Smartphones in der Oper müssen weg.

Sie sind unter uns. Sie sind allgegenwärtig. Sie sind die Smartphoneauthisten. Von weisen Kräften geführt wischen sie sich durch das Leben. Sie gehen sehendes Auges, Display geblockt durch unsere Welt und folgen blindlings der argumentierten Realität. Sie sprechen ihre auf den Bildschirm gesendeten Mantras nach. Sie missionieren damit: Gefühltes Wissen, hintergrundbeleuchtet. Das sind die Meister mit einem höheren Retina-Dan. Seien sie  nun SIII oder I5 geprüft. Sie haben eine andere Existenzform erreicht.

Dann gibt es noch die Sannyasins, oder auch Neuwischer genannt. Sie müssen immer gleich das Realitätsabbild ihrer Umgebung zeigen. LED-Ikonostatiker gewissermaßen. Die Nachfolger der Deutschen-Schlagertext-Erklärer. Aber das ist ein anderes Thema.
Jetzt saß so einer vor mir in der Oper. Er musste per Liveline(?) den Plot/Auswertung/Geschichtliches,
Geschlechtskrankheiten/Liebschaften des Komponisten/Librettisten ad hoc nachgucken und diese Hammer-Info sogleich seiner Angebeteten vor die Nase drücken. Es fehlte nur noch, daß er eine „tolle“, also die Interpretation auf Youtube erguckt hätte um sie seiner Liebsten sofort vorquäken zu lassen.

Meine Ohren vernahmen Händel,   in meinem Kopf spielten die Doors „The End“ und ich dachte an den 25. November: Internationaler Tag zur Beseitung von Gewalt gegen Frauen.

Ansonsten empfehle ich den, vor jeder Aufführung stattfindenden, kostenlosen Einführungvortrag in der Oper Frankfurt oder das Progammheft.

 

 

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