Der Luftballon ist weg

Meine Güte,
das war ja fast ein Vorweihnachtsterror. Sie wissen ja: Nur noch Happymusic im Radio – so wie damals auf der Transitstrecke. Ständig dieses Besoffen machende Glockenspiel-Blimmblammblomm bei genau Tempo 100. Verquerte, pappsüße Texte, die wohl einen Hintersinn haben sollen den keiner versteht. Auch die Stasi, vulgo freiwillige Selbstkontrolle, nicht.
Auf halber Strecke sehnt Mensch sich nach einem Ende des Terrors. Möge nur die Gallenkolik, der Avus recht bald über uns kommen und die Züge wieder fahren um uns zu erlösen. Hauptsache die bucklige Verwandschaft ist bald aus dem Haus, die Verspätungen sind wieder pünktlich und man kann noch mal kurz Gas geben.

Und was hast du am 9. November so gemacht?

1918 habe ich die Republik ausgerufen.
1923 bin ich auf die Feldherrenhalle marschiert.
1938 habe ich Fensterscheiben eingeworfen und dem Rebbe seinen Stuhl mitgehen lassen.
1974 bin ich in der Justizvollzugsanstalt Wittlich verhungert.
1989 war ich in der Sauna und habe dann in einer Mietswohnung im ersten Stock eine Dose Bier getrunken.
2001 beschließe ich das Anti-Terror-Gesetz
2007 verabschiede ich das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.
.
.
.

Ich schweife um
und gehe zu den bedeutenden Feierlichkeiten auf der Fanmeile.

Der letzte Satz in Nenas 99 Luftballons lautet: „Und ich lasse einen fliegen.“
Oder wie der Hesse sagt Ferz und Feuerstein.
(Brennbare Gase in Verbindung mit Funkenflug führen zu Verpuffungen.)

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