Der Mixer muss weg

Waren Sie kürzlich mal in der Hausgeräteabteilung eines Elektromarktes?
Es tut sich dort ein interessantes Bild auf. Es sind nicht mehr Herren, die ehrfurchtsvoll vor einer Kaffeemaschine stehen und deren Mund ein „Jura, 15 Bar“ entfleucht während ein vorbeieilender Steve-Jobs-Klon verächtlich „Vollautomat“ rotzt. Es sind die Damen, die verzweifelt vor den drei zur Auswahl stehenden Normal-Mixern die technischen Daten studieren.
„600 Watt, zuwenig!“
„10.500 Umdrehungen, ich brauche 12.000!“
Der mitgeführte Partner schaut unwissend ins Leere und zuckt mit den Schultern.

Ich kenne nur einen Mixerhersteller und dessen Youtubeschnipsel sehe ich mir gerne bei schlechter Laune an.

(Amy & Pink, PAH!)

Ich schweife ab.

Dem unwissenden Partner kann durch umfangreiche Recherchearbeit meinerseits geholfen werden. Es ist die Lösung für das Binkinihöschen 2014: Kohlehydrate sind fast kein Thema mehr, Nahrungsergänzungsmittel auch nicht mehr Es geht um die chlorophyllige Eliminierung von Rettungsringen und der Gesundheit im Besonderen durch die neue Wunderwaffe „Greensmoothies„.

Wie funktioniert das?

Ich möchte das mal so übersetzen: Wenn man früher abnehmen wollte aß man statt etwas Anständigem einen schönen grünen Salat, gerne auch mal mit Obst und noch lieber exotisch gewürzt. Das Ganze auf einem netten Teller. Dazu trank man zwei Gläser Leitungswasser (Das ist schließlich im Gegensatz zu dem Flaschenzeugs gütegeprüft und dazu noch billiger.) oder nahm ein Fläschen Perrier. Das hieß FDH und hat recht gut funktioniert.

Daraus entsteht heutzutage ein Greensmoothie. Das geht ganz einfach: Den kompletten Salat, ohne Teller, Werkzeug & Co. und die zwei Gläser Wasser werden in einen Mixer gekippt und dann bei 12.000 Umdrehungen 1:56 Minuten „aufgeschlossen“. Davon trinkt der Selbstkasteier statt des Salates mindestens einen halben Liter pro Tag und wird dann ganz gesund und schlank; wenn er/sie es der nötigen religiösen Hingabe hinunterwürgt.
(Das gleiche Prinzip verfolgt übrigens auch ein Gartenhäcksler: Durch das Aufschließen haben die Bakterien was zu tun und im Komposthaufen geht ganz schnell der Punk ab; sagt die Gartenhäckslerindustrie.)

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Ein Gedanke zu “Der Mixer muss weg

  1. Oh, ja. Die Häcksler müssen weg und der ganze smooooothiekram auch, und die, die das zur neuesten Mode erkoren haben, am besten gleich mit. Es gibt Dinge, die muss man nicht verstehen. Also, weg damit.

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