Die Wielandstubb musste weg.

Gibt es in Frankfurt eine Handkäsinstitution? Morgen muss man sagen “Es gab”.
Dieser Käse, der gar keiner ist, bedarf einer freundlichen Hege und Pflege. Er ist nämlich sehr neugierig und möchte deshalb immer mitten im Geschehen reifen. Ja, die Reife. Unreif schmeckt er nach Fensterkitt. Reif hingegen hessisch. Überreif hat er eine vergrämende Wirkung und wird deshalb gerne zu Kochkäse vermikrowellt.
In der Wielandstubb hat er noch seinen würdigen Schrein. Wie bei vielen Thaigastätten ist ihm auch hier ein würdiger Platz geboten: An prominenter Stelle steht ein großer salzglasierter Topf aus dem Kannenbäckerland in dem sich die guten Stücke für ihr weiteres, kurzes Erdendasein einstinken dürfen. Wie bei allen echten Monstranzen ist auch diese mit einem Tuch bedeckt.
Erschallt nun der Ruf “Erst mal en Handkäs!” holt der Kellner mit geübten Händen und geschultem Blick ein gutes Stück hervor und bringt es dar.

Allerdings sind wir hier im anarchistischen Nordend wo auch gerne mal Heilige entsockelt werden. Auch der kleine Stinker. So gibt/gab es alle 14 Tage den Handkäs der Woche.
Ein besonderes Modell ist hier als Muster schlecht fotografiert.
Ein Handkäs Schwarzwälder Art. Mit Schlagsahne, getrockeneten Kirschen, Schokostreuseln. Er nahm ein Kirschwassserbad. Kam gut – wirklich.
Ein Handkäs polnischer Art mit Tomatenmark und gerösteten Knoblauchzehen war hingegen eher für abgebrühte Zeitgenossen ein Genuss.
Ein Handkäs thailändischer Art mit Lauchzwiebeln und Limetten ein Leckerli.
…..

Grundsätzlich gibt/gab es in diesem Lokal drei Hauptzutaten:
Handkäs
Kartoffeln – in allen möglichen Aggregatszuständen außer Pommes Frites, selten hausgemachte Klöße
Nackenfleisch
die stets anderweitig zusammengestellt waren und auch exotischst verarbeitet.
Genial sind/waren die Salate: Unter den hasenohrgroßen Salatblättern, zweifelsfrei ein echter Koch – die hassen grünen Salat, fanden sich feinst zubereitet aber grob geschnitzt Jahreszeitlichkeiten.
Natürlich hat es auch gedauert, so wie es überall dauert wo frisch gekocht wird.
Stammgäste gibt/gab es trotzdem genug.

Jetzt wurde der Pachtvertrag gekündigt.
Heute ist der letzte Tag.
Alles muss raus.
Gibt wahrscheinlich wieder so ein Rote-Beete-Thymian-Ziegenkäse-an-Honigschaum-Dings wo die ersten Wochen die Leute hingehen, die immer die ersten Wochen irgendwo hingehen.

Ich schweife ab.

Wer einmal den wunderbaren Geschichtsroman “Die Vollidioten” von Eckhard Henscheid gelesen hat: Die Wielandstubb war neben oder nach dem Pizza-Peter der zweite Fluchtpunkt nachdem der Mentz zugemacht hat.
Die Vollidioten hocken jetzt im Henscheid.

Die Ebenen müssen weg

Kürzlich in der U5

“Ist das die U5?”
“Ja”
“Richtung Preungesheim?”
“Ja”
“Wissen Sie, ich bin Beraterin und muss jemandem die Konstablerwache erklären.”
“-“
“Das ist schwierig mit den Ebenen – Ich habe fast die S-Bahn nicht gefunden.”
“-“
“Ich finde diese Station sehr kompliziert und unübersichtlich”
“Das ist doch alles beschildert”
“Schon, aber welche Ebene ist das? Ich muss das meinem *-* beibringen.”
“Mal überlegen.
Ebene A ist der Deckel auf der Konsti, wo Nikki de saint Phalle keine Nana hinstellen wollte weil der Platz so häßlich ist.
Auf Ebene B befindet sich der Obststand Uluc, der dient auch gleichzeitig der Zeitansage:
Von 8:00 bis 11:00 ruft er ‘Alles frisch'; von 11:00 bis 14:00 ‘Obst ist gesund’ und ab 14:00 ‘Aaaales ein Öro’.
Auf Ebene C ist die Kanalisation unter der Bäckerei Eiffler etwas leck geworden, so dass es über Wochen roch wie manche Nachtbusnutzer aus dem Mund. Das wurde mittlerweile durch eine grandiose Handwerksleistung beseitigt. Wir sehen hier die Auffangwanne nebst Ableitung:

und die Ableitung der Ableitung:

