Tomaten müssen weg

Gestern hatten wir mal wieder ein typisches Beispiel von deutscher Elite. Jögis Schönwetterkicker lassen sich von den wetterfesten Serben(?) abzocken und dann war der Platz schult. Gott sei Dank war noch der männliche Bad Guy der Populistenpartei AfD, Gauland, zur Stelle und hat sich despektierlich über einen deutschen Fußballer geäußert.
Die Meute richtet sich wie gewünscht aus und heult pflichtschuldig was das Krokodil so hergibt. Leute, die ich früher für intelligent hielt heulen natürlich mit. Schließlich geht es um Fußball und nicht um des Pudels Kern. Da darf man schon mal geistig etwas aussetzen.
Heute wurde natürlich dementiert. Ist so ein wenig wie Schäuble noch übte ein Drecksack zu werden. Heute dementiert er nicht mehr.

Ach ja, es geht um Tomaten dann will ich mal umschweifen.

Also wir waren da mal in Paris, ist ja nur 30 Euro von Frankfurt weg. Einfach.
Natürlich gibt es dort auch viele Wochenmärkte. Als typisch deutscher Billigheimer – so der Vorwurf – mussten natürlich die Preise verglichen werden.

Ochsenherzen sind total überbewertet.
Markt an der Bastille. Das Kilo Ochsenherzen zu 1,99, liebevoll dekoriert, reif, haben schon bessere Tage gesehen.

Unreife Ochsenherzen sind nur für die mittlere Führungsebene geeignet.
ScheckInn Frankfurt. Das Kilo unreife Ochsenherzen zu 2,99. In die Kiste gekippt, hatten noch nie gute Tage.

Ein Verpackungsmassaker
Perfetto Frankfurt. Tomaten unbekannter Sorte im Design zu 5,00. Frisches Gestängele.

Jetzt braucht natürlich niemand aufzujaulen was wir doch für tolle Wochenmärkte in Deutschland nicht haben und tollen Wochenmärkte preislich jenseits von Gut und Böse sind. Sind sie nämlich nicht. Nur die touristischen sind sackteuer.
Und mal ehrlich: Für diese Spezialitäten, die es dort erwerben könnten sind wir einfach noch nicht reif. Wahrscheinlich werden wir es auch nie mit diesen Hochgeschwindigkeits-Sterneköchen, die es offensichtlich nie über ein Hühnerbrüstchen hinaus geschafft haben. Vielleicht kippen sie ja auchmal Lakritz drüber – da jubelt das Rachlüsterne Volk.

Jetzt bin schon wieder – aber auch gleich wieder zurück bei den Tomaten.

Was fällt auf?
Die Franzosen, geben sich Mühe werfen so leicht nichts weg. Das Einkommen dürfte zum Auskommen reichen.
Der Edeka-Markt, bemüht sich Auswahl da zu haben. Das reicht.
Die REWE-Tochter schafft ein Label. Das erinnert an aktuelles Management, bei dem das Firmenwohl von der Einhaltung der Corporate Identity abhängig gemacht wird.

Jetzt wird gekocht:

(Ich nehme statt Gitara eine alte unbenutzbare Zither. Geht auch)

Der Marathon muss weg. Der Triathlon auch.

Wenn der geneigte Leser nun denkt jetzt motzt er über gesperrte Straßen umgeleitete Straßenbahnen, Hubschraubergeknatter und grenzdebile Supporter der irrt. Ich gucke da gerne zu, esse Bratwürste, trinke Bier und lausche den Sambatruppen, die den Akteuren noch mal so richtig Beine machen wenn sich der Hungerast zum Wald erwächst und die Beine weg zu sacken drohen.
Wir machen statt Sport einen Sambawalk. Ist ja eine echte Alternative.
Die Trommelbanden sind sowieso das Höchste. Warum gibt es die bei Demos nicht? Im Sambarhythmus durch die Straßen getanzt, so ein Federdings auf dem Kopf, mal ganz toll mit dem Hintern wackeln und freudig das Banner geschwenkt. Das hätte was. Nicht immer dieser tröge Alukappensingsang. „Ein Hoch, ein Hoch, der internationalen…“ „Deutsche Waffeln, deutsches Geld….“ Wir kennen das ja. Lediglich die Partei die Partei skandiert „Irgendwas!“ Das ist schon mal ein Ansatz aber vom Samba noch meilenweit entfernt. Außerdem wollen die Frauen auch mal sehen, dass beim Mann was wackelt.

