Die New York Times muss weg

Schlimm für uns Frankfurter. Von der ganzen Welt bedroht. Von überall her schicken sie Banker und so ein Volk um uns zu beglücken. Meist sind nur für zwei Jahre hier und ziehen nach Karrieretown mit Vorgarten, vier Kindern und einem SUV. Jetzt hat auch noch die New York Times Bembeltown auf Rang 12 der Places to go in 2014 gesetzt. Die andere europäische Stadt befindet sich Platz 10 und heißt Rotterdam. Wegen der Architektur. Dabei ist Rotterdam der schlagende Beweis, dass Architekten mit der Maus nur noch Kuben aufziehen können. Manchmal ziehen sie diese auch noch schief. Das war dann wertvoll.
Und was ist jetzt in Frankfurt so toll, dass Münchner empört „Wir haben das Oktoberfest“ rufen müssen? Also liebe Münchner: Das war die New York Times und nicht „The Australien“ oder die „Ashai Shimbum“ und echte Münchner fahren in dieser Zeit sowieso in den Urlaub.

Die NYT meint es wäre ein Etablissement namens „Maxie Eisen„. Es wird dort das NYer-Nationalgericht Pastrami zu NYer Preisen serviert. Es befindet sich in der Münchner Straße auf der Stadt zugewandten Seite. Dort wird Alkohol ausgeschenkt. Auf der dem Main zugewandten Seite ist Helal angesagt. Dann wird noch eine Lokaltiät namens „Moriki„, die asiatische Speisen zu NYer Preisen offeriert. Dieses Lokal befindet sich im Sockel der Deutschen Bank Türme. (Ich könnte dieses Gebäude nur mit einem hinreichend großen und funktionstüchtigen Sprengsatz betreten und sehe deshalb von einer Einkehr ab.)
Dann hatten sie noch einen Spanier auf der Liste und ein Nachtleben.
Also alles so wie zuhause für NYler. Da kommt kein Heimweh auf!

Ich schweife ein

und zwar auf die Pastrami. Es gibt in eben dieser anderen Stadt mit Hochhäusern ein Deli namens Katz. Dort gäbe anscheinend das beste Pastrami der Welt. Nun Katz leidet sich von Katzef ab und der Hesse weiß: Es heißt Metzger. Es ist höchstwahrscheinlich auch noch Koscher. Es muss koscher sein. Ich habe es getestet: 100 Gramm Pastrami offen zwischen einer rohen, aufgeschnittenen Zwiebel, einem sehr reifen Munsterkäse und einem Surstömming zum Auslüften platziert. Der Geschmack dieses Lebensmittel änderte sich nicht. Der Geruch auch nicht. Es schmeckt nach trockenem Fleisch mit Gewürzen. Koscher halt. In Form der Pastramisandwiches schmeckt es wahrscheinlich nach den zugegebenen Würztunken.
Zum Herstellungsprozess: Gutes Rindfleisch wird nass gepökelt, dann mit vielen Gewürzen eingerieben, dann geräuchert und zum Schluss im Dampf gegart.(Diese Art der Hinrichtung war in der Zeit der Gegenreformation nur den schlimmsten Ketzern vorbehalten.)

Somit wären wir bei einer echten Frankfurter „Spezialität“ dem Rindersolber. Das wurde „nur“ nass gepökelt und damit schon ausreichend ungenießbar gemacht. Es wird gerne mit grüner Soße verabreicht. Essen Sie es nicht!
Wenn Fleisch zur grünen Soße dann mindestens Tafelspitz. Das wäre dann Frankfurt pur und nicht der Handkäs. Der kommt nämlich aus Mainz.
Mein Rezept für grüne Soße wird nachgereicht wenn die Zeit dafür ist: Nach Gründonnerstag.

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