Die S-Bahn müsste dann auf Ebene D sein. Also da wo sie hingehört: ganz unten.
Mittlerweile haben sie auch das ganze Asbest entfernt, nur die Deckenverkleidung….”
“-“
und verließ konsterniert die U-Bahn an der Haltestelle Musterschule.

Ich schweife ab.

und stelle mir die Frage warum ich Beratern nicht so recht traue.

Yummi muss weg.

Am nomnom arbeite ich noch.

Liebe Freunde der hochsensiblen, ja überirdischen Lyrics einer Musikkapelle namens Ohio Express – sie brauchen hier nicht weiter zu lesen.
Der typische Internetroll, der höchstens in der Lage ist, sich in die Lage setzt – ja verpflichtet ist seine Bildung der Welt kund zu tun. Und sei es nur mit einem durchaus weltmännisch/weltweibsichen Yummi unter Abbildungen von Speisen, sei geschrieben: An ihren Zeichen werdet ihr sie erkennen und halleluja ihnen wird der Saim im Munde trocken und das Erstaunen groß wenn sie das Manna der Tee- und Kaffestunde nicht nur erblicken sondern kosten dürfen.
Denn diese Speise zerbirst ein einer Wolke Wohlgeschmack im Munde.

Luja!

Denn in diesem Beitrag geht es um nichts anderes als die weltbesten, ja ich muss hier schamlos untertreiben, Vanillekipferl der Welt.
Natürlich fragt der Ungeist: “Jetzt schon?”
und der Wissende antwortet “Kipferl gehen immer!”

Ich schweife ein und zeige Bild der Pracht:

Kipflerei

Natürlich wird Frau Yummi mit einem “Gabäckfriedhof” und Herr nomnom mit einem “Scheißfoto” antworten. Aber ich sage Euch: “Selig sind die, die sehen und doch glauben”

Rezept:

280 Gramm Mehl. 550er Weizenmehl!
100 Gramm zu Mehl gemahlene Mandeln.(1)
80 Gramm Butter
Kein Ei!!!!
Selbstgemachter Vanillezucker(2)
1 Blechdose.
1 Tresor mit höherer Sicherheitsstufe
alternativ
10 Mausefallen

Machen:

Mehl und Mandelmehl gründlich vermischen.
Die nicht zu kalte Butter in Flocken einarbeiten.
Das nicht vorhanden Ei nicht einfügen und auch keinen alternativen Emulgator.
Gut verkneten – Ich delegiere das an die Küchenmaschine.
Aus der Masse zwei lange, ca. 3cm starke Stangen formen
und in den Tiefkühler.(3)
Denn Ofen auf ca. 150° vorheizen.
Backblech – die Menge reicht für zwei Bleche – mit Backpapier auslegen.
Von den Teigstangen ca 1cm starke Stücke abschneiden und zu Halbmonden formen.
(Wenn das Zeug krümelt wie Sucht ist es genau richtig.)
Die Kunst besteht darin, dass die Kipferl eher “trocknen” als backen.
(Ich nehme sie immmer aus dem Ofen wenn sie unten etwas anfangen braun zu werden und oben schon “drückfest” sind)
Gleich nachdem sie aus dem Ofen kommen sofort gründlichst mit Vanillezucker bepudern dann dann in die Schatztruhe.
Dann kommen sie entweder für mindestens 3 Tage in den Tresor oder werden Mausefallen gesichert aufgestellt.

(1) Mandeln sind eine heiße Kiste. Ich kaufe grundsätzlich keine aus Californien weil sie
a. über das Bienensterben maulen
und
B. Imidacloprid spritzen wie blöde.
Leider kommt ein Großteil der Weltproduktion von da.
Verarbeiten: Zum Blanchieren und schälen bin ich zu faul. Ich kaufe möglichst große blanchierte Mandeln oder Mandelteile und mahle die dann selbst.)
(2) Selbstgemachter Vanillezucker: Feinzucker oder Puderzucker mit gebrauchten Vanilleschoten in ein Glas geben und Zeit lassen.
(3) Der Mürbeteigturbo: Normalerweise wird der zu einer Kugel geformt und kommt in den Kühlschrank. Ich halte das für Quark. Für die Mürbe sind die 8% Wasser in der Butter
verantwortlich. Je länger der Teig im Warmen verarbeitet wird desto weniger mürb. Bei Kuchen wird der Teig gleich in die Backform gegeben und kommt dann den Tiefkühler.
Wirkt Wunder.