Also Männer: Die Welt braucht einfach mehr Samba!

Lassen wir mal so stehen.

Was für eine Abschweifung!

Es geht natürlich um das Danach. Deshalb kommt jetzt ein Aufregerfoto mit Hassobjekten:

Symbolbild

Pappbechern(Einweg), Polizei, Drängelgitter, Straßenschlucht und die Gaststätte zum Bitburger.
Alles drauf. Fast alles. Die Wurst fehlt. Aber darum geht es natürlich auch nicht. Wer sich über sowas aufregt fotografiert auch seinen Hamburger vom Mäcces.

Also wenn es auf der Straße so aussieht sind die Maranthen, Triathleten und die Sambawalker schon längst im Riedbad saunieren und relaxen. Das führt zu Konflikten.
Normalerweise herrscht hier friedliche Koexistenz zwischen Ausdauersportlern, schließlich ist es das einzige Hallenbad mit 50 Meter-Bahn in Frankfurt, und Normalos. Es kommen immer die gleichen Leute. Die einen trinken ihr Eiweißgesöff und die anderen Weizenbier. Der nicht mehr ganz so junge Latin Lover hat seine nicht mehr ganz so junge Frauenschar in eine Charmecloud gepackt. Ein weißer und ein schwarzer Budda sitzen beim letzten Aufguss immer oben und leiden freudigst. Ein freundlicher Umgang miteinander.
Nur zu den Ausdauer-Großveranstaltungen wird die Sauna mit Zwangsbeglückern überschwemmt. Die Mehrzahl sind einzelne Männer. Manchmal kommen auch Männer mit ihrer grenzdebilen Supporterfamily.
Dann wird relaxt bis es wehtut. Jeder Joke unter Bekannten wird mit einem „Das ist eine Ruhezone!“ gemaßregelvollzugt. Das natürlich am liebsten an der Theke.
Gegipfelt wird das von Ehefrauen der Heldenmänner, die mit dem „Thilo-du-schaffst-das-Hemdchen“ von Spreadshirt. Sie nehmen dann gerne im Saunabad die allseits bekannte Yoga-Position raumgreifender Spasmus ein und bewachen ihre Scham. Mit Blicken. Nicht wissend, dass Männer immer das Hinterteil checken. Wo wir wieder beim Samba wären.

Also Männer: Die Welt braucht einfach mehr Samba!

Mann kann es gar nicht oft genug wiederholen.

Rach* muss weg

Jetzt konnte ich vierzehn Tage nicht schreiben. Trauerarbeit. Heimatlos. Meine Stammkneipe hat zugemacht. Im Fenster steht: „Wir schließen. Vielen Dank für ihre jahrelange Treue. Ihre Familie Eichler“.
Als eingestädtertes Landei braucht es doch einen richtigen Anker. Eine Theke mit wechselndem Publikum um dummes Zeug zu erzählen. Dummes Zeug quer durch alle Fraktion, Wissensgebiete und das Wichtigste aus den drei Straßen außenrum. Ja, niemals hätte ich zu meinem Midlifehobby gefunden ohne den Kuckuck.

Kuckuck, umgehängt

Das war vor allem wegen dem Herrn Karl*. Ein sehr gepflegter älterer Herr, der dort jeden Abend mit seinem Rollator vorfuhr um zu speisen. Er hat mir die ganze Story erzählt: „Morgens um halb Sechs war auf einmal etwas los auf der Straße. Lauter Polizei. Und dann ging es ganz schnell.“

Berühmtes Gebäude

Das war am 1.Juni 1972 als sie Baader, Meins und Raspe dort aus der Garage zerrten. Morgens halb Sechs. Unfair. Gerade für Linke Terroristen.

