Das Kurzgebratene muss weg

Der Gartensalat auch.

Wir waren da mal in Wien. Über Pfingsten. Das war ungünstig weil da was europäisches mit kreischenden B-Musikern zum Besten gegeben wurde. Wir konnten die letzten Zuckungen in einer rumänischen Gaststätte namens Donaudelta auf mindestens Zwanzig 55 Zoll Bildschirmen bewundern. Auf rumänisch. Die gummiartigen Cevapcici konnten mit dem -logisch- rumänischen Schnaps in Zaum gehalten werden.
Grundsätzlich war der Termin so ungünstig dann doch nicht weil die ganze Stadt voller glücklicher schwuler Pärchen war. Schon süß anzuschauen. Wirklich. Der ESC scheint ein schwules Hochfest zu sein. Hat was. Vor allem mit Käseigel in der Bentobox. Wenn jetzt auch noch die Bäume geblüht hätten….

Ansonsten ist das Wien sehr ostig das Wien. Richtig ostig sogar

Auslage in Arbeit

Die Vororte riechen etwas nach feuchter Braunkohle, das Zentrum nach Pferd, die öffentlichen Verkehrsmittel haben Patina und die Bahnhöfe sind sauber. Wäre der Osten mal so geblieben dann hätten sie jetzt ihre blühenden Landschaften. So haben sie Pegida und nicht mal ein anständiges Kaffeehaus in Dresden. In Leipzig auch nicht. In Wien auch nicht.

Wir haben das probiert. Im Landtmann gab pro japanischem Reisebus eine Zeitung. Das Hawelka war voll und das Demel gehört einem Wiesbadener Türken der auch die Ecclestone Entourage befüttert. (Vorsicht ganz Übles Soundfile)
So hat es uns dann die Nichtganzsoinnenstadt geführt. Tja – ich muss sagen:

Feinkost

Das war wie früher. Das Wiener Schnitzel entfettet. Die Panade/das Panier exakt so stark wie das Fleisch. Deshalb gibt Salat dazu. Nur Salat. Kleingeschnitten und durchgezogen. Keine mümmelgerechte Ganzlattigkeit mit Crossover-Schnickschnack.
Das Saftgulasch hat bestimmt schon ein paar Tage auf dem sorgfältig geschmorten Buckel. Zu den sieben Fleischstücken gab es genau sieben halbe Salzkartoffeln. Diese haben genau für die Soße gereicht. Das nenne ich Handwerk.
Das gesottene Rindfleisch schwamm in einer ordentlichen Brühe. Es kann dort bestimmt tagelang schwimmen ohne dass es auslaugt.
Der Meerrettich -ja der heißt dort Kren- ist natürlich frisch gerieben.
Im Prinzip die Küche bevor die Fertigsoße und das Convenience-food auf die Menschheit losgelassen wurde.

Jetzt bin ich aber mal abgeschwiffen.

Oder auch nicht.
Warum muss man denn ein paar hundert Kilometer* fahren um ein anständig gekochtes Essen zu bekommen?
Kann das mal einer erklären?

*Zu den paar hundert Kilometern zählt natürlich auch Oberfranken und die Oberpfalz aber garantiert nicht (mehr) das Protektorat Ostelbien.

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2 Gedanken zu “Das Kurzgebratene muss weg

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