Die Rennbahn muss weg

Wir waren Sonntag erstmals beim Turf. Zuschauen.
Ja, ich muss es zugeben: Zugucktechnisch sind Galopprennen echt der Bringer. Entspannungstechnisch auch. Nervenkitzlerisch sowieso.
Jetzt mal der Reihe nach:
1. Eintritt.
Vorherhige: „Zwei Erwachsene“ „Achtzehn Euro“
Wir: „Sind zwei Erwachsene ohne Kind auch eine Familie?“ „Ja, fünfzehn Euro“
Nachkommende: „Zwei Erwachsense“ „Achzehn Euro“
2. Umgebung unterfußig:
Grünes Gras für die Pferde, Kieswege und Betonpflaster für die Zuschauer.
3. Umgebung atzungstechnisch:
Es gibt recht gute Sachen zu Preisen, die sich unterhalb des Stadtniveaus bewegen.
Alkohol in Gläsern und auch schön Gemixtes.
4. Umgebung Feeling:
Keine Hundertschaften. Keine rotköpfigen Fans. Ganz entspannt geht der werte Besucher von Station zu Station und schaut so halbe Stunde mal vorbei wie die Pferdchen so ins Ziel hoppeln.
5. Volk:
Alles da. Vom abgerissenen Zocker bis zum echten Dandy mit seiner Dandine.
Hüte auch. Auch zu kaufen. Auch in schön. Auch gut bei Sonne. Es gab Sonne.
6. Pferde:
Sehen größtenteils aus wie Konstantin Wecker vor dem Kokainentzug.
7. Wetten:
Unbedingt wetten! Geht ab 50ct und die Adern schwellen beim Zieleinlauf
wie die von Konstantin Wecker vor dem Kokainentzug.
8. Gewinn. Haben 13,5 gewonnen. Nach Abzug der Unkosten sind noch diverse Rationalisierungsmaßnahmen zu treffen.
Die Leuchtturmfunktion wird der Bereich „Besser tippen“ einnehmen. Auf Aperol Sprizz, Flammkuchen und Wein kann aus technischen Gründen nicht verzichtet werden.

9. Unser Pferd war Nummer 3. Nicht im Bild. Maresco, eine elfjährige Stute. Wir haben sie dann Erasco genannt.

10. Ich schweife ab.

Der schöne Markus, Tankwart zu Unterliederbach – ääh Markus Frank Wirtschafts- und Sportdezerent der Weltmetropole Frankfurt am Main hat im Januar beschlossen, daß die Rennbahn defizitär arbeitet und deshalb ein DFB-Bootcamp auf dieses Gelände soll. Dem grünen Baudezernenten Olaf Cunitz wurde ob solcher Zukunftsmacht glatt derart das Rückgrat gekrümmt dass die vielgeliebte Amtskette fürderhin auf dem Boden schleift.
Bei dem CDU-Dezernenten ist das noch logisch: Inklusion! Ja, sie lieben es wenn sich die Chefin ihre Spasmen auf der Tribüne abarbeitet.
Aber der Grüne? Da wird ein großer Park, der von anderen für umme gepflegt wird zugebaut. Rasen wird Kunstrasen. Öffentliche Fläche wird Abgezäunt und Hungerlöhner stellen die Security. Eingeknastet kann die Kaste dann dem „Volkssport“ frönen. Ohne Public Viehing. Mit ohne richtigem Bier, mit ohne Alles. Aber mit Flagshipfanshop. Isch schwör!

Ach ja, der Staat nimmt mit der Wett- und Totalisatorensteuer knapp 1,5 Mrd. Euronen ein. Fußball kostet.

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