit wie hoch Streifen, also ein halber Zentimeter schneiden.
Auf Blechbreite langziehen. (Idiotensicher!)
Ca. 15 Minuten auf Sicht backen.
Dann sollten diese leckeren Teile noch ein zwei Tage durchziehen.
Das überleben sie aber meist nicht.

Feierabend

Weihnachten muss weg

Kaum nähert sich die kommerziell vereinnamte Wintersonnenwende stehen die Krempelvermarkter auf der Matte um uns mit ihrem Tand zu erfreuen. Auf das wir ihn unseren ärgsten Feinden in Haus bringen.  So ist die Tageszeitung zu dieser Jahreszeit wohlumfänglich mit Hochglanzpapier befüllt. Ganz beliebt sind Prospekte einschlägig bekannter Elektroartikelvertreiber, Parfümerien und Kunststoff-in-Spielzeugformtandler. Wenn das auserkorene Volk gebildeter erscheint werden Kataloge mit Kulturgütern und Kulturreisen beigelegt. Das führt dazu, dass das bezahlte Lesegut den BMI der Briefkastennorm überschreitet und somit  nur in Streifen aus dem Briefkasten gezogen werden kann.

Das Ganze erinnert etwas an eine Olympia- oder FußballWMbewerbung: Wenn wir eure Landschaft für 14 Tage Kapitaltransfer in die Schweiz verwüsten dürfen kriegt ihr auch eine Umgehungsstraße und einen neuen Omnibus.

Ich schweife ab.

Gestern war ich wieder mal im Tegut in der Friedberger Landstraße, bekannterweise der Markt mit der größten Idiotendichte Deutschlands. Sie hatten dieses Mal eine tolle Idee. Mal soll ein/zwei Artikel mehr kaufen. Diese sollten sie der Organisation Rotaract-Frankfurt spenden auf das diese das Gut der Tafel Frankfurt spenden. Die Idioten taten das auch reichlich. Als ich nach meinem Einkauf durch das Jungexzellenzcluster von Rotary Frankfurt spießruten lief kam natürlich eine Anfrage diesbezüglich.
„Sie verzögern mit diesen Maßnahmen die Revolution.“
„Uns geht es doch gut.“
„Warum sammeln sie dann Lebensmittel für Bedürftige?“
Und ging von dannen.

Mann muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Da sammelt das wohlerzogene Jungvolk Lebensmittel für eine Tafel und läßt sie sich diese von Normalverdienern bezahlen. Dabei sind die Lebensmittel für die Tafel bereits von den Lebensmittelhändlern einkalkuliert. Es ist, wir erinnern uns, die unverkäufliche Ware.
Damit bedürftigen Menschen nur zu Weihnachten eine Freude machen zu wollen und gleichzeitig für prekäre Arbeistverhältnisse zu sorgen – ich gehe davon aus, dass die Rotarykiddies eher nicht bei den Linken, christlichen oder karitativen Organisationen  zu finden sind – ist zynisch!
Dann sind diese Weicheier auch noch in einem Markt im wohlhabenderen Bornheim zu Gange. Wären Eier in der Hose hätten sie diese Aktion bei Lidl im Gallus gestartet.

Und was schenke ich nun meinem Feind, diesem ekelhaften Kotzbrocken von Chef usw. zu Weihnachten?
Bilder!
Die müssen sie immer aufhängen wenn ich zu Besuch komme.

 

 

 

 

Die schlechte Laune muss weg.

Novemberglöckchen bimmelt.
(Das reicht als lyrischer Erguss meinerseits. Vorerst. Drückt ja alles aus.)

Diese Gedenkerei im November. Ständig steht man im Freien und gedenkt. Kriegt kalte Füße; Steife Glieder. Kriegte man vorm Krieg kalte Füße gäbe es keine mehr. Kriege. Es hat meist mehr stramme Glieder und Patriotismus.

