Die Felgen mussten weg

Auto-Teile-Unger ein ehemals grundsolides Familienunternehmen, mittlerweile in den Händen des zweiten Private-Equity-Fonds und hoch verschuldet wird  nun börsenfähig gepeitscht. Was das für den Kunden bedeutet können sie hier lesen:

Auf dem Beipackzettel der Tageszeitung war ein recht günstiges Felgenangebot zu sehen. Sortimentswechsel. Billiger als Stahlfelgen und optsich ganz brauchbar. Die dazu angebotenen Reifen waren nicht mein Ding.
Also Wunschreifen lauft ADAC-Test(zweiter) gewählt und los geht es.
„Dieser Reifen ist nicht unserem Sortiment, er würde Sie xx.xx kosten.“
„Machen wir.“
„Die Bedienung stürzt ans Telefon und fragt nach. Der Reifen ist in einer Woche lieferbar. Sie müssten aber 100€ anzahlen.“
„OK“
„Wir haben da noch ein paar Angebote: Sie können die Reifen mit spezieller Luft füllen das verringert den Verschleiß.“
Ich verneinte. Luft innen verringert Verschleiß außen, interessant. In Nachhinein wäre eine Gegenfrage ob das nun Lourdes-Luft, der Odem eine Gurus oder mit herausgefliterten Higgs-Boissons gewesen wäre ganz lustig gewesen. Schwamm drüber.
„Wir haben da eine Versicherung gegen Reifenschäden.“
„Ich fahre 40.000 Kilometer im Jahr.“
„Aber sie brauchen die ATU-Card mit 3% Mach-dich-nackig-Rabatt bei Arvato, Infoscore, Schufa & Co. bei Bankeinzug.“
„Mein Geldbeutel ist schon  etwas dick. Aber sie stehen auf Platz 53 in der Schlange.“
„Komisch, keiner will die Card.“
Nachdem dieses Prozedere vorbei war ging es ans Eingemachte: Der Hunni wurde unbar(!wichtig!) anbezahlt. Ein Termin festgelegt.
Waswegmuss erschien zum Termin. Nicht erschienen waren die Reifen.
„Können Sie mir eine Montage in einer Woche zusagen?“
„Selbe Zeit.“
Waswegmuss erschien zum zweiten Termin. Nicht erschienen waren die Reifen.
„Ich würde als Ersatz auch dieses Produkt nehmen.“
„Kann ich nicht machen. Wir rufen sie an.“ (Don‘ call us we call you – „Du mich auch“ auf Englisch.)
Eine weitere Woche ging ins Land. So rief ich die Hotline an.
„ATU!°!!“
„Guten Tag, ich habe einen Auftrag mit der Nummer…“
„ICH BRAUCHE DEN CODE!!!“
„Welchen Code?“
„JEDER REIFEN HAT EINEN BUCHSTABENCODE!!!!“
Zwei Dinge dazugelernt: Buchstabencode und sie haben SAP.
„NICHT LIEFERBAR!“
„Ich habe aber eine schriftliche Bestätigung.“
„DONT CALL US -WE CAll YOU!“
Aha, die Masche ist nun ersichtlich: Sie wollen, dass ich mit hochrotem Kopf meinen Einsatz züruckziehe. Nice try!
So habe ich an die Zentrale einen freundliches Fax geschickt in dem das Wort Schadensersatz vorkam und eine Kopie der Auftragsbestätigung beigefügt.
Drei Tage später erhielt ich einen Anruf vom selbsternannten Filialleiter(Am Telefon bin auch immer der Kaiser von China). Dieser Reifen ist nicht lieferbar. Sie montieren mir gerne das gewünschte (sonst teurere) Ersatzprodukt. Auf der Rechnung war dann noch Lourdes-Luft, seltsame Deckel, Luxusradmuttern, Versicherung und Co. kostenfrei vermerkt.
Bei der Übernahme war das Auto werbungsverseucht. Besonders ansprechend fand ich den fünffach ausgestreuten Werbezettel mit der Aufschrift: „Ozonbehandung gegen schlechte Gerüche.“

Hätten sie mal geguckt: Einen Wunderbaum „Leberkässemmel“ haben sie bestimmt nicht im Programm 😉

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