Das Handy muss weg

Ja, ich habe einen Vertrag. So einen mit alle zwei Jahre ein neues Handy der Schusterklasse. Als geiziger Schuster habe noch 51,-€ draufgelegt und ein Outdoorhandy gekauft auf dass es vier Jahre halte. Das hielt, hatte aber nach zwei Jahren und drei Monaten ein neues Hobby – Speicherkarten grillen.
Ich kam mir vor wie diese Amalia Bibliothek nach einem Hackerkongress. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Interimshandys vom Teufel selbst: Motorola E eine Google Einverleibung. Ohne Taschenlampe und ohne Autofokus. Dafür geht beim Abheben immer der Lautsprecher an. Mit automatischem Echogenerator. Ich klinge jetzt wie Helene Fischer im Stimmbruch und die Gesprächspartner sind Bänder. Sie sagen immer: „Du Chef? Will Audo kaufe.“

Hier das Hochglanzexemplar aus 30 Verpixelungen: Foodporn mit Kondom.

Photoshop weigerte standhaft sich dieses Bild zu bearbeiten

Ich schweife ab.

Das Verpixelte stellt einen Handkässtrudel dar. Als Beutehesse und eingeplackter Frankfurter wollte ich ein Gericht zu Ehren der größten aller Fernsehsendungen machen: Dem blauen Bock*1. Die Herausforderung bestand darin den drei Protagonisten kulinarischen Raum zu verschaffen.
Bei Heinz Schenk war das ganz einfach: Der sieht schon aus wie eine mit Handkäs überbackene Kartoffel. Im Bild rechts.
Lia Wöhr musste als Opernregisseurin und Produzentin natürlich der Teig sein, der alles zusammenhält. Einzige Frau im Bild.
Reginald „Reno“ Nonsens. Ein verkanntes Kabarettgenie, Kommunist und auch sonst ganz fit. Für den habe ich die Tunke gemixt.

Augsburger Allgemeine

Rezept

500 Gramm festkochende Kartoffeln in maximal 1cm große Würfel schneiden.
5 Minuten in Salzwasser mit etwas Curcuma kochen. Ausdampfen lassen.
1 Handkäs, nicht zu durch, atomisieren und in Kümmenschnaps/gemahlenem Kümmel marinieren.
4 Lauchziebeln in Rädchen schneiden.
Das Ganze mit einem kleinen Becher Schmand, Salz und ordentlich weißem Pfeffer verrühren*2.
Filoteig beim Türken holen und doppellagig mit flüssiger Butter anfeuchten.
Handkäs/Kartoffelmasse auf dem Teig verteilen und einrollen.
30 Minuten bei 200°C backen.

Hochgefährliche Tunke:
2 rote Gemüsepaprika schälen und pürieren. In ein Tuch packen und Wasser ausdrücken. Leicht salzen.
1 Teelöffel Honig
1 Teelöffel Essig
1 Teelöffel Tomatemark
und eine atomisierte halbe Pepperoni glattrühren.

Warm mit einem Klecks Nonsens servieren.
Wer gerne aufwärmt wir bei dieser Speise feststellen, dass die Mikrowelle dafür nicht taugt.

*1 Die beste Fernsehserie der Welt war natürlich „Acht Stunden sind kein Tag“ von Rainer Werner Fassbinder.
*2 Unbedingt verrühren. Im Mixer wird Schmand zur Brühe.

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