So wird halt auch mal Volksgetrauertagt und ich konservativer Sack habe  mir jedenfalls beim Vereinsfahne absenken, den Toten die Ehre erweisen etc – also da wo die Kapelle ihren „Guten Kameraden“ intoniert – einen grundsoliden Hexenschuß eingefahren. Bundesdeutscher Gedenksenkschuss. Hölle.
Der wurde zwar am nächsten Tag vom Wundscher meines Vertrauens weggespritzt. Aber der schonhaltungsbedingt schnellst eintrainierte Quasimodogang bleibt doch etwas erhalten. Die schlechte Laune auch.

Ich schweife ab.

Ein echter Hort von Entspannung und Wohltat ist der Tegut-Markt in der Friedberger Landstraße. Es beginnt in der Parkgarage, deren Beschilderung und Platzmalerei an ein Werk M.C. Eschers erinnert. Kunde wird dann von einem meditativ knorrigen Lastenaufzug in die Verkaufsebene hochgesenkt. Wenn es dumm läuft kommt als entspannendes Moment nur der vedische Kassier, der jeden Artikel achtsamst am Scanner vorbeiführt. Meist hat es aber einen richtigen Idioten. Und ich behaupte mal: Dieser Markt hat die größte Idiotendichte Deutschlands!

Gestern hatten sie wieder einmal einen wunderbaren Idioten zwischen den Regalreihen rennen. Das Modell „Businessdödel“ in der Beautyausführung. So ein 1900Kcal-Esser mit Jean-Baptist-Emanuel-Zorg-Bärtchen, der sich jeden Morgen zwei Stunden vor dem Spiegel anzieht und trotzdem Scheiße aussieht.
Dieser Mensch flottete durch die Gänge und tönte in sein Freisprechgemächt, das um ihn herumbaumelte. Radebrach Englisch, amerikanisch klingendes Englisch von Deutschen die nie richtig Englisch gelernt haben. Erkennbar an den ständigen Wiederholungen.
„Bla bla Market“
„Bla Market bla“
„Market bla bla“

Ich wartete und das Warten wurde belohnt:
„Tomorrow i will pull the Reissline!“

Bingo!
Laune bestens. Tag gerettet.

Dies war ein Update zu Blockwarte müssen weg

Die Haare müssen weg

Das ist ja wirklich nicht zum Aushalten. Wieso machen Leute das? Ich meine freiwillig.

Nachvollziehbar, gell?

Dann kriegt Mann auch noch wirre Gedanken. Wieso kommt mir bei diesem Bild in den Sinn, dass sich beim Verzehr roher Rüben die Physiognomie eines Menschen ändern könnte?

Der guckt doch wirklich lieb.

Andererseits wird man, wie ein Junkie auf Entzug, wacher. Die Wahrnehmung schärft sich.

Schon mal aufgefallen, dass ausgerechnet die Parteien mit einem ungelösten Päderastieimage gerne mit Kindern werben? Die Anderen nehmen da schon richtige Familien. Ist das Nutzen von Kindern zum Durchsetzen abstrakter politischer Forderungen, nicht Bildung, nicht schon als eine milde Form der Päderastie zu sehen? Weil sie es nicht können müssen sie die Kinder vorschicken. Schon dünn. Oder süß?

Ich schweife ab.

Aufgrund dringender Humanreparaturen meinerseits mussten die Haare weg, untenrum. Komplett, auch die Beine! Das stippelt vielleicht! Eklig. Dann machen das noch Leute freiwillig. Gerade Frauen. Wieso? Mit so Ratschwachszeug und Haarausreißmaschinen geht des Haaren an die Beine. Oben Spliss und unten Riss. Wie, wer schön sein will muss leiden? Schon etwas pietistisch. Die Mode? Können die keine Mode für haarige Beine diese Stümper? Ihr küsst doch auch bärtige Männer. Also ehrlich.
Aber die Hygiene! Leute mit diesem Hygienebegriff, also aktiv scherend, fliegen zurecht aus der Sauna.
Das hat man jetzt aber so!
Ich aber nicht!
In vier Wochen ist das hoffentlich vorbei und die Welt wieder verständlich.