Dann komm noch ein Anderer an die Theke. Macht was mit Sicherheit auf dem Flughafen. Nennen wir ihn Klaus. „Mit so einem durchsichtigen Panikbeutel voll Sprengstoff haust du mal locker ein Segment aus einem Flugzeug.“

So habe ich meine Bestimmung gefunden: Terror ist in der jetzigen Form für die Füße. Leute bringt man nicht um und tut ihnen nicht weh. Mit einem Wohnmobil durch die Gegend fahren und Kebableute abschießen und sich daran freuen, dass es kriminellen Migrationsstrukturen zugeordnet wird. Das ist ja noch nicht mal pubertärer Scheiß. Das ist erbärmlich. Von diesen Köpfeabschneidern mal ganz zu schweigen. Das ist noch nicht mal Mittelalter.

Das geht besser dachte ich. Deshalb plane ich Attentate. Wo Leuten nichts passiert aber die Empörung groß ist, das Kulturvolk keine Empörungsschnappatmung bekommt und die Restauratoren ihren Vermögensberater nicht bemühen müssen. Vielleicht würde auch jemand etwas Geld verlieren, dem es weiter nicht schadet weil noch genug übrig ist. Ich werde Sparkassenberater (Spässle gmacht)
Also Attentate allem Drum und Dran. Mit Fluchtweg und Bekennerschreiben. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Wenn die mich mal loswerden wollen brauchen sie keine ekligen Kindersexbilder auf meinen Rechner zu spielen.

Mann, jetzt bin ich aber abgeschwiffen.

Ja, die gute Frau Eichler hatte das alleinige Regiment über die Küche. Die Speisekarte war seit 1979 unverändert. Die Kuchen für die vielen Trauerfeiern – Das Lokal liegt direkt gegenüber vom Hauptfriedhof hat die betagte Tante gebacken. Wenn das Fleisch für Steak oder Schnitzel nicht passend schien gab es auch mal Gulasch oder Frikadellen, nur dann. Freitag Abend waren sie meistens ziemlich leer gegessen. Dann gab es gemischte Speisekarte auf einem Teller. Aber immer frisch.
Es kam wie es kommen musste. Durch ständige einseitige Belastung gab mal das Hüftgelenk nach. Mit der OP wurde gewartet bis es wirklich nicht mehr anders ging. Selbstständige halt. Bei der OP wurden Nerven verletzt. Dann ging nichts mehr.
Der Enkel hätte es machen sollen und wollen. Doch der war Verracht*. Zu viele Änderungen in zu kurzer Zeit. Wollte aus einer Bindingkneipe eine Apfelweingaststätte machen. Das Stammpublikum hat es mitgemacht. Es wurde nicht so schnell angenommen, es kamen keine neuen Gäste. Frust.

Seit 1. Juli ist Feierabend.

*Symbolname

Der U-Bahnsteher muss weg.

Zumindest im Winter.
Und schon wird es kompliziert. Sehr sogar.

Das Setting: Es ist Winter. Eine U-Bahn fährt ein. Ich möchte einen Sitzplatz.
(Extra: Der Sitzplatz sollte strategisch günstig zur hektisch schaltenden Fußgängerampel an der Aussteigehaltestelle sein. Es ist Winter.)

Durch die Fenster werden die freien und möglicherweise frei werdenden Plätze gescannt. Auch Ausweichplätze mit zumutbaren Sitznachbarn kategorisiert.
NoSeats sind Omas im Pelzmantel mit Hackenporsche, Kampfhundbetreiber, Leute – die mir ihr vorher zu sich genommenes Essen noch mal zeigen könnten und Stinker – bei dieser Klasse kann die olfaktorische Prüfung leider erst vor Ort stattfinden.
MaybeSeats sind Junkies – die schlafen eh gleich ein, Handystreichler und wichtige Menschen – deren Beinspreizwinkel mit der gefühlten Göttlichkeit korreliert.
WellSeats sind so der ganze Rest.

Action!
Die Bahn steht. Ich habe einen günstigen Einsteigeplatz – denke ich. Denn ich stehe entweder an der Seite wo sie alle aussteigen, wo die Nachzügler aussteigen oder eine Mutter mit einem sorgsam verkeilten „Ich-will-nicht-fahren-Kind“ drängelt sich vor mich. Derweil werden die Plätze von anderen belegt. Ich stehe dann neben einem nassen, stinkenden Mountainbiker nebst schlammstrotzender Tretmühle; einem nicht nassen Berber mit tütenstrotzender Tretmühle oder einigen knochigen Erfolglingen, die mir ständig ihre dürren Gebeine in die Seite pieksen.
Das übliche Setting also.