Der Luftballon ist weg

Meine Güte,
das war ja fast ein Vorweihnachtsterror. Sie wissen ja: Nur noch Happymusic im Radio – so wie damals auf der Transitstrecke. Ständig dieses Besoffen machende Glockenspiel-Blimmblammblomm bei genau Tempo 100. Verquerte, pappsüße Texte, die wohl einen Hintersinn haben sollen den keiner versteht. Auch die Stasi, vulgo freiwillige Selbstkontrolle, nicht.
Auf halber Strecke sehnt Mensch sich nach einem Ende des Terrors. Möge nur die Gallenkolik, der Avus recht bald über uns kommen und die Züge wieder fahren um uns zu erlösen. Hauptsache die bucklige Verwandschaft ist bald aus dem Haus, die Verspätungen sind wieder pünktlich und man kann noch mal kurz Gas geben.

Und was hast du am 9. November so gemacht?

1918 habe ich die Republik ausgerufen.
1923 bin ich auf die Feldherrenhalle marschiert.
1938 habe ich Fensterscheiben eingeworfen und dem Rebbe seinen Stuhl mitgehen lassen.
1974 bin ich in der Justizvollzugsanstalt Wittlich verhungert.
1989 war ich in der Sauna und habe dann in einer Mietswohnung im ersten Stock eine Dose Bier getrunken.
2001 beschließe ich das Anti-Terror-Gesetz
2007 verabschiede ich das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.
.
.
.

Ich schweife um
und gehe zu den bedeutenden Feierlichkeiten auf der Fanmeile.

Der letzte Satz in Nenas 99 Luftballons lautet: “Und ich lasse einen fliegen.”
Oder wie der Hesse sagt Ferz und Feuerstein.
(Brennbare Gase in Verbindung mit Funkenflug führen zu Verpuffungen.)

Die Brühe muss weg

Von wegen Junkfraß aus der Industriehölle, wie der KN so treffend vermülltonnt. Wir kochen Brühe. Aus Karkassen von Fisch, Viech, Strunk und Vogel. Packen das bloggergerecht in fotogene Stöpselflaschen. Literweise und stellen das in den Kühlschrank wo es ungefähr nach drei Tagen wunderbare Pilzkulturen bildet. Homegrown Penicillum oder andere Geschöpfe der Gattung  Funghi imperfecti – im besten Falle.  Die andere Alternative lautet Tiefkühler wo sie fälschlich beschriftet spätestens nach der nächsten Freezer-Inventur in der Tonne landet.
Es erschallt der Ruf: “Wir machen das alles ordentlich…”
Erzählt mir nichts vom Leben!

Wie kommt’s?
Es ist eine klammheimliche Vermarktungsstrategie dieser vermaledeiten Fernsehköche. Diesen Tomatenmarkverklumpern, Hühnerbrustsolisten und Röstaromaköhlern.
Kaum haben sie ihr Normfleischteil fertig kommen sie um die Ecke: “Und jetzt gießen wir mit Brühe auf.”
Wenn es einen gerechten Gott gäbe würde spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Blitz aus der Mikrowelle fahren und diesen Frevler und Häretiker dahinstrecken. Denn kaum irrt der Suchende aus “Versehen” ins Tütensuppen- und Brüheregal des Verzehrgutdealers grinsen einem diese einsternigen Hackfressen entgegen und die Botschaft lautet: “Lecker Brühe wie von der Fernsehküche”

Ich schweife ein

und wir machen unsere Tütensuppe selbst. Geht ganz einfach und dauert auch nicht viel länger als so ein Tütchen aufzureißen.

Wir benötigen:

Gewürztüte

Getrocknetes Suppengemüse. Gibt es beim Gewürzhändler.
Piment und Pfeffer
.
Das Gemüse kommt in den Mixer. (Zerkleinert gibt es schneller Geschmack an die Brühe ab)
Die Hälfte wir mit dem angeknackten Piment, ggf Pfeffer kurz in der Pfanne angeröstet. (Schmeckt dann nicht so Sellerieartig)
Das Alles kommt dann ins Schraubglas und hält 3000 Jahre. (Das ist die Basis. Ich mache diese ohne Salz – dann klumpt sie nicht)

Shitakentüte

Shiitakepilze. Unbedingt getrocknet! Gibt es beim Asiaten.

