Gastropreise müssen weg. Bewertungsportale auch.

Asche auf mein Haupt. Ich habe geqypt und geyelpt. Letzteres aber nur um diesen „Community-Managern“, mit ihrem Bla zuvor zu kommen. Ich gestehe ja. Aber selten.
Dieser Blog hat Leser. Yelp Sternchenzähler. Das Journal Frankfurt auch. Von diesen Gastropreisen mal ganz zu schweigen. Und diese dummen Wirte hängen sie auch noch an prominenter Stelle auf. Ohne Not!

Knurrr!
Beiß!
Nix – jetzt schweife ich ab – nein. Rant!
Aber sowas von! Drecksgesindel, blödes!

Es geht darum. Nein es geht um eine Frankfurter Institution: Apfelweinwirtschaften.

Bei den Puristen geht kein Gastropreisfuzzi rein – er würde rausverarscht. Ja, verarschen ist die hohe Kunst des Apfelweinkellners. Im Prinzip geht der Gast nur in eine Apfelweinwirtschaft um sich verarschen zu lassen. Nicht monetär, nein bedientechnisch. Der ungekrönte König war übrigens der Kellner Wolfgang von der untergegangenen Eulenburg in Bornheim.
Wenn der Gast beispielsweise vor sich stehend ein leeres Apfelweinglas und einen leer gegessenen Handkäs-Teller hatte und noch einen bestellte. Bekam er noch einen Handkäs. Widerspruch war zwecklos. Charmant zwecklos.
Somit sind die Puristen vor Gesindel sicher. Die Puristen sind: die 3 Steuber in Sachsenhausen, der Momberger in Heddernheim  und die Krone in Seckbach. (Bei den Puristen gibt es keine Süßgespritzten. Nicht mal als Bausatz)
Bausatz: Die meisten Apfelweingaststätten haben eine perfide Form der Brandmarkung der Süßgespritzttrinker erfunden: Sie reichen ein kleines Fläschchen Fanta zum „Selbstspritzen“: Das steht dann wie ein Pestzeichen neben dem Gerippten.

Sehr viele Pestzeichen sah man früher im Kanonesteppel. Seit die ihre Speisekarte keine abgegriffene Dokumentenhülle nebst Inhalt, sondern so ein Büchlein und im Eingang so Deko ist werden sie begastropreist – gut waren sie schon immer. Platz war schon immer schwer zu bekommen. Außerdem dürfte es das einzige Lokal in Frankfurt sein, das ständig Rindersolber auf der Karte hat.

Ich schweife jetzt doch ab.

Mit dem Gastropreis kamen sie auch – die Salatbesteller; die Hinter-einem-Glas-Wasser-Sitzenden-und-muffelig-Guckenden; Möchtegernfrankfurter, die zu jedem Schobbedeckel einen Fragenkatalog vortragen und dieses Pack mit diesen Spießerfrisuren, karierten Hemden in Normgröße sorgfältig in die Hose gesteckt, mit ihren Hundenamen und ihrer Apfelschorle. Sie essen Salat. Gucken wichtig und gehen exakt nach 30 Minuten. Sie waren hier – die Heuschrecken.

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11 Gedanken zu “Gastropreise müssen weg. Bewertungsportale auch.

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