Doch manchmal kommt es ganz anders. In diesem Eingstieg steht nur einer. Die Gelegenheit wäre günstig aber es der Teufel in Menschengestalt und das geborene Fegefeuer in Personalunion: Der U-Bahnsteher.
Seine Geschichte ist nicht bekannt. Seine diabolische Tätigkeit verrichtet er auf unterschiedliche Art und Weise. Nie ist die Menschheit vor ihm sicher. Auch kann er beliebig das Geschlecht wechseln.
Bei den weiblichen U-Bahnsteherinnen scheint es sich um entlaufene Klosterschwestern zu handeln, die mit dem wirklichen Leben nicht so vertraut sind. Es gibt sehr viele von ihnen und sie sind einfach zu erkennen. Wenn sie beispielsweise über die Fußgängerzone gehen und plötzlich bleibt jemand vor ihnen stehen und guckt entrückt sinnentleert oder ändert urplötzlich die Gehrichtung so dass Kollisionen unvermeidlich sind: Das ist eine U-Bahnsteherin.
Die männliche Ausprägung hat eher etwas von Cordez dem Eroberer bei dem Erstbetreten der zu zivilisierenden Wildnis. Der ganze Stolz, die ganze Erhabenbenheit eines großen Geistes wird für alle Umstehenden sichtbar wenn er aus der U-Bahn steigt und erst Mal eine Weile vor der offenen Türe stehen bleibt – bis die Plätze alle besetzt sind.

Ich bin ja noch gar nicht abgeschwiffen.

Der U-Bahnsteher ist nur im kalten Winter eine wahre Plage – im Sommer hingegen..

(Wir befinden uns in Frankfurt wo die FES voraussetzt, dass jeder Fahrgast Bankvorstand ist und nur im Dreiteiler mit Krawatte aus dem Hause schreitet werden die neuen Verkehrsmittel auf gefühlte 9° Celsius heruntergekühlt.)

…bringt er Wärme in die Welt

Die Flaschen müssen weg

Immer nach den großen Feiertagen stellt sich eine Frage: Wo sollen die Beweismittel entsorgt werden? Das gesamte Nordend ist dann komplett mit Flaschen zugestellt. Vielleicht machen das die Nordendler auch mit Absicht – Schließlich soll der neidische Nachbar erfahren mit welch edlen Gesöff sich der Glasstifter die Lichter ausgeschossen hat.
Für Konsumenten der Qualitätsmarken Kellergeister, Amselfelder und Faber ist dort natürlich kein Platz deshalb stellt sich gerade zu dieser an etwas „ruhiger“ Stelle platzierte Container in der Feldgerichtstraße als ideale Lösung dar.

Das formschöne Objekt in dem Corporate-Identiy-Blau der Marke Frankfurter Stadt Entsorgung gehalten verfügt über 6 praktische Input-Counter in Armhöhe. Drei auf jeder Seite. Die Glaswaren können drei verschiedenen Farbgruppen zugeordnet werden. Eine Denksportaufgabe, die von Humanioten > 2 Jahren eigentlich zu bewältigen sein sollte. Eine Manschette aus handgeschöpftem Qualitätsgummi verhindert einen Kontamination mit dem, nennen wir es so, Gut.
Er ist schallgedämmt was an diesem Standort ebenso total überflüssig ist wie der Hinweis „Kein Einwurf nach 19:00 Uhr“. Denn dieses Objekt steht genau vor dem Hockey-Feld des Sportclubs 1880. Auf Sportplätzen wird sowieso nur herumgebrüllt und das mindestens bis 22:00 Uhr. Dieser Sportclub beherbergt übrigens folgende Sportarten: Hockey, Tennis, Rugby, Lacrosse und Kricket.
Derlei Sport frönt übrigens gerne der typische Nordendler. Vorgefahren wird dann nicht mit dem Kinder-zur-Schule-bring-SUV sondern eher mit etwas Flachem in sportlicher Anmutung. Das führt wiederum des Öfteren zu freiwillig unfreiwilliger Komik wenn sich nach erfolgreichem Sporteln hormonelle Verschiebungen in einem sofortigen Vollzug zu Entladen suchen. So stehen öfters an Nothalten beschlagene PS-Flundern in denen sich Mitvierziger Dinge zutrauen an denen schon bewegliche Achtzehnjährige gescheitert wären.