Lorbeerblatt, Pfeffer, Salz, Zwiebel und Zeug nach Wahl(Knoblauch, Chili, Vanille, Bohnenkraut, Thymian, Majoran etc.)

Machen:

Die Shiitakepilze(fünf kleine oder drei Große, die bringen Geschmacksdichte) in einem Liter Wasser aufsetzen, Derweil die Zwiebel halbieren und etwas in der Pfanne anschwitzen – die Schnittflächen keinesfalls bräunen – sonst wird es bitter. (Zwiebelschalen bringen Farbe) Ins Kochwasser werfen. Dazu noch ein paar angeknackte Pfefferkörner; Lorbeerblatt und gut fünf Esslöffel dryfreezed Suppengemüse und Zeug nach Wahl (je nach dem in welche Richtung die Brühe geschmacklich gehen soll = Probieren!) geben. Gut 20 Minuten simmern lassen.

Den ganzen Kram durch ein windelbewährtes Küchensieb schütten. (Kräutersäckchen braucht kein Mensch)

würzrest
(Das ist ganz wichtig. Ohne Einlage-die Zahnzwischenräume danken es.)

Schon haben wir eine Brühe. Wenn sie etwas seltsam süß schmeckt ist es genau richtig.
Denn erst jetzt wir gesalzen. Wir salzen uns heran bis es schmeckt. Ein echtes Wunder!
Übungssache. Funktioniert aber. (Ganz spannend ist die Tatsache, dass man erst hier merkt wie viel Salz in so einer Tüte steckt – es aber nicht braucht.)

Wenn man dann noch gerne eine Minestrone hätte. Bitte sehr:

Ein Griff in den Tiefkühler wo sich rein zufälligerweise ein Pack “Gemüse Mix italienische Küche” befindet, Diese tiefgefrorene Zeug wird kurz in der Pfanne mit Puderzucker(gerne auch mit Vanilie) karamelisiert und kommt dann in die Brühe. Ein Sprutz fruchtiges Olivenöl, ein paar geviertelte Cocktailtomaten dazu und schon haben wir etwas Veganes.

Minestronentüte

Ganz toll schmeckt das mit einem Klacks Saurer Sahne. Schon haben wir etwas Vegetarisches.

…..

Das Salz muss weg

sagt der evidenzbasierte Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach aus salzloser Überzeugung auch wenn ihm dabei die Stimme durchrutscht. Ja, die Welt ist böse und wir müssen alle sterben, besonders die Grillfleischvertilger, Vollkornbrotschmauser, Sahnewupper und Gemüseröster.

Aber wie sagte schon der andere Karl namens Schmidt, man möge beachten ein dt-Schmidt und somit protestantisch schuldbeladen, so treffend: “Denk an die Elektrolyte!” und machte den Lauterbachabgang.

Dieser Evidenzstudie hat sich auch mein Lieblingsmoderator in Sachen Lebensmittel, Udo Pollmer, angenommen und festgestellt, dass diese auch gut in einen Verschwörungstheoriethread passen könnte.
Darauf einen Leckstein mit Apfelgeruch.

Und schweife um.

Ja, manchmal. Manchmal. Nein viel zu oft fällt Mensch auf so einen Kram rein und kauft lauterbachisch. Nein, schon etwas nordendgrüner. Less Salt nicht No Salt.

Ein echtes Dauerlebensmittel.
Richtig: Pfeffer, Honig, Joghurt(setzen 6!) und Sojasoße werden nie schlecht. Dauerlebensmittel halt.
Meine Literflasche Sojasoße von 1978 war endlich endlich und ich kaufte die korrekt designete Flasche, allerdings mit grünem Kopf. Das hätte mich stutzig machen müssen, das Grüne. Schließlich habe ich auch immer einen roten Kopf.

Jetzt habe ich ein B-Labor auf dem Gewürzregal. Aber wenn es groß und stark ist kommt es in einen sakrosankten Behälter und hat heilsame Wirkungen wenn man daran glaubt.

St. Urrgs

Jetzt glaubt mal. Ich brauche Geld!