Der Nazi ist weg

Frankfurt ist zugegebenermaßen ein schwieriges Pflaster für Nazis. Hitler konnte schon nichts damit anfangen und weil die Stadt halt auch einen Titel brauchte musste sie sich mit der Bezeichnung „Stadt des deutschen Handwerks“ schmücken. In die einzige bekennende Nazikneipe gehen die Glatzen nicht weil sich dort die Lederschwulen aufwärmen wenn es ihnen auf dem Klo des Hauptfriedhofs zu kalt wird. Und wenn die Nazis mal demonstrieren wollen lassen wir sie erst gar nicht zu ihren richterlich zugestandenen Plätzen kommen. Das schaffen die nicht mal mit Polizeiunterstützung.

Allerdings gibt es ein sehr grenzwertiges Event: Den Römerbergfrühschoppen der studentischen Verbindungen. Ich gucke mir das manchmal an wenn milchbärtig Verbundene mittags um zwölf sturzbesoffen durch die Gegend fallen und sich als die Herrscher der Welt fühlen. Ja, diese Typen kümmern sich später um CI-gerechte Krawatten, Karteikästen – nicht in blau, und interplementieren die ruinöse Firmensoftware. Den alten Herren sei Dank.
Leider fallen sie auch ihre Seilschaftsbändchen sorgsam tragend in beste öffentliche Bedürfnisanstalt Frankfurts ein.

Eine *****Toilette, die selbst japanischen Reisegruppen gut genug ist:
Verbundender pinkelt.
Türke ebenso.
Verbundener fertig; Wendet sich an Türken: „So wie du aussiehst findest du nie eine anständige Frau.“
Türke: „Wie sehe ich aus?“
Verbundener: „Guck mal in den Spiegel!“
Türke geht zum Spiegel: „Oh, so sehe ich also aus. Habe ich noch nie gesehen!“
Verbundener wendet sich an anderen Verbundenen, jung(Fuchs?): „Der Hemdenkragen muss unter den Jackenkragen!“
und torkelt seine Männlichkeit halb verpackend Richtung Festivität.
Der Türke trug über. Stand ihm. Findet bestimmt auch eine anständige Frau.

Ich schweife ab.

Einige Häuser unterhalb der Verbindung Badenia wohnte der Frankfurter Stadtnazi. Immer wieder neue Sprüche an der Wand. Das Weltjudentum sorgsam ächtend. Die Deutschlandfahne trägt das Logo von Mastercard.

Den eingeworfen Scheiben nach und dem zugewachsenen Vorgarten nach zu schließen hat er aufgegeben. Diese Frankfurter sind halt unbelehrbar.

Heute vor 21 Jahren gab es den Brandanschlag in Solingen. Er wurde von betrunkenen Nazis verursacht. Es gab 5 Tote. Jedes Jahr findet am HülyaPlatz, nach dem jüngsten Opfer benannt, eine Gedenkfeier statt.

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3 Gedanken zu “Der Nazi ist weg

  1. Ich liebe es, wenn Zuneigung mithilfe von Understatement ausgedrückt wird, sozusagen unterdramatisiert. Deine Liebeserklärung an Frankfurt ist ein wunderbares Beispiel. Danke dafür. Ich liebe es wirklich. Sowohl Frankfurt als auch Deine Liebeserklärung.

    „In die einzige bekennende Nazikneipe gehen die Glatzen nicht weil sich dort die Lederschwulen aufwärmen wenn es ihnen auf dem Klo des Hauptfriedhofs zu kalt wird.“

    Mann, Du kommst ja auch gut rum. Nicht auszuschließen, dass wir uns schon mal nichtsahnend über den Weg gelaufen sind. Weil, die Wege des Herrn sind unergründlich (Römer 11,33 … oder war‘s Konfuzius?)

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