Anwälte müssen weg

Vorgestern hatte mein französisches Scheißauto wiedermal so einen Mitteilungsdrang. „Anomalie Bremse“ erschall aus dem Mäusekino dazu noch ein ein rotes „Stop“ auf dem Armaturenbrett. Ich hielt an und warf mich schützend in den Straßengraben. Es passierte nichts. Nach einer gefühlten Viertelstunde führte ich die Fahrt fort. Test: Bremsen – bremst. Test: Vollbremsung – bremst voll und schüttelt sich ABS-mäßig. So fuhr ich nach Hause.
Ein freundlicher Zeitgenosse klopfte während einer Ampelpause an die Scheibe und meinte, dass das Bremslicht nicht ginge. Klar, die Karre war so ziemlich die erste mit Bussystem und das war noch etwas rudimentär, auskunftstechnisch. Bei neueren Modellen süddeutscher Fertigung werden schon Laufmaschen in der Fußmatte moniert.

Ich schweife ab.

Zu den freiberuflichen Juristen:
Als Beispiel lasse ich zwei Beispiele parallel laufen. Es könnten beliebig viele sein. Der Ritus ist immer der Gleiche.
Fall 1: Sie haben während ihres Urlaubs in Burundi ein Huhn überfahren.
Fall 2: Sie haben beim Handel von Zeug 3,5/18,5/21,7/26,8 usw. an Steuern nicht bezahlt.

Sie haben ein entsprechendes Schreiben erhalten und betreten mit hochrotem Kopf eine Kanzlei.
Der Anwalt greift sich dieses überfliegt es und lässt sein Auge dezent auf der Unterschrift ruhen.
Dann spricht er wissend, sorgenvoll den Namens des Unterzeichners aus. Ob das nun Chief Mnungbo oder Staatsanwalt/Richter Müller ist – egal.
Das ist die Falle Nummer 1: Sie fühlen sicher. Begründung: Der/die kennt seine Leute.
Darauf erfolgt sofort das Rating: „Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?“
Diese Frage beantworten sie grundsätzlich mit Nein.
Unterschreiben sie vorerst nichts.
Dann kommt Falle Nummer 2: Raffgierige Anwälte erzählen ihnen dann etwas von „Strategie“ und so einem Kram. In dem Fall sollten sie das Lokal sofort fluchtartig verlassen. (Das Gleiche sollten sie auch tun wenn ihnen in der Metzgerei beim Bestellen ein Leberkäswecks ein „warmmachen“ entgegen hallt.)
Ordentliche Anwälte beraten sie daraufhin. Geben Tipps oder setzen ein Musterschreiben auf. Diesen gegenüber können sie auch den Bluff mit der Rechtsschutzversicherung zurücknehmen.
In 95% aller Fälle kommt ein Vergleich heraus. So oder so.

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