Ich schweife ab.

Und habe die Kellergeister-, Amselfelder und Faberflaschen im Oeder Weg abgestellt und dafür ein paar leere Petrus, Bollinger und Yquem Flaschen getauscht. Dort hinein werden dann zum nächsten Fest die Tetrapakraritäten aus dem Polen-Netto in der Borsigallee gekippt. Die Verwandschaft wird das zu schätzen wissen.

Prösterchen.

Die Wielandstubb musste weg.

Gibt es in Frankfurt eine Handkäsinstitution? Morgen muss man sagen „Es gab“.
Dieser Käse, der gar keiner ist, bedarf einer freundlichen Hege und Pflege. Er ist nämlich sehr neugierig und möchte deshalb immer mitten im Geschehen reifen. Ja, die Reife. Unreif schmeckt er nach Fensterkitt. Reif hingegen hessisch. Überreif hat er eine vergrämende Wirkung und wird deshalb gerne zu Kochkäse vermikrowellt.
In der Wielandstubb hat er noch seinen würdigen Schrein. Wie bei vielen Thaigastätten ist ihm auch hier ein würdiger Platz geboten: An prominenter Stelle steht ein großer salzglasierter Topf aus dem Kannenbäckerland in dem sich die guten Stücke für ihr weiteres, kurzes Erdendasein einstinken dürfen. Wie bei allen echten Monstranzen ist auch diese mit einem Tuch bedeckt.
Erschallt nun der Ruf „Erst mal en Handkäs!“ holt der Kellner mit geübten Händen und geschultem Blick ein gutes Stück hervor und bringt es dar.

Allerdings sind wir hier im anarchistischen Nordend wo auch gerne mal Heilige entsockelt werden. Auch der kleine Stinker. So gibt/gab es alle 14 Tage den Handkäs der Woche.
Ein besonderes Modell ist hier als Muster schlecht fotografiert.
Ein Handkäs Schwarzwälder Art. Mit Schlagsahne, getrockeneten Kirschen, Schokostreuseln. Er nahm ein Kirschwassserbad. Kam gut – wirklich.
Ein Handkäs polnischer Art mit Tomatenmark und gerösteten Knoblauchzehen war hingegen eher für abgebrühte Zeitgenossen ein Genuss.
Ein Handkäs thailändischer Art mit Lauchzwiebeln und Limetten ein Leckerli.
…..

Grundsätzlich gibt/gab es in diesem Lokal drei Hauptzutaten:
Handkäs
Kartoffeln – in allen möglichen Aggregatszuständen außer Pommes Frites, selten hausgemachte Klöße
Nackenfleisch
die stets anderweitig zusammengestellt waren und auch exotischst verarbeitet.
Genial sind/waren die Salate: Unter den hasenohrgroßen Salatblättern, zweifelsfrei ein echter Koch – die hassen grünen Salat, fanden sich feinst zubereitet aber grob geschnitzt Jahreszeitlichkeiten.
Natürlich hat es auch gedauert, so wie es überall dauert wo frisch gekocht wird.
Stammgäste gibt/gab es trotzdem genug.

Jetzt wurde der Pachtvertrag gekündigt.
Heute ist der letzte Tag.
Alles muss raus.
Gibt wahrscheinlich wieder so ein Rote-Beete-Thymian-Ziegenkäse-an-Honigschaum-Dings wo die ersten Wochen die Leute hingehen, die immer die ersten Wochen irgendwo hingehen.

Ich schweife ab.

Wer einmal den wunderbaren Geschichtsroman „Die Vollidioten“ von Eckhard Henscheid gelesen hat: Die Wielandstubb war neben oder nach dem Pizza-Peter der zweite Fluchtpunkt nachdem der Mentz zugemacht hat.
Die Vollidioten hocken jetzt im Henscheid.

