Der Ironman muss weg.

Nur weil so ein paar tausend Grobmotoriker sich etwas beweisen müssen wird für einen Tag die komplette Metropole lahmgelegt. Bedeutende Stadteile, wie Seckbach und Bergen-Enkheim, sind faktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Gut, der Osten muss halt auch mal ran. Beim bedeutenden Radrennen Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn Hennigerturm ist es halt der Westen. Im Süden ist der Fluglärm und im Norden der Dauerstau auf der A5. Eine echte Metropole: rundum versorgt.
Am Mainufer, das sonst nur von Flaneuren und Kampfradlern benutzt wird werden schwitzende Menschen mit Schwämmen beworfen oder angerasselt. Die finden das dann toll. Wenn sie sich dann ausgetobt haben müssen sie noch einen Spießrutenlauf zur Gud-Stubb, dem Römerberg, absolvieren. Der endet mit einem lautsprechtosendem „Torben-Alexander is an Ironman““Karl-Heinz is an Ironman““Ronald is an Ironman“ andsoon – ungefähr zweitausend Mal. Das nennen sie dann Tourismusförderung. Frankfurter interessiert das weniger, es sei denn es sind Supporter. Aber das sind keine Frankfurter.
Das könnte der werte Schreiber ja locker negieren. Könnte. Leider ist die Radstrecke knapp 10 Kilometer identisch mit meinem Weg zur Arbeit. Das heißt ab Januar wird trainiert. Immer den Monitor mit Fitness-Level, nebst Pulse-Rate im Blick, die Straße nicht, hängen sie auf diesen Trockenständern aus Carbon. Bodenunebenheiten wird blitzartig großzügigst ausgewichen. Der motorisierte Verkehrsteilnehmer hat ja EPS und dieses Bremsdings.

Da lobe ich mir diese Feinmotoriker, die aus abgebrannten Streichhölzchen den Eiffelturm zusammenleimen. Die haben eine ruhige Hand, wissen wieviele Hölzchen sie verklebt haben, stören nicht und brauchen mit Vierzig auch keine neuen Kniegelenke.

Ich schweife ab.

Hemdenbügelnde Hemdenträger sollten das auch plätten können, das Teil. Wäre kein Problem da bügelfrei. Mittlerweile derart bügelfrei dass Mann sich fragt ob dieses Teil nicht eine Gummi- und Latexabteilung gehört. Immer glatt, trägt sich wie ein Fisch und stinkt noch schneller als diese Funktionsbekleidung aus recycelten Einkaufstüten.
Aus diesem Grunde: Ich bin für ausgebeutete Textilarbeiter, die einfache Baumwolle zu tragbaren Hemden nähen. Sie sollen nach dem Waschen aussehen wie ein zerrupfter Bovist oder eine krause Glucke. Aber sie sollen tragbar sein. Angenehm tragbar und nicht stinken.
Mein Bügeleisen hat ordentlich Dampf!
Danke.

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