Die Ebenen müssen weg

Kürzlich in der U5

„Ist das die U5?“
„Ja“
„Richtung Preungesheim?“
„Ja“
„Wissen Sie, ich bin Beraterin und muss jemandem die Konstablerwache erklären.“
„-“
„Das ist schwierig mit den Ebenen – Ich habe fast die S-Bahn nicht gefunden.“
„-“
„Ich finde diese Station sehr kompliziert und unübersichtlich“
„Das ist doch alles beschildert“
„Schon, aber welche Ebene ist das? Ich muss das meinem *-* beibringen.“
„Mal überlegen.
Ebene A ist der Deckel auf der Konsti, wo Nikki de saint Phalle keine Nana hinstellen wollte weil der Platz so häßlich ist.
Auf Ebene B befindet sich der Obststand Uluc, der dient auch gleichzeitig der Zeitansage:
Von 8:00 bis 11:00 ruft er ‚Alles frisch‘; von 11:00 bis 14:00 ‚Obst ist gesund‘ und ab 14:00 ‚Aaaales ein Öro‘.
Auf Ebene C ist die Kanalisation unter der Bäckerei Eiffler etwas leck geworden, so dass es über Wochen roch wie manche Nachtbusnutzer aus dem Mund. Das wurde mittlerweile durch eine grandiose Handwerksleistung beseitigt. Wir sehen hier die Auffangwanne nebst Ableitung:

und die Ableitung der Ableitung:

Die S-Bahn müsste dann auf Ebene D sein. Also da wo sie hingehört: ganz unten.
Mittlerweile haben sie auch das ganze Asbest entfernt, nur die Deckenverkleidung….“
„-“
und verließ konsterniert die U-Bahn an der Haltestelle Musterschule.

Ich schweife ab.

und stelle mir die Frage warum ich Beratern nicht so recht traue.

Der Staat muss weg

Als ob es nicht schon jeder längst geahnt hätte. Deutschlands Brücken sind nicht mehr sicher. Die Gleise sind derart verrottet, dass eine Zeitersparnis von 7 Minuten die Stuttgart21 auf der Magistrale für Europa(!) Paris-Bratislava bringen soll schon hundertmal verhackstückt sind.
Die Bundeswehr befindet sich in einem Zustand der dem der nationalen Volksarmee der untergegangen DDR in Nichts nachsteht. Nur waren die Soldaten der NVA fitter weil sie nicht die abgelaufenen EU-Reserven, die mit Geschmacksverstärkern gepimpt sind, essen mussten.
Merkel kann nicht mal mit Messer und Gabel essen und die abgehalfterten Politer werden bei zweifelhaften Organisationen untergebracht.

Ich schweife ab

und bringe ein Symbolbild

Der Abriss ist die ehemalige Oberfinanzdirektion, geschützt/getäuscht wird die Bevölkerung durch Import-/Exportbehältnisse und auf dem Gelände entsteht dann hochsubventioniert der Neubau einer Frankfurt School of Finance.

Noch Fragen?

Der Stolperstein ist weg

So ist das nun mal mit dem Deutsch sein. Vergangenheit.
Entweder wird damit umgegangen oder ist Spielball der Interessen. Ich gehe lieber damit um und gucke bei Antinazidemos auch mal einem Bereitschaftspolizisten, der das Urteil eines einfach gestrickten Richters verteidigen muss, böse/entschlossen an. Das kann auch mal einen Sonntag dauern. Ist auch lustiger als sich das Entscheidungsfindungsgefasel eines einfach gestrickten Richters auf dem Golfplatz anhören zu müssen.
Besonders gut finde es wenn so eine Unfassbarkeit wie die Shoa eine Fassung bekommt. Ich meine jetzt nicht diese zementtote Bertroffenheitsorgie dieser Möchtegernjüdin Lea Rosh. Das ist ein normales Denkmal: Leute hocken sich drauf, essen dort ihre Stulle und pinkeln nachts an den Sockel.
Ich meine die Stolpersteine des Herrn Demnik. Das Grauen war überall. Ist.

Und so schlurrt der Verfasser am Untermainkai entlang und entdeckt bei Hausnummer 30 eine Plombe.

Bei sowas werde ich zum Blockwart. Echt. Diese Bappsäck wollen die Vergangenheit nicht vor der Haustüre haben. Recherche ist nötig. Wer. Was. Wann.
Und siehe es wurde ein Stein verlegt: Am Untermaikai 20
(Steinschneider, Adolf Moritz,20.6.1894 Untermainkai 20 interniert Vichy-Frankreich, 11.6.1944, gestorben 15.10.2004)
Und da ist er auch:

Ob die sich wohl bei der Verlegung in der Hausnummer geirrt haben?

Ich schweife ab.

Die armen Menschen wurden damals auch durch Kennzeichnungen, die sie offen zu tragen hatten gepiesackt. Gelbe Sterne, rosa Dreiecke……

Die letzte Kennzeichnung in Deutschland war der Säuferbalken im Führerschein. Vom Verfassungsgericht abgeschafft.
Doch jetzt denken Politiker über eine Markierung in Pässen nach: Wer in die Ecke von Dschihadistan verreisen möchte bekommt eine Markierung in den Pass. Zwecks der Fahndung. Passt gerade zu gut. Keiner mag die IS. Ich auch nicht.

Aber warum höre ich keine Empörung von NSA-geproofter und empörter Seite? Nix!
Also wird demnächst mein Pass folgende Markierungen enthalten: Wählt seltsame Gruppierungen, trinkt Apfelwein pur, kann Handkäse machen, überzieht den TÜV mehr als ein halbes Jahr und geht gerne zu Fuß.

Ich habe ein Problem.

König Fußball muss weg.

Hach! Wenn der werte Leser denkt Waswegmuss würde sich eine gekünstelte Antifußball- und Fifa-ist-böse-Erregung aus den Finger zutzeln wird wohl enttäuscht.
Fußball ist mir grundsätzlich erst mal egal. So wie mir das Meiste er mal egal ist. Gewissermaßen eine art religiöser Egalheit besonders um die Erregungsauguren zu erregen.
Natürlich würde ich mich nicht für ein Public-Viehing in ein Paddock sperren lassen. Aber wenn in der Wirtschaft ein Spiel über den Flatscreen pixelt – why not?

Ich schweife ab.

Warum soll man über Könige schreiben wenn es Götter hat?
Ein aus dem Olymp der Kickerei gefallener Fußballgott lebt in Frankfurt. Er nennt sich auch Fußballgott; Besser: „Ich bin der Fußballgott!“
Fußballer war er wohl nie. Zwar für einen „Uffgestumpte“ etwas zu groß, aber nur etwas. Auch nicht dick genug, aber schon gut beieinander. Sein runder, haarlos glänzender Kopf ruht halslos auf den Schultern. Meist trägt er einen Ledermantel, der für einen Mantel zu kurz und für eine Jacke zu lang ist.
Er bewegt sich strammen Schrittes durch die Stadt um zu einem Anlaufpunkt zu geraten. Dort läßt er sich nieder packt seine zwei bis drei nicht mehr ganz so neuen Handys auf den Tisch/Tresen und eröffnet gerne mit: „Das 6310 war das beste Handy, das jemals gebaut wurde!“.
Dann packt seine Wettscheine aus. Nicht so ein Oddsetkram. Nein, so richtige Wettscheine mit Drittligaspielen aus so bedeutenden Staaten wie Sinistrien, Bophutatswana oder Absurdistan. „Wenn ich alle 10 Spiele richtig habe kriege 10234,- für einen Einsatz von 16,23!“ Acht Richtige schafft er immer. Manchmal scheint er auch alle richtig zu haben dann ist er mit einer waldbrandhaarigen Frau zu sehen. Immer der Gleichen. Auch sieht man ihn mal in Sachsenhausen kellnern. Gefallene Götter machen das so.
Ich liebe seine Sprüche.
Spanien: „Rasenschach, ich sage nur Rasenschach!“
Italien: „Fallen um wie die Fliegen wenn der Schiedsrichter nicht richtig guckt!“
England: „Die können wenigstens noch einen Ball kaputt treten!“
Brasilien: „Brasilien stirbt in Schönheit, ich sag’s euch!“
Dann gibt es noch den Statussymbolspruch. Einen der nur in Frankfurt Bestand hat: „Meine Gerichtsakten sind in Leder gebunden!“

Vielleicht kreuzen sie mal seine Wege und lassen sich dozieren es lohnt sich.